VCÖ: Traurige Verkehrsunfallbilanz 2012: Mehr Todesopfer, mehr Verletzte - 10.07.2013

531 Verkehrstote und fast 51.000 Verletzte, das ist die traurige Unfallbilanz für das Jahr 2012. Der VCÖ weist darauf hin, dass bereits fast jeder dritte Verkehrstote 65 Jahre oder älter ist. Bei den tödlich verunglückten Radfahrern beträgt der Anteil der Senioren sogar rund 60 Prozent. Besorgniserregend ist der starke Anstieg bei den Unfällen im Ortsgebiet. Der VCÖ fordert, dass zumindest ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen für die Verkehrssicherheitsarbeit verwendet wird. Damit sollen unter anderem entlang von Freilandstraßen Geh- und Radwege errichtet werden.

Mehr Verkehrstote und mehr Verletzte. Die heute von der Statistik Austria veröffentlichte Unfallbilanz für das Jahr 2012 fällt deutlich schlechter aus als die vorläufige Bilanz des Innenministeriums vom Jahresanfang. „Erstmals seit dem Jahr 1999 ist die Zahl der Verkehrstoten wieder gestiegen. Das Verkehrssicherheitsziel, die Zahl der Verkehrstoten Jahr für Jahr deutlich zu verringern, wurde klar verfehlt“, fordert VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek Konsequenzen.

Anzusetzen ist bei den Hauptunfallursachen (hohes Tempo, Ablenkung) und dort, wo die meisten Unfälle passieren. Der VCÖ weist darauf hin, dass es vor allem bei den Verkehrsunfällen im Ortsgebiet eine massive Zunahme gab: Die Zahl der tödlich Verunglückten ist um zwölf auf 151 gestiegen, 31.000 wurden verletzt. Fast zwei Drittel der Verkehrsunfälle mit Personenschaden passieren im Ortsgebiet. Der VCÖ erneuert daher seine Forderung, nach Vorbild der Stadt Graz im Ortsgebiet Tempo 30 statt 50 zur Regelgeschwindigkeit zu machen. Tempo 50 soll im Ortsgebiet nur dort erlaubt sein, wo es aus Verkehrssicherheitssicht zu rechtfertigen ist.

„Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet würde vor allem auch die Verkehrssicherheit der Seniorinnen und Senioren erhöhen“, betont VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek. Bereits 29 Prozent der tödlich Verunglückten im Straßenverkehr sind 65 Jahre oder älter. Besonders hoch ist der Anteil der über 64-Jährigen bei den tödlich verunglückten Radfahrern (60 Prozent) und Fußgängern (48 Prozent). Durch mehr Verkehrsberuhigung im Ortsgebiet sowie mehr Rad- und Gehwege entlang von Freilandstraßen wird das Gehen und Radfahren vor allem für ältere Menschen wieder sicherer.

Der VCÖ macht darauf aufmerksam, dass nicht nur in der Gruppe der älteren Menschen die Zahl der Verkehrstoten gestiegen ist, sondern auch bei den 15- bis 24-Jährigen und bei den 25 bis 34-Jährigen. Bei beiden Gruppen nahmen vor allem die tödlichen Autounfälle zu. „Rund zwei Drittel der tödlich verunglückten 15 bis 34-Jährigen waren mit dem Auto unterwegs“, so VCÖ-Expertin Urbanek. Der VCÖ fordert mehr Nacht- und Discobusse bzw. Zugverbindungen auch am späten Abend. Derzeit scheitert dieses Angebot auch an den fehlenden finanziellen Mitteln. Deshalb fordert der VCÖ, dass zumindest ein Teil der Einnahmen aus den Verkehrsstrafen für zusätzliche Verkehrssicherheitsmaßnahmen verwendet wird.

VCÖ: Zahl der Verkehrstoten im Ortsgebiet stark gestiegen
(Anzahl Verkehrstote in Österreich im Jahr 2012)

Ortsgebiet: 151 Verkehrstote (plus 12)

Autobahnen und Schnellstraßen: 64 Verkehrstote (plus 5)

Freilandstraßen: 316 Verkehrstote (minus 9)

Gesamt: 531 Verkehrstote  (plus 8)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013


VCÖ: Fast jeder dritte Verkehrstote 65 Jahre oder älter

65 Jahre oder älter: 154 Verkehrstote (plus 4)
15 bis 24 Jahre: 108 Verkehrstote (plus 8)
25 bis 34 Jahre: 76 Verkehrstote (plus 13)
45 bis 54 Jahre: 76 Verkehrstote (plus 11)
55 bis 64 Jahre: 60 Verkehrstote (minus 2)
35 bis 44 Jahre: 49 Verkehrstote (minus 21) 0 bis 14 Jahre: 8 Verkehrstote (minus 5)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013

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