VCÖ: Tödliche Motorradunfälle heuer stark gestiegen - bereits 41 Todesopfer - 18.07.2013

Bereits 41 Motorradfahrer sind heuer bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben gekommen, macht der VCÖ aufmerksam. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ist die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer um neun gestiegen. Der Großteil der tödlichen Motorradunfälle passierte in vier Bundesländern: Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Tirol. Mehr Tempokontrollen und mehr Abschnitte mit Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen würden viele schwere Motorradunfälle verhindern.

 

Die Zahl der tödlichen Motorradunfälle ist heuer in Österreich deutlich gestiegen. Eine aktuelle VCÖ-Analyse der vorläufigen Unfalldaten zeigt, dass bereits 41 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückten, um neun mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Im Vorjahr gab es zwischen Mitte Juli und Mitte Oktober noch 36 tödliche Motorradunfälle. Der VCÖ weist darauf hin, dass die meisten tödlichen Motorradunfälle in Oberösterreich und Niederösterreich (jeweils neun) passierten, hoch war der Blutzoll auch in Tirol (acht Todesopfer) und in der Steiermark (sieben), wo es beliebte Motorradstrecken gibt. Der Großteil der tödlichen Motorradunfälle passiert am Wochenende.

Die VCÖ-Analyse zeigt, dass heuer das erste Mal seit dem Jahr 2003 mehr tödliche Motorradunfälle zu verzeichnen sind. Zwischen 2003 und 2012 ist die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer kontinuierlich um mehr als ein Drittel von 109 auf 68 zurückgegangen. Im Vorjahr gab es rund 3.700 Motorradunfälle mit Personenschaden, davon endete jeder 54. tödlich und jeder dritte mit einem schwer Verletzten, wie die VCÖ-Analyse zeigt. 

Drei Viertel der tödlichen Motorradunfälle passiert auf Freilandstraßen. „Durch niedrigere Tempolimits und mehr Kontrollen sind viele Unfälle vermeidbar. Gleichzeitig braucht es mehr Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit im Straßenverkehr“, betont VCÖ-Expertin Bettina Urbanek. Motorradfahrer können durch die Einhaltung von Tempolimits, dem Vermeiden riskanter Überholmanöver und durch aufmerksame und defensive Fahrweise das Unfallrisiko verringern.

Eine häufige Ursache schwerer Unfälle ist aber auch, dass Auto- und Lkw-Fahrer Motorradfahrer übersehen. Deshalb fordert der VCÖ auch Maßnahmen, die die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr erhöhen. So ist Handy-Telefonieren beim Autofahren ein stark zunehmendes Problem. „Es braucht neben verstärkten Kontrollen und der Aufnahme des Handy-Telefonierens beim Autofahren in das Vormerksystem auch Bewusstseinskampagnen. Vielen ist nicht bewusst, dass telefonierende Autofahrer ähnlich langsam und schlecht reagieren wie Alko-Lenker mit 0,8 Promille“, stellt VCÖ-Expertin Urbanek fest.


VCÖ: Heuer mehr tödliche Motorradunfälle in Österreich

1.1- bis 17. Juli 2013: 41 tödlich verunglückte Motorradfahrer
1.1. bis 17. Juli 2012: 32 tödlich verunglückte Motorradfahrer

Gesamtes Jahr 2012: 68
Jahr 2011: 68
Jahr 2010: 68

Jahr 2009: 87
Jahr 2008: 92
Jahr 2007: 96
Jahr 2006: 96
Jahr 2005: 98

Jahr 2004: 98
Jahr 2003: 109
Jahr 2002: 89
Jahr 2001: 107
Jahr 2000: 112
Quelle: Statistik Austria,  VCÖ 2013


VCÖ: Sicherheitstipps für Motorradfahrer

1. Aufmerksam und voll konzentriert fahren.

2. Defensiv fahren und für die anderen mitdenken: Darauf achten, dass andere Verkehrsteilnehmer Fehler machen können

3. Keine riskanten Überholmanöver machen

4. Beim Überholen genügend Abstand zum überholten Fahrzeug einhalten

5. In Kurven nie in der Fahrbahnmitte fahren, sondern möglichst rechts halten

6. Bei Kolonnenverkehr nicht neben Lkw stehen bleiben, die Gefahr im „toten Winkel“ zu sein ist groß

7. Tempolimits einhalten

8. Besondere Vorsicht bei nasser Fahrbahn: So können nasse Bodenmarkierungen rutschig wie Seife sein

9. Besondere Vorsicht bei tief stehender Sonne, diese blendet
 Quelle: VCÖ 2013

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