VCÖ: Tarifreform im VOR lichtet den Tarifdschungel – Ausbau des Angebots wichtig

VCÖ (Wien, 7. Juni 2016) – Nach jahrelangen Diskussionen kommt es nun endlich zu einer Tarifreform für den Öffentlichen Verkehr in Niederösterreich, Burgenland und Wien. Die VOR-Tarifreform tritt mit 6. Juli in Kraft und ersetzt den bisherige „Zonentarif“ durch einen Streckentarif. Der VCÖ betont, dass für die Fahrgäste als nächste Schritte eine Ausweitung des Angebots und zusätzliche Verbindungen wichtig sind.

„Der Tarifdschungel wurde zu Recht in den vergangenen Jahren kritisiert und wird nun durch die Tarifreform des VOR gelichtet. Es wird nun eine einfachere Preisgestaltung geschaffen“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Statt der Zonen gibt es ab 6. Juli einen Streckentarif.

„Bei jeder Reform gibt es neben Gewinnern auch Verlierer. Falls sich in der Praxis gravierende Probleme oder Verschlechterungen zeigen, muss es Nachbesserungen geben. Ziel der Tarifreform muss ja sein, neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen und nicht bestehende Fahrgäste zu verärgern“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Wichtig für die Fahrgäste ist auch, dass auch die VOR-Tickets in den ÖBB-Ticketshop integriert werden.

Der Öffentliche Verkehr ist nicht nur umweltfreundlicher und platzsparender als der Pkw-Verkehr, sondern Pendlerinnen und Pendler sind mit der Jahreskarte auch deutlich kostengünstiger unterwegs. So wird in Zukunft die Jahreskarte für die Strecke St. Pölten – Wien 1.588,- Euro kosten. Wird das amtliche Kilometergeld von 42 Cent pro Kilometer als Kosten für das Auto zugrunde gelegt, sind die Kosten mit dem Auto mit rund 11.000 Euro pro Jahr rund sieben Mal so hoch. Werden Kilometerkosten von 20 Cent zugrunde gelegt, kostet das Pendeln mit dem Auto auf dieser Strecke noch immer mehr als dreimal so viel wie mit dem Öffentlichen Verkehr.

„Ein gutes öffentliches Verkehrsnetz ist die beste finanzielle Unterstützung für Pendler-Haushalte. Dadurch können sich Haushalte ein teures Zweit- oder Drittauto ersparen. Auch deshalb ist der weitere Ausbau des Öffentlichen Verkehrs wichtig“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Der VCÖ sieht einerseits bei den Stadt-Umland Verbindungen in den Ballungsräumen den dringenden Bedarf für zusätzliche Verbindungen. Hier stößt der Öffentliche Verkehr zunehmend an Kapazitätsgrenzen und weist Engpässe auf. Zudem sind jene Regionen im VOR, die besonders stark an Bevölkerung wachsen, wie etwa das Nordburgenland mit zusätzlichen öffentlichen Verkehrsverbindungen zu versorgen.

Als große, aber lösbare Herausforderung sieht der VCÖ die Versorgung dünner besiedelter Regionen mit öffentlichen Verkehrsangeboten. „Dort, wo es keinen Linienverkehr gibt, kann mit sogenannten Mikro-ÖV-Systemen, wie etwa Gemeindebusse oder Anrufsammeltaxis, das Mobilitätsangebot für die Bevölkerung verbessert werden“, so VCÖ-Experte Gansterer. 

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