VCÖ: Täglich werden in Österreich acht Kinder Opfer eines Verkehrsunfalls

VCÖ (Wien, 9. Oktober 2017) – Die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Kinder ist nach wie vor hoch, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Im Vorjahr verunglückten im Schnitt acht Kinder pro Tag bei einem Verkehrsunfall. Seit dem Jahr 2012 wurden bereits mehr als 15.400 Kinder im Straßenverkehr verletzt, mehr als 6.200 davon als Pkw-Insassen. Mehr als 3.800 Kinder wurden als Fußgänger Opfer eines Verkehrsunfalls. Der VCÖ spricht sich für verstärkte Maßnahmen für ein kindgerechtes Verkehrssystem aus.

Auch heuer verfehlt Österreich das Ziel, kein Kind kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Seit Jahresanfang kamen bereits sechs Kinder im Straßenverkehr ums Leben. Seit dem Jahr 2012 wurde durch Verkehrsunfälle in Österreich das Leben von 50 Kindern ausgelöscht, macht der VCÖ aufmerksam. 20 Kinder verunglückten als Pkw-Insassen tödlich, 19 Kinder als Fußgänger.

Die VCÖ-Analyse zeigt, dass auch bei den verletzten Kindern der Anteil der Pkw-Insassen am höchsten ist: Seit dem Jahr 2012 wurden mehr als 6.200 Kinder im Auto mitfahrend bei einem Verkehrsunfall verletzt. Im Schnitt werden jeden Tag drei Kinder als Pkw-Insasse bei einem Verkehrsunfall verletzt, verdeutlicht der VCÖ.

„Wenn ein Kind im Auto mitfährt, ist es für die meisten selbstverständlich, dass man defensiver fährt, also langsamer und aufmerksamer. Für die Verkehrssicherheit der Kinder ist es aber essentiell, dass sich auch die anderen Kfz-Lenker bewusst sind, dass sie das Leben von Kindern gefährden, wenn sie zu schnell, unachtsam oder gar alkoholisiert fahren“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. Auch viele Kinder, die als Fußgänger verunglückten, wurden von einem Pkw angefahren.

In der Führerscheinausbildung ist den fatalen Folgen von Fehlverhalten im Straßenverkehr mehr Platz einzuräumen, aber auch Tempokontrollen sowie Kontrollen gegen Handy am Steuer sind in Österreich zu verstärken, betont der VCÖ. Zudem sollen so wie in der Schweiz Navis, die vor fix installierten Radargeräten warnen, nicht erlaubt sein.

Im Ortsgebiet ist zudem durch mehr Verkehrsberuhigung sowie Tempo 30 statt Tempo 50 die Verkehrssicherheit der Kinder deutlich zu erhöhen, spricht sich der VCÖ für eine kindgerechte Verkehrsplanung im Ortsgebiet aus. Die Reduktion des Autoverkehrs im Ortsgebiet erhöht die Verkehrssicherheit für Kinder.

Die VCÖ-Analyse zeigt, dass seit dem Jahr 2012 immerhin 64 Bezirke in Österreich das Ziel, kein tödlicher Kinderunfall im Straßenverkehr, erreicht haben. Aber in allen  Bundesländern kam es in diesem Zeitraum zu tödlichen Kinderunfällen. Die meisten Todesopfer waren in Niederösterreich zu beklagen,  nämlich elf. In Oberösterreich kamen zehn Kinder bei Verkehrsunfällen ums Leben, in Salzburg und Wien jeweils sechs und in der Steiermark fünf.

VCÖ: Seit 2012 starben 50 Kinder bei Verkehrsunfällen in Österreich
(Zeitraum 1.1. 2012 bis 8. Oktober 2017 - tödlich verunglückte Kinder (0 bis 14 Jahre))
Pkw-Insassen: 20
zu Fuß: 19
Fahrrad: 4
Moped / Motorrad: 3
Traktor: 2
Bus: 1
Spielgerät: 1
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

VCÖ: Viele Kinder werden als Pkw-Insassen verletzt
(Anzahl verletzte Kinder im Alter 0 bis 14 Jahre - 1.1. 2012 bis 30.6. 2017)
Bei Verkehrsunfällen verletzte Kinder als
Pkw-Insassen: 6.234
zu Fuß:  3.806
mit Fahrrad: 2.985
mit Moped /Motorrad: 1.093
Bus-Insassen: 598
mit Spielgerät: 427
Sonstige: 272
Summe: 15.415 verletzte Kinder
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

VCÖ: Die meisten tödlichen Kinderunfälle in Niederösterreich (bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückte Kinder 1.1.2012 bis 8.10. 2017)
Niederösterreich: 11
Oberösterreich: 10
Salzburg: 6
Wien: 6
Steiermark: 5
Kärnten: 4
Burgenland: 3
Tirol: 3
Vorarlberg: 2
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

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