VCÖ: Strengere CO2-Grenzwerte für Autos bringen bis zu einer Million zusätzliche Jobs in EU - 24.06.2013

Die Politik kann durch strengere CO2-Grenzwerte für Autos und Kleintransporter 660.000 bis 1,1 Millionen zusätzliche Jobs in der EU schaffen, wie eine heute veröffentlichte internationale Studie zeigt (Zusammenfassung). Gleichzeitig werden damit die Treibhausgas-Emissionen stark reduziert, ebenso die Spritkosten für Autofahrer und Unternehmen. Der VCÖ fordert den verstärkten Einsatz von Österreichs Regierung für niedrigere CO2-Grenzwerte für Neuwagen.

„Niedrigere CO2-Grenzwerte für Autos und Kleintransporter sind eine Konjunkturspritze für Europas Wirtschaft und ein Jobmotor. Zudem bringen sie den Verkehr auf Klimaschutzkurs und verringern die teure Erdölabhängigkeit“, fasst VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen eine heute veröffentlichte Studie von Cambridge Econometrics und Ricardo-AEA zusammen. Ausgangsbasis für die Studie war das EU-Ziel, die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs bis zum Jahr 2050 um 60 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren. Für Österreich bedeutet dieses Ziel, dass im Vergleich zu heute die Emissionen um 77 Prozent zu verringern sind, betont der VCÖ.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie: Niedrigere CO2-Grenzwerte für Fahrzeuge beschleunigen die Umstellung auf neue Antriebstechnologien, die weniger Treibhausgase verursachen. Bei Umstellung der zukünftigen Neuwagenflotten auf batterieelektrische Fahrzeuge oder auf Fahrzeuge mit Brennstoffzellen entstehen bis zum Jahr 2030 rund 1,1 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze in der EU. „Österreichs Autozulieferindustrie würde davon sehr profitieren“, so VCÖ-Expertin Rasmussen. Die Hälfte der Jobs entsteht in der Automobilindustrie, die andere Hälfte außerhalb des Sektors, weil die Haushalte und die Unternehmen durch die geringeren Ausgaben für Sprit mehr Geld für andere Investitionen zur Verfügung haben.

Derzeit ist Europas Fahrzeugflotte fast zur Gänze vom Erdöl abhängig. Die Erdölimporte sind teuer, schaffen aber in Europa kaum Arbeitsplätze. Allein im Vorjahr wurden in Österreich für viele Milliarden Euro rund 9,3 Milliarden Liter Sprit gekauft. Niedrigere CO2-Grenzwerte bedeuten, dass energieeffizientere und damit sparsamere Antriebe entwickelt werden. Die Kosten für den Betrieb sinken. Zudem werden neue Antriebe zum überwiegenden Teil in Europa selbst hergestellt. „Damit wird Europas Wirtschaft angekurbelt, ohne dass die öffentlichen Haushalte belastet werden. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie Gesetze sowohl der Umwelt als auch der Wirtschaft nützen können“, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest. 

Die Erreichung des Grenzwertes von 95 Gramm CO2 pro Kilometer wird laut Studie den Preis eines Autos um rund 1.000 Euro erhöhen. Doch verringern sich die Spritkosten um rund 400 Euro pro Jahr. „Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich nach weniger als drei Jahren“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Rasmussen. Der VCÖ erwartet sich, dass Österreichs Regierung in der EU aktiv wird und sich für eine weitere Senkung der CO2-Grenzwerte für Neuwagen einsetzt.

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