VCÖ: Starke Zunahme an Verkehrstoten – zusätzliche Verkehrssicherheitsmaßnahmen nötig

VCÖ (Wien, 1. Jänner 2016) – Die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle ist im Jahr 2015  in Österreich sehr stark gestiegen. 475 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben,  um 45 mehr als im gesamten Vorjahr und auch mehr als vor zwei Jahren. Die meisten Todesopfer gab es in Niederösterreich. Ausnahmen sind Vorarlberg und Wien, die im  Jahr 2015 die niedrigste Anzahl tödlicher Verkehrsunfälle seit Bestehen der Unfallstatistik aufweisen. Der VCÖ fordert eine Ausweitung des Vormerksystems um Handy am Steuer. Zudem kann die Verkehrssicherheit durch den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs erhöht werden.

„Erstmals seit dem Jahr 1999 ist die Zahl der Verkehrstoten in Österreich im Jahr 2015 sehr stark gestiegen“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. 475 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben, im Jahr 2014 waren 430 Verkehrstote zu beklagen, im Jahr 2013 kamen 455 Menschen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben.  Zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit sind die Hauptursachen der tödlichen Unfälle. Der VCÖ fordert, dass Handy am Steuer ins Vormerksystem aufgenommen wird.  „Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert vergleichbar langsam wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille“, verdeutlicht VCÖ-Experte Gansterer.

Die meisten tödlichen Verkehrsunfälle passierten in Niederösterreich. Die wenigsten Verkehrstoten waren in Vorarlberg und Wien zu beklagen. In Vorarlberg starben seit Jahresanfang neun Menschen bei Verkehrsunfällen, in Wien elf. „Beide Bundesländer steuern auf die niedrigste Anzahl tödlicher Verkehrsunfälle seit Bestehen der Unfallstatistik zu“, berichtet VCÖ-Experte Gansterer. Wien hat dank des hohen Öffi-Anteils und dem niedrigeren Tempo des Verkehrs eine höhere Verkehrssicherheit.

In sechs Bundesländern nahm die Zahl der Verkehrstoten zu. Besonders stark in Tirol (plus 80 Prozent). Auch in Salzburg und Kärnten stieg die Zahl der Verkehrstoten um mehr als 50 Prozent.

Neben verstärkten Kontrollen ist mehr Verkehrssicherheit auch durch Maßnahmen, die klimafreundliche Mobilität forcieren zu erreichen, wie etwa mit dem Ausbau des Öffentlichen Verkehrs. „Der Öffentliche Verkehr ist um ein Vielfaches sicherer als das Auto. Mehr Bahn- und Busverbindungen erhöhen die Verkehrssicherheit und bringen Österreich auch den Klimazielen näher“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Der VCÖ schlägt vor, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen für die Einführung von Dorf- und Discobussen zur Verfügung gestellt wird.

Zudem ist die Infrastruktur für das Radfahren zu verbessern, etwa durch Radwege entlang von Freilandstraßen. „Jede Siedlung sollte das nächstgelegene Ortszentrum sicher zu Fuß oder mit dem Rad erreichen können. Dafür braucht es Rad- und Gehwege“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Im Ortsgebiet erhöhen Verkehrsberuhigung, ein dichtes Netz an ausreichend breiten Gehwegen und übersichtliche Übergänge die Verkehrssicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger, insbesondere für Kinder und ältere Menschen.

 

VCÖ: Im Jahr 2015 deutlich mehr Verkehrstote 

Jahr.2015: 475 Verkehrstote
Jahr 2014: 430 Verkehrstote
Jahr 2013: 455 Verkehrstote
Jahr 2012: 531 Verkehrstote
Jahr 2011: 523 Verkehrstote
Jahr 2010: 552 Verkehrstote
Jahr 2009: 633Verkehrstote
Jahr 2008: 679 Verkehrstote
Jahr 2007: 691Verkehrstote
Jahr 2006: 730 Verkehrstote
Jahr 2005: 768 Verkehrstote

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2016

 

VCÖ: In sechs Bundesländern heuer mehr Verkehrstote als im Vorjahr (Anzahl Verkehrstote im  Jahr 2015, in Klammer Jahr 2014)

Niederösterreich: 130 Verkehrstote (121 Todesopfer)
Oberösterreich: 87 (75)
Steiermark: 77 (86)
Tirol: 54 (30)
Salzburg: 43 (27)
Kärnten: 40 (26)
Burgenland: 24 (22)
Wien: 11 (21)
Vorarlberg: 9 (22)

Quelle: BMI, VCÖ 2016

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