VCÖ: Starke Zunahme an Straßenflächen verstärkt Hitze - 18.06.2013

37 Grad in der Luft und bis zu 60 Grad am Asphalt. In Städten wirken Straßen und Parkplätze wie ein Backofen. Der VCÖ fordert mehr Bäume entlang der Straßen sowie mehr Grüninseln, um das Klima in den Städten angenehmer zu machen. Der VCÖ weist darauf hin, dass die massive Verbauung in den vergangenen Jahren das Hitzeproblem verschärft. Allein in den vergangenen 20 Jahren wurde für Straßen und Parkplätze eine Fläche verbaut, die fast der Gesamtfläche Wiens entspricht.

„Der Verkehr trägt doppelt zur Erwärmung bei. Zum einen heizen die vom Verkehr verursachten CO2-Emissionen das Klima an, zum anderen wirken Straßen und Parkplätze wie ein Backofen“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest. Aufgrund des Klimawandels ist in Zukunft mit einer Zunahme von heißen Tagen, an denen die Temperaturen über 30 Grad liegen, zu rechnen. Besonders in Städten ist die Hitze groß. Tagsüber sind Straßen und Parkplätze Hitzeinseln. Asphalt kann sich auf 60, 70 Grad aufheizen. Zudem speichert Asphalt rund 30 Prozent der Sonnenwärme und gibt diese in der Nacht ab, was vielen Menschen den Schlaf raubt. Vor allem für ältere Menschen ist Hitze eine große Gesundheitsgefahr.

Abhilfe gegen die Hitze schaffen Bäume. „Bäume wirken wie eine Klimaanlage. Im Schatten ist vor allem die Strahlungstemperatur um etwa 30 Grad geringer als in der Sonne. Straßen ohne Bäume sind eine Betonwüste. Jeder weiß, wie spürbar angenehmer im Vergleich dazu das Gehen in einer Allee ist“, fordert VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer mehr Bäume in den Straßen und mehr Grüninseln. Zudem speichern Pflanzen nur 5 Prozent der Sonnenwärme, womit es auch in der Nacht entsprechend kühler ist. Schon einige Bäume zwischen Parkplätzen verbessern lokal spürbar das Klima. Bei großen Parkplätzen, die es etwa bei Einkaufszentren und Supermärkten gibt, sollten zumindest halb so viele Bäume wie es Parkplätze gibt, verpflichtend vorgeschrieben werden. Damit stehen Autofahrern auch mehr schattige Parkplätze zur Verfügung.

In Österreich sind bereits mehr als 2.000 Quadratkilometer für Verkehrsflächen verbaut. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass seit dem Jahr 1991 die vor allem für Straßen und Parkplätze verbaute Fläche um 365 Quadratkilometer zugenommen hat, das ist ein Plus von 22 Prozent. „Allein der Zuwachs an Verkehrsflächen ist fast doppelt so groß wie die Flächen von Österreichs Parkanlagen und Gärten. Die Versiegelung erhöht nicht nur die Hochwassergefahr, sondern verschärft auch das Hitzeproblem“, so VCÖ-Experte Gansterer. Allein in Niederösterreich wurden seit dem Jahr 1991 zusätzlich 106 Quadratkilometer verbaut, die zweitgrößte Zunahme weist die Steiermark mit 87 Quadratkilometer auf, so der VCÖ.

Eine weitere Folge der Hitze: Die gesundheitsschädliche Ozonbelastung nimmt zu. Im Tullnerfeld wurde bereits gestern die Informationsschwelle von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft überschritten. Autofahrten sollten so weit es möglich ist vermieden werden.


VCÖ: Verkehrsflächen haben in Österreich massiv zugenommen
(Für Verkehr verbaute Flächen im Jahr 2011 (in Klammer Änderung zu 1991))

Niederösterreich: 628 km2 (plus 106 km2)
Steiermark: 364 km2 (plus 87 km2)
Oberösterreich: 352 km2 (plus 60 km2)

Kärnten: 193 km2 (plus 27 km2)
Burgenland: 152 km2 (plus 24 km2)
Tirol: 132 km2 (plus 26 km2)


Salzburg: 103 km2 (plus 23 km2)
Wien: 56 km2 (plus 8 km2)
Vorarlberg: 44 km2 (plus 4 km2)


Österreich: 2.024 km2 (plus 365 km2)
Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2013

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