VCÖ: Sieben von zehn Österreicher sind täglich für Alltagserledigungen zu Fuß unterwegs

VCÖ (Wien, 24. Oktober 2013) – „Fit mach mit“ heißt es traditionellerweise zum Nationalfeiertag. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass in Österreich auch viele Alltagswege, etwa zum Einkaufen, zur Arbeit oder um Kinder abzuholen, zu Fuß gegangen werden. 69 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher gehen täglich für Alltagserledigungen zu Fuß. Rund 1,8 Milliarden Kilometer werden pro Jahr zu Fuß zurückgelegt und dabei 380.000 Tonnen CO2 vermieden. Der VCÖ fordert eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung in Österreich.

Gehen ist gesund und eine vorbeugende Medizin unter anderem gegen erhöhten Blutdruck, Herzkreislauf-Erkrankungen und Diabetes (Typ 2). Viele Österreicherinnen und Österreicher beherzigen das und integrieren das Gehen in ihre Alltagsmobilität. Der VCÖ weist darauf hin, dass 69 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher über 15 Jahre täglich Alltagswege zu Fuß zurücklegen, weitere 20 Prozent mehrmals die Woche.

In Österreich wird etwa jeder fünfte Alltagsweg zu Fuß zurückgelegt. „In den Städten wird im Alltag mehr zu Fuß gegangen als am Land, wo die Bedingungen zum zu Fuß gehen oft besonders schlecht sind. Zersiedelung, Supermärkte am Ortsrand und fehlende Gehwege entlang von Freilandstraßen sind einige der häufigsten Hürden im ländlichen Raum“,betont VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek. Laut Mobilitätserhebungen legen die Wienerinnen und Wiener 28 Prozent ihrer Alltagswege zu Fuß zurück. In Innsbruck werden 27 Prozent der Alltagswege zu Fuß gegangen, im gesamten Bundesland Niederösterreich hingegen nur 16 Prozent.

Insgesamt legen die Österreicherinnen und Österreicher rund 1,8 Milliarden Kilometer pro Jahr im Alltag zu Fuß zurück. „Das entspricht rund 45.000 Mal rund um die Erde“, verdeutlicht VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek. Dadurch, dass die Strecken zu Fuß und nicht mit dem Auto gefahren werden, vermeiden die Österreicherinnen und Österreicher durch das Gehen rund 380.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

Im Schnitt sind die zu Fuß zurückgelegten Alltagswege knapp mehr als einen Kilometer lang. Gleichzeitig ist etwa zehnte Autofahrt kürzer als ein Kilometer. Gerade bei kurzen Autofahrten ist der Spritverbrauch und die Umweltbelastung sehr hoch. „Durch eine fußgängerfreundlichere Verkehrsplanung könnten die zu Fuß zurückgelegten Alltagswege deutlich erhöht werden. In Österreich gibt es diesbezüglich großen Aufholbedarf, da die Verkehrspolitik in der Vergangenheit die Interessen der Fußgängerinnen und Fußgänger viel zu wenig berücksichtigt hat“, stellt VCÖ-Expertin Urbanek fest.

Der VCÖ fordert, dass wichtige Alltagsziele gut zu Fuß erreichbar sind. Schulen und Kindergärten brauchen eine fußgängerfreundliche Umgebung, ebenso Freizeiteinrichtungen und öffentliche Stellen. Die Nahversorgung im Ortsgebiet ist stärker als zuletzt zu fördern.

Als konkrete Maßnahmen setzt sich der VCÖ unter anderem für Abkürzungen für das Gehen ein, für Gehwege entlang von Freilandstraßen sowie für mehr verkehrsberuhigte Zonen und Tempo 30 im Ortsgebiet. Zudem sind die Rotphasen bei Fußgängerampeln zu verkürzen. Auch Begegnungszonen fördern das zu Fuß gehen. In der Schweiz gibt es bereits mehr als 300 Begegnungszonen, in Österreich gibt es Begegnungszonen unter anderem in Bludenz, Dornbirn, Graz, Linz, Wien, St. Pölten, Mödling, Wels und Thalgau.

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