VCÖ: Seit Jahresanfang 72 Verkehrstote auf Österreichs Straßen

VCÖ: Verkehrssystem muss fehlertoleranter werden

VCÖ (Wien, 31. März 2017) – Bereits 72 Menschen kamen heuer in den ersten drei Monaten bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben, macht der VCÖ aufmerksam. Zur gleichen Zeit des Vorjahres waren 79 Todesopfer zu beklagen. Die höchste Opferzahl weist Niederösterreich mit 19 auf, die niedrigste Kärnten mit drei. Die meisten Todesopfer waren Pkw-Insassen, jedes vierte Todesopfer war ein Fußgänger. Die Verkehrsplanung hat mehr Rücksicht insbesondere auf ältere Fußgänger zu nehmen, betont der VCÖ. Auch verstärkte Maßnahmen gegen zu hohes Tempo sind nötig.

 „Das Ziel, kein tödlicher Verkehrsunfall, wurde heuer im ersten Quartal in keinem einzigen Bundesland erreicht. Auch wenn die Zahl der tödlichen Unfälle zurückgegangen ist, der Blutzoll auf Österreichs Straßen ist nach wie vor viel zu hoch“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Seit Jahresanfang sind nach vorläufigen Daten bereits 72 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, im Vorjahr waren nach endgültigen Daten 79 Todesopfer zu beklagen.

Allein in Niederösterreich starben 19 Menschen bei Verkehrsunfällen, in  Oberösterreich 15. In Kärnten war die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten mit drei am niedrigsten, in Vorarlberg starben vier Personen bei Verkehrsunfällen, berichtet der VCÖ.

Die meisten Todesopfer waren Pkw-Insassen. Jedes vierte Todesopfer war eine Fußgängerin oder Fußgänger. „Gerade im Ortsgebiet ist es wichtig, dass sich die Verkehrsplanung nach den schwächsten Verkehrsteilnehmern orientiert. In den kommenden Jahren wird die Zahl der älteren Menschen stark steigen, es werden auch mehr demenzkranke Menschen unterwegs sein. Es braucht ein fehlertolerantes Verkehrssystem, das bedeutet vor allem niedrigere Tempolimits und Sicherheit als höchste Priorität im Verkehrssystem. In Ortszentren und Wohngebieten muss klar sein: das Auto ist nur zu Gast“, so VCÖ-Experte Gansterer. Damit steigt auch die Verkehrssicherheit für Kinder.

Nach wie vor ist zu hohes Tempo im Straßenverkehr ein großes Sicherheitsproblem. Im Vorjahr war laut Innenministerium nicht angepasste Geschwindigkeit die Ursache von 27 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle. Zudem wurden in Österreich im Vorjahr fast 5,2 Millionen Lenkerinnen und Lenker beim Schnellfahren erwischt. Die Exekutive leistet mit der Verkehrsüberwachung einen sehr wichtigen Beitrag für mehr Verkehrssicherheit. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Straßen so umgestaltet werden, dass sie nicht zum Schnellfahren einladen, betont der VCÖ.

Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, ist aber gerade auch in den Regionen ein besseres öffentliches Verkehrsangebot nötig. Gerade Disco- und Gemeindebusse sowie Anrufsammeltaxis tragen wesentlich dazu bei, die Zahl der Verkehrsunfälle zu verringern. Angesichts der zunehmenden Zahl von Teilzeitbeschäftigten sind auch abseits der klassischen Pendlerzeiten häufigere Verbindungen wichtig.

VCÖ: Heuer in Österreich bereits 72 Verkehrstote

1.Jänner bis 30. März 2017: 72  Verkehrstote (vorläufige Daten)

1. Quartal 2016: 79 Verkehrstote

1. Quartal 2015: 87

1. Quartal 2014: 103

1. Quartal 2013: 79

1. Quartal 2012: 97

1. Quartal 2011: 98

1. Quartal 2010: 103

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

VCÖ: Die meisten Todesopfer in Niederösterreich (Verkehrstote 1.Jänner bis 30. März 2017)

Niederösterreich: 19 Verkehrstote
Oberösterreich: 15 Verkehrstote
Steiermark: 8 Verkehrstote
Salzburg: 7 Verkehrstote
Wien: 6 Verkehrstote
Burgenland: 5 Verkehrstote
Tirol: 5 Verkehrstote
Vorarlberg: 4 Verkehrstote
Kärnten: 3 Verkehrstote

Quelle: BMI, VCÖ 2017

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