VCÖ: Sanierungskosten für Landesstraßen werden massiv steigen – Lkw-Maut ausweiten

VCÖ (Wien, 4. Februar 2015) – Bevor in Österreich die Lkw-Maut auf Autobahnen und Schnellstraßen eingeführt wurde, wurde auch vor angeblich stark steigenden Preisen gewarnt. Tatsächlich aber gingen Lkw-Leerfahrten zurück, Investitionen in eine bessere Logistik wurden rentabler. Der VCÖ weist darauf hin, dass viele der 110.000 Kilometer Landes- und Gemeindestraßen in den kommenden Jahren eine Generalsanierung benötigen. Auf Gemeinden und Länder kommt eine Kostenlawine zu. Lkw nützen die Straßen 35.000 Mal stärker ab als Pkw. Eine Ausweitung der Lkw-Maut auf Landesstraßen trägt dazu bei, dass die Behebung der Schäden von den Verursachern bezahlt wird.

In den kommenden Jahren wird ein großer Teil des Landes- und Gemeindestraßennetzes generalsaniert, macht der VCÖ aufmerksam. Der Großteil der Straßenschäden wird vom Lkw-Verkehr verursacht. Ein 40 Tonnen Lkw nutzt  die Straße etwa 35.000 Mal stärker ab als ein Pkw. „Doch im Gegensatz zur Schweiz, wo es seit dem Jahr 2001 eine flächendeckende Lkw-Maut gibt, zahlen Lkw in Österreich auf Landes- und Gemeindestraßen keine Maut. Damit sind Lkw auf 98 Prozent des Straßennetzes von der Maut befreit“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest. Und im Unterschied zu Österreich wird in der Schweiz Dieseltreibstoff gleich hoch besteuert wie Eurosuper und damit nicht steuerlich begünstigt. Eine Ausweitung der Lkw-Maut führt dazu, dass die Schäden von den Verursachern bezahlt werden, was fair ist.

„Die Geschichte wiederholt sich offenbar. Vor der Einführung der Lkw-Maut auf Autobahnen und Schnellstraßen wurde ähnliches behauptet wie heute gegen die Ausweitung der Lkw-Maut vorgebracht wurde. Die Befürchtungen von einer massiven Teuerungswelle waren damals übertrieben und sind es heute wieder“, verweist VCÖ-Experte Gansterer auf die Erfahrungen. Nach Einführung der Lkw-Maut auf Autobahnen und Schnellstraßen haben sich die Produktpreise um lediglich 0,2 Prozent erhöht. Kein Wunder, bei Konsumgütern beträgt der Transportkostenanteil nur 3 bis 5 Prozent.

Die Lkw-Maut auf den Autobahnen hat vielmehr dazu geführt, dass die Lkw-Leerfahrten zurückgingen, die Logistik verbessert und die Effizienz der Transporte erhöht wurde. Dass die Transportkosten wenig Einfluss auf die Preise von Konsumgütern haben, zeigen auch die vergangenen Wochen. Seit September ist der Dieselpreis um rund 20 Prozent gesunken. Lkw verbrauchen je nach Größe 20 bis 35 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Von einer deshalb starken Verbilligung der Konsumgüter ist aber nichts zu merken.

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