VCÖ: Rund 110.000 Tiroler leiden unter Lärm des Straßenverkehrs

VCÖ (Wien, 27. April 2016) – Rund 110.000 Tirolerinnen und Tiroler leiden in ihrem Wohnbereich unter dem Lärm des Straßenverkehrs, macht der VCÖ anlässlich des heutigen Tag gegen Lärm aufmerksam. Dauerhafter Verkehrslärm macht krank und kann zu Herz-Kreislauferkrankungen führen. Der VCÖ fordert Maßnahmen zur Verringerung des Lkw-Verkehrs sowie die stärkere Förderung des Gehens und Radfahrens im Ort.

„Verkehrslärm ist nicht nur ein Ärgernis, Verkehrslärm macht krank“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Heute am 27. April findet der Internationale Tag gegen Lärm statt. Insgesamt geben rund 250.000 Tirolerinnen und Tiroler an, dass sie in ihrer Wohnung tagsüber oder in der Nacht unter zu viel Lärm leiden. Laut Daten der Statistik Austria wird mehr als die Hälfte davon durch Verkehrslärm gestört, weitere Lärmquellen sind Baustellen, Lokale, Nachbarn oder Freizeit- und Tourismuseinrichtungen.

Innerhalb Tirols gibt es große Unterschiede zwischen Stadt und Land, so der VCÖ. So geben im Tiroler Oberland nur rund 20 Prozent an, unter zu starkem Lärm zu leiden, davon sehen aber neun von zehn den Verkehr als Ursache an, im Tiroler Unterland geben rund 70 Prozent der lärmbelasteten Bevölkerung den Verkehr als Hauptverursacher an. Im Außerfern und in  Osttirol erleben etwas mehr als die Hälfte der vom Lärm belasteten Bevölkerung den Verkehr als Hauptverursacher. In Innsbruck sagt fast die Hälfte, dass es im Wohnumfeld zu laut ist, der Verkehr wird von 43 Prozent als Verursacher erlebt.

Innerhalb des Verkehrs ist der Kfz-Verkehr die größte Lärmquelle, macht der VCÖ aufmerksam. Rund 80 Prozent der Personen, die unter Verkehrslärm leiden, geben als Ursache Lkw, Pkw, Mopeds oder Motorräder an. Dauerhafter Verkehrslärm versetzt den Körper in Stresszustand, Herz-Kreislauferkrankungen bis hin zu Herzinfarkten können die Folge sein. Kinder, die entlang stark befahrener Straßen wohnen haben verstärkt Konzentrationsprobleme und dadurch auch schulische Lernprobleme.

„In den letzten Jahren hat der Lkw-Verkehr besonders stark zugenommen. Neben der starken Schadstoffbelastung verlärmen die Transit-Laster die Regionen“, weist VCÖ-Experte Gansterer auf die Folgen der Lkw-Lawinen hin. Der VCÖ begrüßt daher das sektorale Fahrverbot. Darüber hinaus braucht es aber auch noch weitere Maßnahmen.

Derzeit zahlt der Lkw-Verkehr in Europa nur einen Bruchteil der Kosten, die Lkw durch Straßenabnützung, Abgase, Lärm und Unfälle verursachen. Der VCÖ fordert eine EU-weite Mindestmaut für Lkw sowie die Abschaffung der Steuerbegünstigung auf Diesel. In Österreich ist die Mineralölsteuer auf Diesel um 8,5 Cent pro Liter niedriger als auf Eurosuper. „Die großen Lkw fahren alle mit Diesel. Der Lkw-Verkehr profitiert am meisten von dieser Steuerbegünstigung. Da Dieselabgase noch dazu sehr gesundheitsschädlich sind, ist dieses Steuerprivileg umso unverständlicher“, sagt VCÖ-Experte Gansterer.

Im Ortsgebiet kann durch eine fußgänger- und radfahrfreundliche Verkehrsplanung der Verkehrslärm reduziert werden. Je weniger Autofahrten es im Ortsgebiet gibt, umso ruhiger wird es. Auch die Lebensqualität insgesamt erhöht sich dann im Ort. Und wird im Ort viel zu Fuß gegangen oder mit dem Rad gefahren, stärkt das die örtliche Wirtschaft und die Nahversorger, weist der VCÖ auf einen weiteren Vorteil hin. 

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