VCÖ: Rohölpreis erstmals 12 Monate in Folge über 100 Dollar-Grenze!

VCÖ (Wien, 13. Juni 2014) – Noch nie in der Geschichte lag der Preis für ein Barrel Rohöl so lange ununterbrochen über der 100 US-Dollar-Grenze, macht der VCÖ aufmerksam. Zuletzt war der Tagespreis für 159 Liter Rohöl am 26. Juni 2013 unter der 100 Dollar Grenze. Durch die Irakkrise steigt derzeit der Rohölpreis. Der VCÖ warnt, dass die massive Abhängigkeit des Verkehrs vom Rohöl sowohl die Wirtschaft als auch den Wohlstand der Bevölkerung gefährdet. Die Verringerung der Erdölabhängigkeit des Verkehrs erfolgt in Österreich zu langsam, betont der VCÖ.

Historische Entwicklung am Rohölmarkt: Seit dem 27. Juni 2013 liegt am Weltmarkt der Tagespreis für ein Faß Rohöl (159 Liter) über der 100 US-Dollar Grenze. „Damit liegt der Ölpreis bereits 12 Monate in Folge über 100-Dollar. Das hat es bisher noch nie gegegeben“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest. Die längste Phase mit einem Rohölpreis am Weltmarkt über 100 US-Dollar war mit fast zehn Monaten zwischen 26. Juli 2012 und 14. April 2013.

Aufgrund der Irak-Krise steigt derzeit zusätzlich der Ölpreis. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass noch vor zehn Jahren – im Jahr 2004 – der Jahresdurchschnittspreis bei lediglich 38 US-Dollar pro Barrel lag. „Seither hat sich der Preis verdreifacht. Die Zeit des billigen Erdöls ist vorbei. Umso fataler ist sowohl für die Wirtschaft als auch für die Haushalte die massive Abhängigkeit des Verkehrs vom Erdöl“, betont VCÖ-Experte Gansterer. 89 Prozent der Energie des Verkehrs kommen in Österreich vom Erdöl, beim Kfz-Verkehr ist der Anteil noch höher. Andere Sektoren, etwa Heizen, haben es durch umfangreiche Maßnahmen geschafft, die Abhängigkeit vom Erdöl deutlich zu verringern.

Im Vorjahr wurden in Österreich rund 9,8 Milliarden Liter Sprit getankt, davon rund 7,6 Milliarden Liter Diesel. „Jede Stunde fließt in Österreich mehr als eine Million Liter Sprit in die Tanks von Fahrzeugen“, verdeutlicht VCÖ-Experte Gansterer. Da nach wie vor fast 99 Prozent der Neuwagen mit Benzin und Diesel fahren, sind Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung und Verkehrsverlagerung zu forcieren.

Der VCÖ fordert daher verstärkte Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr, um mehr Beschäftigten zu ermöglichen, mit Bahn oder Bus zur Arbeit zu fahren. Auch ist die Infrastruktur fürs Radfahren österreichweit nach dem Vorbild Vorarlbergs auszubauen: Fast jede zweite Autofahrt ist kürzer als fünf Kilometer. Großen Handlungsbedarf gibt es im Bereich des Wohnbaus und bei Betriebsansiedelungen. „So wie das Energiesparhaus selbstverständlich geworden ist, braucht es das Verkehrsparhaus als Standard", so VCÖ-Experte Gansterer. Neue Wohngebiete aber auch Betriebsstandorte müssen gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein. Auch die Nahversorgung ist stärker als bisher zu fördern. Zersiedelung und der Wildwuchs an Einkaufszentren und Supermärkten auf der grünen Wiese sind durch eine Reform der Raumordnung zu stoppen.

 

Daten und Infos zu Rohölpreis am Weltmarkt: http://www.tecson.de/oelweltmarkt.html

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