VCÖ: Rauchverbot im Auto, wenn Kind mitfährt

VCÖ (Wien, 14. Jänner 2015) –  Der Ministerrat hat sich gestern für ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie ausgesprochen. Der VCÖ spricht sich für eine Erweiterung des Rauchverbots auf Autos aus, wenn ein Kind mitfährt. Wird im Auto geraucht, ist die Schadstoffbelastung extrem hoch. Atemwegserkrankungen können die Folge sein. Der VCÖ weist darauf hin, dass es in einigen Staaten bereits ein Rauchverbot im Auto gibt. Rauchen während des Autolenkens erhöht zudem das Unfallrisiko.

Laut einer im Vorjahr durchgeführten Umfrage von Makam-Research raucht in Österreich jeder achte Autofahrer im Auto. „Rauchen während des Autofahrens erhöht das Unfallrisiko und verursacht bei Mitfahrenden Gesundheitsschäden. Vor allem für Kinder ist Passivrauchen extrem schädlich“, stellt VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek fest.

Wird im Auto geraucht, ist die Schadstoffbelastung sogar höher als in Lokalen, wo geraucht wird. Die Schadstoffkonzentration ist auch bei geöffnetem Fenster hoch, wie unter anderem eine Studie der Universität Aberdeen zeigt. Selbst bei eingeschalteter Lüftung und offenem Fenster betrug die Feinstaubkonzentration auf der Rückbank im Schnitt 85 Mikrogramm je Kubikmeter Luft, maximal sogar 880. Die Belastung war am Rücksitz höher als vorne. Der VCÖ weist darauf hin, dass zudem bei starkem Verkehr im Auto-Inneren ohnedies bereits die  Belastung durch gesundheitsschädlichen Ultra-Feinstaub erhöht ist. Durch das Rauchen wird die Luft im Inneren des Autos nochmals massiv verschlechtert.

„Gegenüber Kindern ist Rauchen im Auto besonders verantwortungslos. Kinder befinden sich im Wachstum, ihre Organe reagieren auf Schadstoffe sehr empfindlich. Bleibende Lungenschäden und Asthma können die Folge von Passivrauchen sein“, betont VCÖ-Expertin Urbanek. In Griechenland und Zypern gibt es ein Rauchverbot im Auto, wenn ein Kind mitfährt, ebenso in Australien, Teilen Kanadas und einigen Bundesstaaten der USA. Der VCÖ spricht sich für ein Rauchverbot im Auto aus, wenn ein Kind unter 16 Jahren im Auto mitfährt.

Zudem weist der VCÖ darauf hin, dass Rauchen beim Autolenken auch das Unfallrisiko erhöht. Untersuchungen in Deutschland haben gezeigt, dass rauchende Autofahrer fast doppelt so häufig in Auffahrunfällen verwickelt sind wie Nichtraucher. Die Ablenkung beim Herausnehmen der Zigarette aus der Packung, beim Anzünden und Rauchen der Zigarette kann dazu führen, dass Gefahren zu spät gesehen werden. Herunterfallende Asche erhöht zusätzlich das Unfallrisiko. „Auch wenn Rauchen im Auto derzeit nicht verboten ist, kann es trotzdem sehr teuer werden. Kommt es zu einem Unfall infolge von Ablenkung etwa durch eine heruntergefallene Asche, dann zahlt die Versicherung nicht“, macht VCÖ-Expertin Urbanek aufmerksam.

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