VCÖ: Parken ist in Österreichs Städten vergleichsweise günstig

VCÖ: Mit Einnahmen aus Parkgebühren Angebot an umweltfreundlicher Mobilität ausweiten und verbessern

VCÖ (Wien, 10. November 2016) – Mit Ausnahme von Leonding wird in allen österreichischen Städten mit mehr als 25.000 Einwohnerinnen und Einwohnern der Parkraum bewirtschaftet. Das Parken ist in Österreichs Städten im europäischen Vergleich günstig, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Durch Parkraumbewirtschaftung gibt es für Anrainer mehr freie Parkplätze. Wesentlich ist, dass die Einnahmen für die Verbesserung und den Ausbau der Alternativen zum Auto verwendet werden.

In vielen europäischen Großstädten kostet das Parken auf der Straße mehr als in Österreichs Landeshauptstädten, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. In London sind in den inneren Stadtteilen für eine Stunde Parken umgerechnet 5,40 Euro zu zahlen - zusätzlich zur City-Maut. In Amsterdam kostet eine Stunde parken 5 Euro, in Tallinn 4,80 Euro, in Stockholm 4,40 Euro (plus City-Maut) und in Kopenhagen 4,20 Euro. Mit vier Euro kostet eine Stunde Parken in Paris und Helsinki derzeit doppelt so viel wie in Wien und Linz. Mit Ausnahme von Leonding in Oberösterreich wird in allen österreichischen Städten mit mehr als 25.000 Einwohnerinnen und Einwohner der Parkraum bewirtschaftet. So ist beispielsweise in Baden, Klosterneuburg, St. Pölten, Steyr, Villach und Wels jeweils ein Euro zu zahlen.

Im Schnitt sind  Österreichs Autos nur eine Stunde pro Tag im Einsatz, die restlichen 23 Stunden parken sie entweder auf privaten oder öffentlichen Flächen. Allein in den neun Landeshauptstädten gibt es rund 1,2 Millionen Pkw. „Nebeneinander geparkt würden diese Pkw eine Fläche im Ausmaß von rund 2.400 Fußballfeldern beanspruchen“, verdeutlicht VCÖ-Experte Markus Gansterer. Zusätzlich kommen rund 650.000 Pendlerinnen und Pendler in die Landeshauptstädte, die Mehrheit mit dem Pkw.

Die Parkplätze konkurrieren mit anderen Nutzungen, wie Wohnungen, Bürogebäude, Grün- und Freizeitflächen oder Platz für Busspuren, Radinfrastruktur und breitere Gehwege. „Mit der Zahl der Parkplätze nimmt auch der Verkehr zu. Staus und wiederum Parkplatzmangel sind die Folge. Parkraumbewirtschaftung hingegen erhöht die Zahl freier Parkplätze für Anrainerinnen und Anrainer, auch weil sie ein Anreiz zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel ist“, so VCÖ-Experte Gansterer. So waren in den Wiener Bezirken Meidling, Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring und Hernals im Schnitt nur 10 Prozent der Parkplätze frei, nach Einführung des Parkpickerls stieg die Zahl der freien Parkplätze je nach Bezirk auf 21 bis 28 Prozent. Anrainerinnen und Anrainer sowie Kundinnen und Kunden finden heute schneller einen Parkplatz und sparen viel Zeit, ebenso kann der Lieferverkehr leichter zustellen, ohne beispielsweise Straßenbahnen oder Busse zu behindern.

In Paris wurde zusätzlich seit dem Jahr 2003 die Zahl der Pkw-Parkplätze im Straßenraum um 23.000 auf 144.000 reduziert, wodurch mehr Platz für Busse, Radverkehr, Fußgängerinnen und Fußgänger sowie für Grünraum geschaffen wurde. Im gleichen Zeitraum nahmen die mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahrenen Wege um 31 Prozent auf mehr als 4,2 Milliarden zu, das Radwegenetz wurde um das zweieinhalb Fache vergrößert.

Der VCÖ spricht sich für ein flächendeckendes Parkraummanagement in den Städten aus. Zudem ist die Pkw-Stellplatzverpflichtung, die derzeit für Wohn- und Bürogebäude besteht, umfassend zu reformieren. „Die derzeitige Regelungen erhöhen die Kosten des Wohnbaus und machen damit das Wohnen teurer“, weist VCÖ-Experte Gansterer auf die Folgen hin. Bei Tiefgaragen kostet die Errichtung eines Pkw-Parkplatzes rund 15.000 Euro. Statt der Pkw-Stellplatzverpflichtung sind Sharing-Angebot in Wohnanlagen für die Bewohnerinnen und Bewohner kostengünstiger und verringern zudem die Verkehrsbelastung in den Städten.

 

Neues VCÖ-Factsheet zum Thema Parken im Internet unter www.vcoe.at/news/details/vcoe-factsheet-mit-parkplatzmanagement-verkehr-nachhaltig-steuern

 

VCÖ: In Österreichs Städten ist Parken vergleichsweise günstig (Kosten für eine Stunde Parken im Straßenraum, zentrale Stadtgebiete)

London: 5,40 Euro (plus City-Maut)

Amsterdam: 5,00 Euro

Tallinn: 4,80 Euro

Stockholm: 4,40 Euro (plus City-Maut)

Kopenhagen: 4,20 Euro

Helsinki: 4,00 Euro

Paris: 4,00 Euro

Oslo: 3,00 Euro (plus City-Maut)

Berlin: 3,00 Euro

Riga: 3,00 Euro

Barcelona: 3,00 Euro

München: 2,50 Euro

Madrid: 2,10 Euro

Wien: 2,00 Euro (ab 1. Jänner 2017: 2,10 Euro)

Linz: 2,00 Euro

Brüssel: 2,00 Euro

Graz: 1,80 Euro
Budapest: 1,70 Euro

Lissabon: 1,60 Euro

Prag: 1,50 Euro

Rom: 1,50 Euro

Stadt Salzburg: 1,50 Euro 

Innsbruck: 1,40 Euro

 

Eisenstadt: 1,20 Euro

Klagenfurt: 1,20 Euro

Wr. Neustadt: 1,20 Euro

 

Bregenz: 1,10 Euro

Feldkirch: 1,10 Euro

 

Baden: 1,00 Euro

Klosterneuburg: 1,00 Euro

St. Pölten: 1,00 Euro

Steyr: 1,00 Euro

Villach: 1,00 Euro

Wels: 1,00 Euro

 

Dornbirn: 0,80 Euro

Wolfsberg: 0,70 Euro

Leoben: 0,50 Euro

Quelle: VCÖ 2016

Zurück zur Übersicht