VCÖ: Österreichs Neuwagenflotte belegt beim Klimaranking im EU-Vergleich nur 14. Platz - 09.09.2013

Österreichs Neuwagenflotte belegt im aktuellen Klimaranking im EU-Vergleich nur den 14. Platz, so eine heute in Brüssel vorgestellte Studie von „Transport & Environment“, dem Dachverband des VCÖ. Die Studie zeigt, dass alle Autohersteller im Vorjahr die CO2-Bilanz der Neuwagenflotte verbesserten, vier Autohersteller erreichten bereits im Vorjahr das von der EU vorgegebene CO2-Ziel für das Jahr 2015. Der VCÖ spricht sich für eine Herabsetzung der Malus-Grenze bei der Normverbrauchsabgabe (NoVA) aus. Kritik übt der VCÖ an der derzeitigen Blockade strengerer CO2-Grenzwerte auf EU-Ebene durch die deutsche Bundesregierung.

Dänemarks Neuwagenflotte verursacht im EU-Vergleich die geringsten CO2-Emissionen. Das zeigt der neue Car Report von Transport & Environment (T&E), der europäischen Dachorganisation des VCÖ. Pro Kilometer belastete im Vorjahr ein durchschnittlicher dänischer Neuwagen das Klima mit 117 Gramm CO2 pro Kilometer, knapp dahinter liegen Portugal (118 Gramm CO2 / km) und die Niederlande (119 Gramm CO2 / km). „Österreich ist von der Spitze weit entfernt. Die rotweißrote Neuwagenflotte emittierte im Vorjahr mehr klimaschädliches CO2 als der EU-Durchschnitt“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Österreich belegt mit rund 136 Gramm CO2 pro Kilometer den 14. Platz. Österreich hat im Vergleich zum letzten Ranking zwei Plätze verloren, im Vergleich zum vorletzten Ranking sogar vier Plätze. 


Je niedriger die CO2-Emissionen, desto niedriger der Spritverbrauch. Der VCÖ weist darauf hin, dass Österreichs Neuwagen um rund 0,7 Liter pro 100 Kilometer mehr Sprit verbrauchen als Dänemarks Neuwagen. Bei einer Jahresfahrleistung von 12.000 Kilometer macht dieser Unterschied immerhin 84 Liter aus, was sich bei derzeitigen Spritpreisen mit rund 115 Euro pro Jahr an Mehrkosten zu Buche schlägt, so der VCÖ.

Damit Österreichs Neuwagenflotte beim Klimaranking der EU-Spitze näher kommt, ist auch die heimische Politik gefordert. Der VCÖ tritt dafür ein, die bestehende Malus-Grenze bei der Normverbrauchsabgabe ab dem Jahr 2014 von derzeit 150 Gramm CO2 auf 130 Gramm CO2 pro Kilometer zu senken. In den ersten sieben Monaten des heurigen Jahres verursachten Österreichs Neuwagen laut Statistik Austria im Schnitt 132 Gramm CO2 pro Kilometer.

„Erfreulich ist, dass einige Autohersteller die von der EU für das Jahr 2015 vorgegebenen CO2-Grenzwerte bereits im Vorjahr erreicht haben. Und sowohl Hersteller von kleinen als auch von großen Autos sind auf Klimakurs, was das EU-Ziel für das Jahr 2020 betrifft“, zeigt sich VCÖ-Expertin Rasmussen über die Fortschritte einiger Autohersteller erfreut.

Umso ärgerlicher ist es, dass die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel derzeit das EU-Ziel von 95 Gramm CO2 pro Kilometer blockiert. „Diese Blockade schadet der Umwelt, den Autofahrern und Österreichs Zulieferindustrie. Ein niedriger CO2-Grenzwert bedeutet, weniger Spritkosten für die Autofahrer und verstärkte Nachfrage des Know-Hows von Österreichs Zulieferindustrie. Damit werden Arbeitsplätze in Österreich gesichert“, so VCÖ-Expertin Rassmussen. Bis zum Jahr 2015 sollen die CO2-Emissionen der in der EU verkauften Neuwagen maximal 130 Gramm CO2 pro Kilometer betragen. Die Grenzwerte für die Autohersteller hängen vom Durchschnittsgewicht der Neuwagen ab. Peugeot-Citroen, Toyota, Volvo und Renault haben schon im Vorjahr die CO2-Ziele für das Jahr 2015 erreicht.


VCÖ: Österreichs Neuwagenflotte beim Klimaschutz schlechter als EU-Schnitt
(CO2-Ausstoß in Gramm (gerundet) pro Kilometer der im Jahr 2012 neu zugelassenen Pkw, in Klammer Änderung gegenüber Jahr 2011)

1. Dänemark: 117 (minus 6,2 Prozent)
2. Portugal: 118 (minus 4,2 Prozent)
3. Niederlande: 119 (minus 5,9 Prozent)

4. Griechenland: 121 (minus 9,0 Prozent)
5. Malta: 122 (minus 2,5 Prozent)
6. Frankreich: 125 (minus 2,3 Prozent)

7. Irland: 125 (minus 2,6 Prozent)
8. Italien: 126 (minus 2,6 Prozent)
9. Belgien: 128 (plus 0,6 Prozent)

10. Spanien: 129 (minus 3,8 Prozent)
11. Großbritannien: 133 (minus 3,7 Prozent)
12. Slowenien: 133 (minus 4,5 Prozent)

13. Schweden: 136 (minus 4,4 Prozent)
14. Österreich: 136 (minus 2,1 Prozent)
15. Luxemburg: 137 (minus 3,5 Prozent)

16. Rumänien: 137 (minus 1,2 Prozent)
17. Finnland: 139 (minus 3,7 Prozent)
18. Tschechien: 141 (minus 2,6 Prozent)

19. Slowakei: 141 (minus 2,8 Prozent)
20. Deutschland: 142 (minus 2,7 Prozent)
21. Polen: 142 (minus 1,7 Prozent)

22. Litauen: 144 (minus 0,1 Prozent)
23. Zypern: 145 (minus 3,6 Prozent)
24. Ungarn: 147 (plus 3,8 Prozent)

25. Bulgarien: 149 (minus 1,4 Prozent)
26. Lettland: 152 (minus 1,5 Prozent)
27. Estland: 155 (minus 1,6 Prozent)
EU-Schnitt 132 (minus 2,5 Prozent)
Quelle: Transport & Environment (T&E), VCÖ 2012

VCÖ: Vier Hersteller haben CO2-Ziel für 2015 bereits im Vorjahr erreicht
(Durchschnitt Gramm CO2 pro km im Jahr 2012, in Klammer CO2-Ziel für das Jahr 2015*)

1. Peugeot-Citroen: 122,4 Gramm CO2 /km (Ziel für 2015: 128,8 g CO2/km)
2. Toyota: 122,1 Gramm CO2 / km (126,5 g CO2 / km)
3. Volvo: 142,1 Gramm CO2 / km (143,4 g CO2 / km)
4. Renault: 124,7 Gramm CO2 / km (125,4 g CO2 / km)

5. Fiat: 118,4 Gramm CO2 / km (118,1 g CO2 / km)
6. BMW: 138,3 Gramm CO2 / km (137,4 g CO2 / km)
7. Ford: 129,0 Gramm CO2 / km (126,4 g CO2 / km)
8. General Motors: 134,6 Gramm CO2 / km (132,0 g CO2 / km)
9. Volkswagen-Gruppe: 134,6 Gramm CO2 / km (130,9 g CO2 / km)

10. Daimler: 143,6 Gramm CO2 / km (138,4 g CO2 / km)
11. Hyundai: 131,0 Gramm CO2 / km (126,4 g CO2 / km)
12. Nissan: 138,3 Gramm CO2 / km (129,8 g CO2 / km)
13. Suzuki: 130,7 Gramm CO2 / km (118,7 g CO2 / km)
14. Mazda: 141,8 Gramm CO2 / km (128,1 g CO2 / km)
15. Honda: 142,7 Gramm CO2 / km (129,8 g CO2 / km)

* Die CO2-Ziele hängen vom Gewicht der Neuwagenflotte ab. Die Annahme ist, dass das Durchschnittsgewicht der Neuwagenflotte im Jahr 2015 gleich hoch ist wie im Jahr 2012
Quelle: Transport & Environment (T&E), VCÖ 2013

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