VCÖ: Österreicher vermeiden durchs zu Fuß gehen rund 360.000 Tonnen CO2 pro Jahr

VCÖ (Wien, 20. Oktober 2015) – Täglich gehen die Österreicherinnen und Österreicher rund 4,6 Millionen Kilometer für Alltagswege, etwa zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen, zu Fuß. Das entspricht der Distanz von rund 115 Mal rund um die Erde, verdeutlicht der VCÖ. Pro Jahr werden in Österreich rund 360.000 Tonnen CO2 vermieden, weil die Erledigung nicht mit dem Auto sondern zu Fuß gemacht wird. Der VCÖ fordert eine fußgängerfreundliche Verkehrs- und Ortsplanung. Die Nahversorgung ist zu stärken, Zersiedelung  zu vermeiden.

Rund 1,7 Milliarden Kilometer werden in Österreich pro Jahr zu Fuß zurückgelegt, um Alltagsziele, wie Arbeit, Schule oder Kino zu erreichen bzw. Einkäufe zu erledigen, wie Daten des Umweltbundesamts zeigen. „Damit werden pro Jahr rund 360.000 Tonnen klimaschädliches CO2 vermieden. Gehen ist nicht nur die natürlichste Form der Bewegung, sondern auch die klimafreundlichste Mobilität“, betont VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer.

Laut Statistik Austria gehen rund neun von zehn Österreicherinnen und Österreicher mehrmals in der Woche Strecken von mehr als 250 Metern im Alltag zu Fuß, drei Viertel davon täglich. Neben den ausschließlich zu Fuß zurückgelegten Strecken, sind die eigenen Beine ein wichtiger „Zubringer“ zum Öffentlichen Verkehr. Beim diesjährigen VCÖ-Bahntest gaben 30 Prozent der Fahrgäste an, zu Fuß zum Bahnhof gegangen zu sein, und rund vier von zehn Fahrgästen gingen vom Bahnhof zu Fuß an ihr endgültiges Ziel.

Der VCÖ fordert, dass die Bedürfnisse der Fußgängerinnen und Fußgänger stärker von der Verkehrspolitik und auch in der Siedlungsentwicklung berücksichtigt werden. „Am Land fehlt es häufig an sicheren Gehwegen zwischen einer Siedlung und dem nächstgelegenen Ortszentrum. Zudem wurde vielerorts die Nahversorgung im Ort vernachlässigt. Und viele neu errichtete Supermärkte am Ortsrand sind zu Fuß nicht erreichbar oder einfach zu weit weg“, spricht sich VCÖ-Experte Gansterer für eine fußgängerfreundliche Verkehrs- und Ortsplanung aus.

Das Potenzial, dass in Österreich mehr Alltagswege zu Fuß zurückgelegt werden, ist groß. Etwa jede zehnte Autofahrt ist kürzer als ein Kilometer, die durchschnittlich zu Fuß zurückgelegte Distanz beträgt knapp mehr als einen Kilometer. Gerade bei kurzen Autofahrten ist der Spritverbrauch pro Kilometer sehr hoch. „Der Dieselskandal hat zudem ins Bewusstsein gerufen, dass Fahrzeuge beim Fahren auf der Straße die Luft mit mehr Schadstoffen verschmutzen als am Papier steht“, so VCÖ-Experte Gansterer.

Gehen vermeidet nicht nur gesundheitsschädliche Schadstoffe, sondern ist als bewegungsaktive Mobilität auch sehr gesund. Mediziner empfehlen täglich eine halbe Stunde zu Fuß zu gehen. Wer die Möglichkeit hat, diese Bewegung in die Alltagsmobilität zu integrieren, tut der eigenen Gesundheit gutes. So beugt regelmäßiges Gehen  Bluthochdruck, Herzkreislauf-Erkrankungen und Diabetes (Typ 2) vor.

Der VCÖ fordert, dass wichtige Alltagsziele gut zu Fuß erreichbar sind. Schulen und Kindergärten brauchen eine fußgängerfreundliche Umgebung, ebenso Freizeiteinrichtungen und öffentliche Stellen. Die Nahversorgung im Ortsgebiet ist stärker als zuletzt zu fördern. Wichtig für eine fußgängerfreundliche Struktur sind unter anderem Abkürzungen für das Gehen sowie für mehr verkehrsberuhigte Zonen im Ortsgebiet. Zudem sind die Rotphasen bei Fußgängerampeln zu verkürzen.

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