VCÖ: Österreicher sind im Schnitt 3.400 Kilometer pro Jahr autofrei unterwegs

CÖ (Wien, 19. September 2014) – Im Vorjahr waren Herr und Frau Österreicher im Schnitt rund 3.400 Kilometer mit Öffis, Rad und zu Fuß unterwegs. Der VCÖ weist darauf hin, dass gegenüber dem Jahr 2005 die autofrei zurückgelegten Kilometer um rund 3,5 Milliarden Kilometer gestiegen sind. Durch ihre autofreie Mobilität vermeiden die Österreicher rund vier Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Der VCÖ fordert ein dichteres öffentliches Verkehrsnetz und eine bessere Infrastruktur für das Gehen und Radfahren. Zudem braucht es eine verkehrssparende Raumordnung.

Statistisch gesehen waren Herr und Frau Österreicher im Vorjahr rund 3.400 Kilometer mit Öffis, Rad und zu Fuß unterwegs (ohne Sport, Spaziergänge oder Wandern), wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Täglich werden in Österreich fast 79 Millionen Kilometer autofrei zurückgelegt. „Damit umrunden die Österreicherinnen und Österreicher täglich rund 1.970 Mal die Erde mit Öffis, Rad und zu Fuß und leisten damit einen sehr wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest. Der VCÖ weist darauf hin, dass die autofreie Mobilität in Österreich pro Jahr rund vier Millionen Tonnen CO2 vermeidet.

Daten der Statistik Austria zeigen, dass es in Österreich bezüglich der Benützung von autofreier Mobilität große Unterschiede gibt. Die Vorarlberger sind die fleißigsten Radfahrer: Fast jede zweite Person erledigt Alltagswege (Arbeit, Einkaufen, Kino, Sportplatz, usw.)  mehrmals die Woche mit dem Rad. Die Wienerinnen und Wiener sind nicht nur die fleißigsten Öffi-Fahrer, sondern auch die fleißigsten Fußgänger. Insgesamt sind Wien und Westösterreich die Spitzenreiter bei der autofreien Mobilität.

„Die Bereitschaft klimafreundlich mobil zu sein ist oft größer, als die Möglichkeit es zu tun. Aufgrund gravierender Fehler bei der Siedlungspolitik und in der Raumordnung können Alltagsziele wie Arbeitsplatz oder Einkaufsmöglichkeiten viel zu oft nur mit dem Auto gut erreicht werden“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Fehlende Nahversorgung und schlecht mit dem Rad oder zu Fuß erreichbare Supermärkte am Ortsrand erschweren es, Einkäufe autofrei zu erledigen.

Der VCÖ fordert eine verkehrssparende Raumordnung und den Ausbau der Infrastruktur für Gehen und Radfahren in den Regionen und Ballungsräumen. So soll jede Siedlung durch Geh- und Radwege mit dem nächstgelegenen Ortszentrum verbunden sein. Großen Aufholbedarf gibt es auch beim Angebot an öffentlichen Verkehrsverbindungen im Umland der Städte und in den Regionen.

Der diese Woche präsentierte Klimabericht zeigt, dass es rasch mehr Klimaschutzmaßnahmen braucht. Der Verkehr ist Österreichs größtes Sorgenkind beim Klimaschutz und hauptverantwortlich dafür, dass Österreich seine Kyoto-Klimaziele deutlich verfehlt hat, fordert der VCÖ eine Klimaschutzoffensive im Verkehr. "Klimafreundliche Mobilität ist auch gesünder und sowohl für die Haushalte als auch für die Gesellschaft kostengünstiger", weist VCÖ-Experte Gansterer  auf den Zusatznutzen hin.

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