VCÖ: Österreicher geben pro Jahr rund 330 Millionen Euro für Fahrräder aus

VCÖ (Wien, 21. März 2014) - Das Fahrrad ist nicht nur ein beliebtes Verkehrsmittel, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria kommt zum Ergebnis, dass in Österreich für Fahrräder und Zubehör rund 330 Millionen Euro pro Jahr ausgegeben werden. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Vorarlberg pro Haushalt am meisten für Fahrräder ausgegeben wird. Pro Jahr werden in Österreich rund 400.000 Fahrräder gekauft. Der VCÖ hat 10 Tipps für den Kauf eines Fahrrads zusammengestellt.

In Österreich werden mehr neue Fahrräder gekauft als neue Autos. Im Schnitt der Jahre 2010 bis 2012 wurden 418.000 Fahrräder in Österreich gekauft. „Für das Jahr 2013 liegen noch keine endgültigen Zahlen vor, es ist aber mit rund 400.000 verkauften Fahrrädern zu rechnen“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest. Die Anzahl von Elektro-Fahrrädern nimmt ebenso zu, wie die Bereitschaft (Qualitäts)Fahrräder aus dem höheren Preissegment zu kaufen.

Radfahren ist mittlerweile ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass Österreichs Haushalte rund 330 Millionen Euro für den Kauf von Fahrrädern und Zubehör ausgeben. In Niederösterreich und Oberösterreich sind es jeweils knapp mehr als 60 Millionen Euro, in Wien knapp unter 50 Millionen Euro und in der Steiermark rund 46 Millionen Euro. Pro Haushalt wird hingegen in Vorarlberg am meisten in Fahrräder investiert. Ein Vorarlberger Haushalt gibt pro Jahr rund 165 Euro für Fahrräder und Zubehör aus, in Österreich sind es im Schnitt 90 Euro. Der VCÖ weist darauf hin, dass Vorarlberg Österreichs Radfahrbundesland ist. „In Vorarlberg gibt es beim Radfahren fast schon dänische Verhältnisse. In Vorarlberg gibt es pro 1.000 Einwohner die meisten Fahrräder, der Radverkehrsanteil ist etwa doppelt so hoch wie im Österreich-Schnitt“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest.

Mit dem Frühlingsbeginn nimmt auch die Zahl der Fahrradkäufe zu. Der VCÖ empfiehlt, sich vor dem Kauf des Fahrrads genau zu überlegen, für welche Zwecke das Fahrrad gebraucht wird, ob man kurze oder längere Distanzen zurücklegt, ob man das ganze Jahr über fährt oder nur in der warmen Jahreszeit. In der Stadt werden Falträder immer beliebter, weil diese auch in öffentlichen Verkehrsmitteln leicht mitzunehmen sind. Ebenso können sie leicht in die Wohnung oder ins Büro mitgenommen werden, wodurch sie vor Diebstahl sicherer sind. Als Service für alle, die sich überlegen ein Fahrrad zu kaufen, hat der VCÖ zehn Tipps zusammengestellt. Diese finden Sie am Ende der Seite.

Zudem erhebt der VCÖ derzeit, wie zufrieden die Radfahrerinnen und Radfahrer mit den Bedingungen zum Radfahren sind. An der Umfrage kann auch im Internet unter www.vcoe.at/radfahren teilgenommen werden

VCÖ: Vorarlberg ist beim Fahrradbesitz Österreichs Spitzenreiter
(Anzahl Fahrräder pro 1.000 Einwohner)

Vorarlberg: 810 Fahrräder pro 1.000 Personen
Salzburg: 795 Fahrräder
Oberösterreich: 790 Fahrräder
Tirol: 760 Fahrräder
Niederösterreich: 755 Fahrräder
Steiermark: 730 Fahrräder
Burgenland: 680 Fahrräder
Kärnten: 640 Fahrräder
Wien: 620 Fahrräder
Österreich: 725 Fahrräder 

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014

 

10 VCÖ-Tipps für den Fahrradkauf:

1: Das richtige Fahrrad für den richtigen Zweck: Unbedingt vor dem Kauf überlegen, wofür das Fahrrad gebraucht wird. Stadt oder Überlandfahrten, kurze oder lange Strecken, wie viel Kilometer legt man im Jahr zurück? Gerade in der Stadt kann ein Faltrad ideal sein, weil es leicht mitgenommen werden kann (etwa auch in öffentlichen Verkehrsmitteln). 

2: Das Rad nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen anpassen: Das Fahrrad ist den eigenen Bedürfnissen anzupassen: Aufrechte oder sportliche Sitzhaltung; Nabenschaltung mit Rücktrittbremse oder Kettenschaltung mit großem Übersetzungsbereich; Möglichkeit, einen Anhänger zu verwenden; rückenschonende Federung etc. Oft ist der serienmäßig eingebaute Sattel nicht der passende oder der Lenker nicht ideal. Gute Fachgeschäfte zeichnen sich besonders durch diese individuelle Beratung aus.

3: Vor dem Kauf eine Probefahrt machen: Bevor ein Fahrrad gekauft wird, unbedingt eine Probefahrt machen. Wie ist die Sitzhaltung, passt die Rahmenhöhe, wie sind die Fahreigenschaften? 

4: Den richtigen Rahmen wählen: Viele Details der Ausstattung lassen sich verändern (Schaltung, Bremsen usw.), die Sitzposition und die Laufraddimension sind aber mit dem gewählten Rahmen fixiert. Die Rahmengeometrie bestimmt letztlich den Einsatzzweck.

5: Hohe Qualität der Bremsen: Nicht jede Bremse ist für jeden Einsatzzweck optimal. So zuverlässig im Stadtverkehr eine Rücktrittbremse ist, so ungeeignet ist sie für sehr lange Bergabfahrten durch die drohende Überhitzung. So wirkungsvoll eine kräftige V-Bremse im Gelände ist, so gefährlich kann sie (ohne Antiblockiereinrichtung) für einen ungeübten Fahranfänger sein. Die Wartungsintensität der verschiedenen Brems-Typen ist unterschiedlich.

6: Auf gute Lichtanlage achten: Die Wahl der Lichtanlage ist davon abhängig, wann und wie oft man Rad fährt. Wer öfters am Abend oder das ganze Jahr über fährt, ist mit einer gute Dynamolichtanlage am besten unterwegs. Zu empfehlen sind dynamobetriebene LED-Rücklichter mit eingebautem Standlicht (das heißt beim Stehen an der Kreuzung leuchtet das Rücklicht auch noch im Stand nach).

7: Diebstahlschutz und Spezialzubehör: Ein gutes Fahrrad-Schloss ist unverzichtbar. Teilediebstahl ist durch geeignete Vorkehrungen vermeidbar, wie Inbus-Schrauben oder Spezialadapter statt Schnellspanner für die Laufrad- und Sattelbefestigung.

8: Das Rad vor dem Kauf überprüfen: Bei der korrekten Radübergabe darf die mündliche und schriftliche (= Bedienungsanleitung) Erklärung aller Radfunktionen und Einstellmöglichkeiten nicht fehlen. Vor dem Kauf auch die Funktionsprüfung aller Radbestandteile sein (Glocke, Licht, Bremse, Ständer, Luftdruck der Reifen etc.). Vor allem beim Kauf von gebrauchten Fahrrädern unbedingt überprüfen, ob das Fahrrad gemäß der Fahrradverordnung ausgerüstet ist. Reflektoren (weiß nach vorne; rot nach hinten; Speichenreflektoren oder reflektierende Reifen; Pedalreflektoren oder ähnliches) und eine Glocke für alle Räder zu allen Tageszeiten vorgeschrieben. Vor dem Kauf auch die Funktionsprüfung aller Radbestandteile sein (Glocke, Licht, Bremse, Ständer, Luftdruck der Reifen etc.).

9: Ein Erst-Service sollte angeboten werden: Jedes gute Fachgeschäft bietet ein Erst-Service nach dem Radkauf an. Speichen, Seilzüge von Bremsen oder Schaltung und Schrauben können sich durch die Beanspruchungen nach den ersten Kilometern lockern und sollten deshalb unbedingt nach einer kurzen Einfahrzeit (spätestens nach 200-300 km) kontrolliert werden.

10: Längerfristige Sicherheit durch regelmäßiges Service: Für die regelmäßige Überprüfung der Sicherheitsstandards ist zumindest ein jährliches Service anzuraten. Aber spätestens nach 3.000 km sollte jedes Rad durch eine Fachwerkstatt überprüft werden. Dieses Service verlängert auch die Lebensdauer der Bestandteile (eine rechtzeitig - nach 2.000 - 3.000 km - getauschte Kette verhindert den vorzeitigen Verschleiß an Zahnkranz und Kettenblättern),

Quelle: VCÖ 2014

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