VCÖ: Österreicher die drittfleißigsten Öffi-Fahrer in Europa

VCÖ (Wien, 18. September 2015) – Die Österreicherinnen und Österreicher sind nach der Schweiz und Tschechien die drittfleißigsten Öffi-Fahrer in Europa, macht der VCÖ aufmerksam. Herr und Frau Österreicher waren im Schnitt im Vorjahr 3.080 Kilometer mit Bahn, Bus und städtischen öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Der VCÖ fordert mehr und häufigere Stadt-Umland- Verbindungen und ein verbessertes Angebot in den Regionen.

Beim Öffi-Fahren liegen die Österreicherinnen und Österreicher im europäischen Spitzenfeld, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der EU-Kommission zeigt. „Wenn der Trend anhält, dann wird Österreich bereits im nächsten Jahr der EU-Spitzenreiter beim Öffi-Fahren sein“, macht VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer aufmerksam. Beim Bahnfahren ist das Österreich bereits gelungen, bei den mit städtischen Öffis gefahrenen Kilometern liegt Österreich dank Wien europaweit an zweiter Stelle, einzig mit dem Bus wird in Österreich weniger gefahren.

Tschechien liegt mit 3.120 Kilometer pro Kopf und Jahr nur mehr knapp vor Österreich (3.080 km pro Person). Im Jahr 2005 belegte Österreich mit 2.660 Kilometer nur den 5. Platz in Europa und lag noch rund 300 Kilometer hinter Tschechien, so die VCÖ-Analyse. Den damaligen EU-Spitzenreiter Ungarn hat Österreich ebenso überholt wie Italien. Der Abstand zu Europas Öffi-Champion Schweiz konnte immerhin halbiert werden. Auf 3.255 Öffi-Kilometer pro Kopf kommt die Schweiz. Im Vergleich zu Deutschland werden in Österreich pro Person um rund 50 Prozent mehr Kilometer mit Bahn, Bus und städtischen öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. EU-Schlusslicht ist Portugal mit nur 1.030 Kilometer pro Person und Jahr.

„Die Österreicherinnen und Österreicher helfen mit den mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahrenen Kilometern Staus zu vermeiden und leisten damit einen großen Beitrag zum Klimaschutz“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Im Vorjahr wurden rund 3,6 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 vermieden, weil Strecken mit Öffis und nicht mit dem Auto gefahren wurden.

Der VCÖ weist darauf hin, dass es auch in Österreichs Städten noch großes Potenzial gibt, mehr Fahrten vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel zu verlagern. Während die Wienerinnen und Wiener 39 Prozent der Alltagswege mit Öffis fahren, sind es in Linz 24 Prozent, in Graz 20 Prozent, in St. Pölten 17 Prozent und in der Stadt Salzburg nur 15 Prozent.

Der VCÖ fordert den verstärkten Ausbau des Öffentlichen Verkehrs in den Ballungsräumen. Auch die Stadt-Umland-Verbindungen sind durch mehr S-Bahnverbindungen sowie durch den verstärkten Einsatz von Stadt-Regio-Trams zu verbessern. „Im Rahmen eines Konjunkturpakets sollten zusätzliche Verbindungen in den Ballungsräumen geschaffen werden. Damit werden Arbeitsplätze geschaffen, es wird sicher gestellt, dass Pendlerinnen und Pendler staufrei zur Arbeit kommen können und es wird nachhaltig ein Beitrag zum Klimaschutz und der Verbesserung der Luftqualität in den Städten geleistet“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Handlungsbedarf gibt es zudem beim Angebot in den Regionen. Als erster Schritt sind Österreichs Bezirkshauptstädte und regionale Zentren optimal an das Öffentliche Verkehrsnetz anzubinden.

 

VCÖ: Österreicher die drittfleißigsten Öffi-Fahrer in Europa
(Pro Kopf mit Bahn, Bus und städtischen Öffis gefahrene Kilometer)

1. Schweiz: 3.255 km
2. Tschechien: 3.120 km
3. Österreich: 3.080 km
4. Belgien: 2.975 km
5. Ungarn: 2.765 km
6. Italien: 2.650 km
7. Luxemburg: 2.610 km
8. Dänemark: 2.430 km
9. Schweden: 2.420 km
10. Frankreich: 2.360 km
11. Finnland: 2.230 km
12. Griechenland: 2.165 km
13. Irland: 2.135 km
14. Deutschland: 2.065 km
15. Estland: 2.045 km
16. Slowenien: 1.945 km
17. Niederlande: 1.840 km
18. Großbritannien: 1.810 km
19. Bulgarien: 1.800 km
20. Spanien: 1.740 km
21. Polen: 1.540 km
22. Lettland: 1.530 km
23. Zypern: 1.500 km
24. Slowakei: 1.495 km
25. Rumänien: 1.255 km
26. Malta: 1.190 km
27. Kroatien: 1.150 km
28. Litauen: 1.045 km
29. Portugal: 1.030 km
EU-28 Schnitt: 2.070 km

Quelle: EU-Kommission,  VCÖ 2015

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