VCÖ: Österreich wird 6. Land in EU mit Rauchverbot im Auto, wenn Kinder und Jugendliche mitfahren

VCÖ: Erhöhtes Unfallrisiko durch Rauchen im Auto

VCÖ (Wien, 12. Dezember 2017) – Beim Rauchverbot in der Gastronomie bleibt Österreich ein Schlusslicht in Europa, aber es kommt ein Rauchverbot im Auto, wenn unter 18-Jährige mitfahren. Damit wird Österreich das sechste Land in der EU mit dieser Regelung, macht der VCÖ aufmerksam. Durch Rauchen am Steuer erhöht sich aber auch das Unfallrisiko. In Norwegen gilt im Ortsgebiet ein generelles Rauchverbot beim Autofahren, damit die Aufmerksamkeit dort, wo Kinder unterwegs sind, nicht negativ beeinträchtigt wird. Der VCÖ betont, dass aus Sicht der Gesundheit und der Verkehrssicherheit die Devise „Don’t smoke & drive“ gelten sollte.

Rauchverbot im Auto, wenn Kinder mitfahren. Diese Regelung gilt bereits heute in Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien und Zypern, berichtet der VCÖ. In diesen Ländern gilt auch ein allgemeines Rauchverbot in der Gastronomie. Während Österreich beim Rauchverbot in der Gastronomie Schlusslicht in der EU bleibt, wird es das sechste EU-Land mit Rauchverbot im Auto sein, wenn Kinder mitfahren. In Österreich wird die Altersgrenze unter 18 Jahre betragen. In Italien gilt das Rauchverbot auch, wenn Schwangere mitfahren. Das sollte auch in Österreich der Fall sein, betont der VCÖ.

Wird im Auto geraucht, dann atmen die Insassen einen giftigen Schadstoff-Cocktail ein. Die Schadstoffbelastung durch das Rauchen ist im Auto höher als in Wohnräumen. Wer meint, das Öffnen des Fensters würde das Problem lösen, irrt. Eine Studie der schottischen Universität Aberdeen ergab, dass durch das Rauchen selbst bei geöffneten Fenstern die durchschnittlichen Feinstaubwerte auf der Rückbank den Smog-Werten von Großstädten entsprachen. „Zusätzlich zum Zigarettenrauch kommen beim Autofahren insbesondere in Städten noch große Mengen an Schadstoffen durch die Abgase der Fahrzeuge dazu. Damit sind Kinder auch ohne Zigarettenrauch häufig einer gesundheitsschädlichen Schadstoffbelastung im Auto ausgesetzt“, macht VCÖ-Experte Markus Gansterer aufmerksam.

Der VCÖ weist darauf hin, dass Rauchen während des Autolenkens aber auch das Unfallrisiko erhöht. „Die Ablenkung beim Herausnehmen der Zigarette aus der Packung, beim Anzünden und Rauchen der Zigarette kann dazu führen, dass Gefahren zu spät gesehen werden“, erklärt VCÖ-Experte Gansterer. Bei 50 km/h legen Autos 14 Meter pro Sekunde zurück. Wer infolge einer herabgefallenen Asche eine Sekunde nicht auf die Fahrbahn blickt, ist dann 14 Meter im Blindflug unterwegs. In Norwegen gibt es daher im Ortsgebiet ein Rauchverbot beim Autofahren, damit die Aufmerksamkeit dort, wo Kinder unterwegs sein können, nicht negativ beeinträchtigt wird.

„Aus Sicht der Gesundheit und der Verkehrssicherheit gibt es bezüglich Rauchen und Autofahren nur ein richtiges Verhalten und das heißt „Don’t smoke and drive““, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Übrigens: Kommt es in Österreich zu einem Unfall infolge von Ablenkung etwa durch eine heruntergefallene Asche, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Versicherungen den Schaden nicht übernehmen.

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