VCÖ: Österreich heuer bereits EU-Spitzenreiter bei Neuzulassungen von E-Pkw

Bezirk Waidhofen/Thaya hat höchsten E-Pkw-Anteil Österreichs

VCÖ (Wien, 11. November 2016) – Österreich hat es heuer an die EU-Spitze bei den neuzugelassenen Batterie-Elektrischen Pkw geschafft, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Bei den Bundesländern hat in Österreich Vorarlberg mit 2,4 Prozent den höchsten Anteil an neuen E-Pkw, bei den Bezirken hat Waidhofen/Thaya mit 5,4 Prozent die Nase vorne. Damit E-Pkw den Durchbruch schaffen, braucht es auf EU-Ebene niedrigere CO2-Grenzwerte für Neuwagen. In Österreich ist die Ladeinfrastruktur zu verbessern und auf regionaler Ebene E-Carsharing zu forcieren, betont der VCÖ.

„Österreich ist bei den Batterie-Elektrischen Autos der Spitzenreiter in der EU“, fasst VCÖ-Experte Markus Gansterer eine aktuelle VCÖ-Analyse zusammen. Mit 1,2 Prozent hat Österreich in den ersten neun Monaten den höchsten Anteil von reinen E-Pkw an den Neuzulassungen. Der Anteil in Österreich ist drei Mal so hoch wie im EU-Schnitt und sogar vier Mal so hoch wie in Deutschland. Hinter Österreich erreichen Frankreich und die Niederlande mit jeweils 1,0 Prozent Silber. Knapp mehr als 45.000 Batterie-Elektrische Pkw wurden in der EU in den ersten neun Monaten neu zugelassen, davon fast 3.000 allein in Österreich.

Innerhalb Österreichs ist bei den Bundesländern Vorarlberg mit 2,4 Prozent Marktanteil der Spitzenreiter, gefolgt von Salzburg und der Steiermark. Ein überraschendes Ergebnis liefert die VCÖ-Analyse für die Bezirke: Der Waldviertler Bezirk Waidhofen/Thaya hat mit 5,4 Prozent den mit Abstand höchsten Anteil von E-Pkw bei den Neuzulassungen. „Allein im Bezirk Waidhofen/Thaya wurden heuer mehr E-Autos neu zugelassen als in ganz Polen“, verdeutlicht VCÖ-Experte Gansterer. An zweiter Stelle liegt Wien Innere Stadt mit 3,9 Prozent vor dem Bezirk Bregenz mit 3,1 Prozent. In bereits 15 Bezirken haben die Batterie-Elektrischen Pkw einen Anteil von zwei Prozent oder mehr an den Pkw-Neuzulassungen.

Das Klimaabkommen in Paris sieht den Ausstieg aus fossiler Energie bis zum Jahr 2050 vor. In 33 Jahren muss das Verkehrssystem unabhängig vom Erdöl funktionieren, verdeutlicht der VCÖ. Damit die E-Pkw in der EU in Fahrt kommen, braucht es auf EU-Ebene rasch niedrigere CO2-Grenzwerte für Neuwagen. „Die Politik muss Vorgaben setzen, damit die Hersteller deutlich mehr E-Pkw Modelle auf den Markt bringen. Je früher, umso besser für die Umwelt und die Wirtschaft. Hier geht es um einen weltweiten Markt. Vorreiter zu sein heißt, viele Arbeitsplätze für die Zukunft zu sichern“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Zudem ist sicherzustellen, dass der Strom für die E-Fahrzeuge aus erneuerbarer Energie kommt.

Innerhalb Österreichs gilt es, die Ladeinfrastruktur zu verbessern und deren Ausbau zu fördern. Ein großes Potenzial gibt es bei E-Carsharing – auch auf kommunaler Ebene. So bieten in Niederösterreich bereits rund 40 Gemeinden E-Carsharing an. Die Gemeinde schafft dabei das Fahrzeug an, die Bevölkerung kann dieses gegen eine geringe Gebühr ausleihen. „Auch Wohnhausanlagen sind für E-Carsharing ausgezeichnet geeignet. Haushalte können sich damit in der Stadt das eigene Auto und so einiges Geld sparen, in der Region das Zweitauto“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Insgesamt hat Österreich gute Voraussetzungen innerhalb der EU das Kompetenzzentrum für klimafreundliche Mobilität zu werden. Österreich hat zahlreiche innovative Technologie-Unternehmen, eine international anerkannte Autozulieferindustrie und auch eine starke Bahnindustrie. „Das Klimaabkommen von Paris bedeutet, dass weltweit klimafreundliche Mobilitätsangebote nachgefragt werden. Für das Exportland Österreich eine enorme Chance, viele neue Arbeitsplätze zu schaffen“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Auch bei den mit der Bahn gefahrenen Kilometern ist Österreich in der EU mittlerweile der Spitzenreiter mit durchschnittlich 1.427 Kilometern pro Person.

Österreich: 1,2 Prozent (2.919)

Frankreich: 1,0 Prozent (16.032)

Niederlande: 1,0 Prozent (2.804)

Schweden: 0,8 Prozent (2.044)

Großbritannien: 0,4 Prozent (8.037)

Belgien: 0,4 Prozent (1.532)

Dänemark: 0,4 Prozent (646)

Deutschland: 0,3 Prozent (7.515)

Portugal: 0,3 Prozent (482)

Irland: 0,3 Prozent (372)

Luxemburg: 0,3 Prozent (102)

Litauen: 0,3 Prozent (54)

Estland: 0,3 Prozent (49)

Finnland: 0,2 Prozent (163)

Slowenien: 0,2 Prozent (91)

Lettland: 0,2 Prozent (27)

Spanien: 0,1 Prozent (1.185)

Italien: 0,1 Prozent (914)

Tschechien: 0,1 Prozent (136)

Kroatien: 0,1 Prozent (41)

Ungarn: 0,1 Prozent (47)

Malta: 0,1 Prozent (10) 

Griechenland: 0,0 Prozent (27)

Polen: 0,0 Prozent (23)

Slowakei: 0,0 Prozent (19)

Rumänien: 0,0 Prozent (17)

Zypern: 0,0 Prozent (5)

Bulgarien: 0,0 Prozent (4)

Quelle: EAFO, VCÖ 2016

 

VCÖ: In Österreich hat Vorarlberg im heurigen Jahr den höchsten Anteil an reinen E-Autos (Anteil Neuzulassungen Batterie elektrischer Pkw 1.1. bis 30.9. 2016)

Vorarlberg: 2,4 Prozent (281 Batterie elektrische Pkw)

Salzburg: 1,6 Prozent (324)

Steiermark: 1,3 Prozent (413)

Niederösterreich: 1,2 Prozent (588)

Oberösterreich: 1,2 Prozent (511)

Tirol: 1,1 Prozent (260)

Kärnten: 0,9 Prozent (122)

Burgenland: 0,8 Prozent (58)

Wien: 0,7 Prozent (362)

Österreich: 1,2 Prozent (2.919)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2016

 

VCÖ: Bezirk Waidhofen/Thaya hat höchsten E-Pkw-Anteil Anteil Neuzulassungen Batterie elektrischer Pkw 1.1. bis 30.9. 2016)

Bezirk Waidhofen/Thaya: 5,4 Prozent (33 E-Pkw)

Wien Innere Stadt: 3,9 Prozent (86)

Bezirk Bregenz: 3,1 Prozent (99)

Bezirk Kitzbühel: 2,8 Prozent (64)

Bezirk Bludenz: 2,7 Prozent (60)

Bezirk St. Johann im Pongau: 2,6 Prozent (49) Bezirk Horn: 2,6 Prozent (28) Bezirk Hermagor: 2,6 Prozent (8)

Bezirk Mistelbach: 2,4 Prozent (42)

Bezirk Südoststeiermark: 2,3 Prozent (38)

Bezirk Kirchdorf/Krems: 2,2 Prozent (25)

Wien Alsergrund: 2,1 Prozent (9)

Bezirk Zell am See: 2,1 Prozent (46)

Bezirk Rohrbach: 2,1 Prozent (23)

Bezirk Feldkirch: 2,0 Prozent (68)

Quelle: Datafact, VCÖ 2016

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