VCÖ: Ökologisierung der NoVA weiter vorantreiben

VCÖ (Wien, 23. Jänner 2014) - Der VCÖ fordert eine weitergehende Ökologisierung der Normverbrauchsabgabe (NoVA). Die NoVA betrifft in erster Linie Unternehmen: Nur vier von zehn Neuwagen werden von privaten Haushalten gekauft. Jedes dritte von einem privaten Haushalt neu gekaufte Auto war ein Kleinwagen. Der VCÖ weist darauf hin, dass im Vorjahr bereits 37,8 Prozent der Neuwagen weniger als 120 Gramm CO2 pro Kilometer verursachen. Je nach Kaufpreis können in Zukunft sogar Modelle bis 130 Gramm CO2 pro Kilometer weniger NoVA bezahlen als bisher.

Im Vorjahr wurden in Österreich nur 127.074 neue Pkw von privaten Haushalten gekauft, das waren 39,8 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen. Die NoVA -Reform betrifft also vor allem Firmen und Betriebe. "Es werden nicht viele private Autofahrerinnen und Autofahrer eine höhere NoVA als bisher bezahlen. Denn gerade bei privaten Autokäufern sind Kleinwagen beliebt. Im Vorjahr war jedes dritte neue Auto, das von privaten Haushalten gekauft wurden ein Kleinwagen. Für spritsparende Kleinwagen wird die NoVA in Zukunft sogar niedriger", informiert VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer.

Der VCÖ weist darauf hin, dass bei einem Ausstoß bis 90 Gramm CO2 pro Kilometer keine NoVA zu bezahlen ist. Da zusätzlich bei anderen Fahrzeugen 300 Euro automatisch abgezogen werden, ist es sogar möglich, dass in Zukunft Neuwagen, die bis zu 130 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren, weniger NoVA zahlen als bisher. Im Jahr 2013 weisen fast vier von zehn Neuwagen laut Herstellerangaben weniger als 120 Gramm CO2 pro Kilometer auf. Damit hat sich der Anteil der spritsparenden Neuwagen seit dem Jahr 2010 fast verdoppelt. "Als das Bonus-Malus System bei der NoVA eingeführt wurde, meinten Kritiker, das hätte keine Wirkung. Das Gegenteil war der Fall. Seit es dieses Modell gibt, sind die CO2-Emissionen der Neuwagen deutlich gesunken", so VCÖ-Experte Gansterer.

Kritik übt der VCÖ am Plan, dass die bestehende Differenzierung zwischen Diesel- und Benzin-Pkw abgeschafft wird. "So lange die steuerliche Begünstigung von Dieseltreibstoff beibehalten wird, ist auch die Differenzierung bei der NoVA beizubehalten", betont VCÖ-Experte Gansterer. Der VCÖ weist darauf hin, dass Dieselabgase mehr gesundheitsschädliche Stickoxide enthalten als Benzin. Dennoch ist die Mineralölsteuer auf Diesel um 8,5 Cent pro Liter niedriger als auf Benzin.

Auch bei der motorbezogenen Versicherungssteuer sollten die Kritiker die Kirche im Dorf lassen. Die motorbezogene Versicherungssteuer wurde zuletzt im Jahr 2000 unter der schwarzblauen Regierung erhöht. Die damalige Erhöhung betrug 41 Prozent. Jetzt, vierzehn Jahre später,  wird die motorbezogene Versicherungssteuer um rund 13 Prozent erhöht. "Das ist weniger als die Inflation seither ausgemacht hat. Die Inflation betrug seit dem Jahr 2000 rund 30 Prozent", informiert VCÖ-Experte Gansterer. Insgesamt gibt es in Österreich 4,6 Millionen Pkw, davon sind mehr als 600.000 im Einsatz für Betriebe und öffentliche Stellen.

VCÖ-Stellungnahme NoVA-Reform 2014

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