VCÖ: Norwegen ist Vorbild beim Ausstieg aus Benzin und Diesel

VCÖ (Wien, 16. August 2016) - Laut Regierungsbeschluss sollen in Norwegen ab dem Jahr 2025 keine neuen Diesel- und Benzin-Pkw mehr verkauft werden. Der VCÖ weist darauf hin, dass die Klimaziele von Paris bedeuten, dass spätestens ab dem Jahr 2050 weltweit der Verkehrssektor ohne Erdöl funktionieren muss. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es für Neufahrzeuge auch in der EU die Festlegung eines Zeitraums, ab dem kein Neuwagen mehr mit Diesel- oder Benzin-Motor auf den Markt kommen.

"Kein anderer Sektor ist derzeit so stark vom Erdöl abhängig wie der Kfz-Verkehr. Das Verbrennen von Erdöl in den Motoren heizt nicht nur den Klimawandel an, sondern macht zudem unsere Wirtschaft abhängig von Erdöl-Importen aus Krisenregionen", stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Beim Klimavertrag von Paris wurde der weltweite Ausstieg aus dem Erdöl bis zum Jahr 2050 beschlossen. Der Verkehrsbereich muss also in 34 Jahren ohne Erdöl funktionieren.

"Der Ausstieg aus dem Erdöl kann nur bei den Neuwagen beginnen. Der Zeitraum 2025 ist ambitioniert, aber erreichbar. Die EU sollte nun nachziehen und ebenfalls einen Zeitraum festlegen, ab dem keine neuen Diesel- und Benzin-Pkw mehr verkauft werden. Realistisch für die EU ist ein Zeitraum zwischen 2025 und 2030. Diese langfristige Zielsetzung gibt den Fahrzeug-Herstellern auch die nötige Planungssicherheit", so VCÖ-Expertin Rasmussen. Der Vorteil für die Kundinnen und Kunden: Bringen die Hersteller mehr E-Autos auf den Markt, sinkt infolge des verstärkten Wettbewerbs der Preis.

Der VCÖ weist darauf hin, dass für das Erreichen der Klimaziele der Austausch der Antriebstechnologie nicht ausreicht. Insgesamt ist das klimafreundliche Mobilitätsangebot deutlich auszubauen und zu verbessern, neben einem dichteren öffentlichen Verkehrsnetz mit häufigeren Verbindungen ist die Rad-Infrastruktur stark auszubauen und eine verkehrssparende Siedlungsentwicklung umzusetzen.

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