VCÖ: Neue Studie zeigt schlechte Klimabilanz von Plug-In-Hybrid Pkw

VCÖ: Realer CO2-Ausstoß doppelt so hoch wie Herstellerangaben, bei Dienstwagen sogar drei bis viermal so hoch

VCÖ (Wien, 28. September 2020) – Der Kauf von Plug-In-Hybrid Pkw wird in Österreich mit 2.500 Euro gefördert, zudem sind sie bei Normverbrauchsabgabe und motorbezogenen Versicherungssteuer steuerlich begünstigt. Die Ergebnisse einer heute veröffentlichten Studie des Frauenhofer-Instituts zeigen: Die tatsächliche Klimabilanz von Plug-In-Hybrid Pkw ist schlecht, der reale CO2-Ausstoß doppelt so hoch wie die beim Testzyklus ermittelten Werte, bei Dienstwagen ist der reale CO2-Ausstoß sogar drei- bis viermal so hoch. Der VCÖ fordert für Österreich eine rasche Änderung der Begünstigungen für Plug-In-Hybrid Pkw.

Die Zahl der neuzugelassenen Plug-In-Hybrid Pkw steigt in Österreich stark. Im 1. Halbjahr hat sich die Zahl der neuzugelassenen Plug-In-Hybrid Pkw, die zusätzlich zum Verbrennungsmotor auch einen Elektro-Motor haben, auf 2.575 fast verdreifacht, macht der VCÖ aufmerksam. Für Plug-In-Hybride gibt es aus Klimaschutzgründen eine Kaufprämie, die seit Juli für jene mit Benzinmotor und einer vollelektrischen Reichweite von mindestens 50 Kilometern 2.500 Euro beträgt.

„Diese pauschale Kaufförderung besteht aus Umweltsicht zu Unrecht, wie auch eine heute veröffentlichte internationale Studie des Frauenhofer Instituts und von ICCT, dem Aufdecker des Dieselskandals, zeigt", weist VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Für die Studie wurden die Daten von weltweit über 100.000 Plug-In-Hybrid Pkw ausgewertet. Das Ergebnis der Studie: Der reale CO2-Ausstoß war mehr als doppelt so hoch wie die Werte des offiziellen Testzyklus ergeben.

Diese Ergebnisse bestätigen eine ältere Studie des Umweltbundesamts, die für die Jahre 2016 und 2015 für die in Österreich neuzugelassenen Plug-In-Hybrid-Pkw eine durchschnittliche Abweichung des realen CO2-Ausstoßes um das zweieinhalb Fache feststellte (168 Prozent für das Jahr 2016 und 157 Prozent für das Jahr 2015).

Noch schlechter ist laut Studie des Frauenhofer-Instituts die Klimabilanz jener Plug-In-Hybrid-Pkw, die als Dienstwagen im Einsatz sind: Die realen CO2-Emissionen sind im Schnitt sogar um das 3 bis 4-Fache höher als im Testzyklus ermittelt wurden. Der Grund: Die Dienstwagen legen im Schnitt nur 20 Prozent der gefahrenen Kilometer rein elektrisch zurück.

Die Studie hat auch gezeigt, dass jene Plug-In-Hybrid-Pkw, die eine höhere elektrische Reichweite und deren Verbrennungsmotor weniger PS haben, besser abschneiden. Der VCÖ fordert, dass die Studienerkenntnisse in Österreich zu einer Änderung sowohl bei der Kaufprämie als auch bei den Begünstigungen bei der Normverbrauchsabgabe und Motorbezogenen Versicherungssteuer führen. So soll die Kaufprämie nur für Plug-In-Hybride gewährt werden, die eine hohe elektrische Reichweite und eine geringe verbrennungsmotorische Leistung haben.

Link zur Studie: https://theicct.org/sites/default/files/publications/PHEV-white%20paper-sept2020-0.pdf

VCÖ: Anzahl der neuzugelassenen Plug-In-Hybride hat sich im 1. Halbjahr verdreifacht (Neu zugelassene Plug-In-Hybrid im 1. Halbjahr 2020, in Klammer 1. Halbjahr 2019)

Wien: 727 (260)

Niederösterreich: 416 (152)

Oberösterreich: 361 (113)

Steiermark: 320 (90)

Salzburg: 251  (97)

Tirol: 207 (82)

Vorarlberg: 115 (38)

Kärnten: 109 (35)

Burgenland: 69 (31)

Österreich: 2.575 (898)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2020

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