VCÖ-Mobilitätspreis Österreich für Wiener Mobilitätsservice MO.Point

VCÖ (Wien, 19. September 2016) – Eine große Auswahl umweltfreundlicher Fahrzeuge, von E-Fahrrädern, Lastenrad bis hin zu E-Carsharing direkt vor der Haustür: Das bietet der „Mobility Point“ für eine Wohnhausanlage in Wien – und gewinnt damit den 25. VCÖ-Mobilitätspreis Österreich. Zwölf weitere Projekte werden in Wien prämiert, wie die Straßenbahnverlängerung von Linz nach Traun, das Forschungsprojekt GreenCityHubs der TU-Wien und die App IVB-Scout.

Beim Klimavertrag von Paris hat die Staatengemeinschaft den globalen Ausstieg aus fossiler Energie beschlossen. Bis zum Jahr 2050 muss der Verkehr zur Gänze von Erdöl unabhängig werden. „Mit Business as usual ist dieses Ziel nicht erreichbar. Es braucht umfassende Maßnahmen und viele Vorreiter. Pioniere für eine klimafreundliche Mobilitätswende holt der VCÖ-Mobilitätspreis vor den Vorhang“, stellt VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak fest. 347 Projekte wurden beim 25. VCÖ-Mobilitätspreis, der in Kooperation mit dem bmvit, dem bmlfuw und den ÖBB durchgeführt wird, eingereicht, so viele wie noch nie. 13 Projekte werden heute Abend in Wien bei Österreichs größtem Wettbewerb für nachhaltige Mobilität ausgezeichnet.

Gesamtsieger des VCÖ-Mobilitätspreis Österreich ist der Mobility Point der MO.Point Mobilitätsservices GmbH. Das Wiener Unternehmen bietet für Wohnanlagen und Gewerbestandorte ein klimafreundliches Mobilitätsangebot zum gemeinsamen Nutzen an, wie E-Fahrräder, Lastenfahrrad und E-Carsharing. Umgesetzt wurde ein MO.Point bereits bei einer Wohnhausanlage des Österreichischen Siedlungswerkes mit 115 Wohnungen.

„Es freut mich, wenn sich die Resultate unserer Forschungsförderung ganz konkret im Alltag zeigen“, sagt Verkehrsminister Jörg Leichtfried. „Der ‚Mobility Point‘ ermöglicht den Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses günstige, individuelle und umweltfreundliche Mobilität." Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie hat den Mobility Point im Rahmen seines Programms „Mobilität der Zukunft“ unterstützt.  „Eine klimafreundliche Mobilitätswende braucht starke Vorbilder. Darum ist es so wichtig, diese großartigen Projekte vor den Vorhang zu holen. Mein Ministerium unterstützt den VCÖ-Mobilitätspreis seit der ersten Stunde und ich gratuliere herzlich zum 25. Jährigen Jubiläum! Mit klimaaktiv mobil fördern auch wir tausende Mobilitätsprojekte in ganz Österreich und sparen jedes Jahr mehr als eine halbe Million Tonnen an CO2 ein“, so Umweltminister Andrä Rupprechter.

Wie Güter in der Stadt emissionsfrei zugestellt werden können, zeigt das Forschungsprojekt „GreenCityHubs“ des Instituts für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der TU-Wien. Die „GreenCityHubs“ gewinnen in der von Siemens unterstützten Kategorie „Forschung und Entwicklung“ den VCÖ-Mobilitätspreis.

Mobilität ist unverzichtbar, um am gesellschaftlichen Leben aktiv teilnehmen zu können. Der Verkehrsverbund Vorarlberg hat die „maximo fair“ Monatskarte um 16 Euro für alle Personen mit sehr geringem oder keinen Einkommen eingeführt. Dieses Projekt gewinnt die vom Sozialministerium unterstützte Kategorie „Barrierefreie und sozial gerechte Mobilität“ beim 25. VCÖ-Mobilitätspreis Österreich. Sozialminister Alois Stöger betont: "Mobilität ist ein soziales Grundrecht. Sie soll allen Menschen möglichst günstig und komfortabel zur Verfügung stehen. Daher freue ich mich als Sozialminister sehr über Initiativen, die dazu führen, dass auch die Mobilität von Menschen mit geringem Einkommen und körperlichen Einschränkungen ausgebaut wird. Ein solches Projekt mit Vorbildwirkung ist die maximo fair Monatskarte des Verkehrsverbunds Vorarlberg, dem ich zur heutigen Auszeichnung herzlich gratulieren möchte.“

Weitere ausgezeichnete Projekte: Die Straßenbahnverlängerung von Linz nach Traun, die App „IVB-Scout“ der Innsbrucker Verkehrsbetriebe, die Echtzeit-Abfahrten von Bus, Tram und Nightliner liefert, die Modernisierung und barrierefreie Gestaltung der Bahnhöfe der Raaberbahn im Burgenland, die von der Mobilitätsagentur Wien umgesetzte Kampagne für das zu Fuß gehen inklusiver einer eigenen App, das Klimabündnis NÖ für seine Radfahr-Kampagne für Schülerinnen und Schüler der 5. bis 8. Schulstufe, die Marktgemeinde Langenzersdorf für die Umstellung des Gemeinde-Fuhrparks auf E-Fahrzeuge, das Wiener Unternehmen „Parkhaus Elbl“, das die E-Fahrzeuge seines Fuhrparks außerhalb der Arbeitszeiten für Carsharing anbietet sowie der Elternverein des Gymnasiums Geblergasse in Wien-Hernals.

Die Geschäftsführerin der ÖBB-Postbus GmbH, Silvia Kaupa-Götzl, gratuliert allen Gewinnerinnen und Gewinnern und betont: „Die ÖBB Postbus-GmbH unterstützt den VCÖ-Mobilitätspreis immer gerne, weil umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität nicht nur für die Bahn sondern auch für den Bus von großer Bedeutung ist. Rund 300.000 Tonnen CO2 sparen Postbus-Fahrgäste pro Jahr in Österreich, weil sie anstelle eines Autos den Bus wählen.“

Auch zwei internationale Projekte werden beim VCÖ-Mobilitätspreis ausgezeichnet: Die grenzüberschreitende Verlängerung der Basler Tramlinie 3 zum in Frankreich liegenden Bahnhof St. Louis sowie der Nordhessische Verkehrsverbund für die Errichtung eines Stadtbahnhofs in der 20.000 Einwohner Stadt Eschwege. Eine aufgelassene Strecke wurde dafür wieder reaktiviert.

Der VCÖ-Mobilitätspreis wurde heuer zum 25. Mal durchgeführt. Insgesamt wurden seit Beginn 4.282 Projekte eingereicht, davon 347 heuer, so viele wie noch nie. „Der seit fast einem Vierteljahrhundert jährlich verliehene VCÖ-Mobilitätspreis ist ein hervorragendes Instrument, um Innovationen im Bereich umweltfreundlicher Mobilität insgesamt und vor allem auch auf lokaler Ebene anzuregen und zu unterstützen“, betont Arnulf Wolfram von Siemens Österreich.

Informationen zu den Projekten gibt es im hier

25. VCÖ-Mobilitätspreis Österreich  – Die Preisträger

GESAMTSIEGER:

MO.Point Mobilitätsservices: MO.Point Perfektastraße Wien

Kategorie Barrierefreie und sozial gerechte Mobilität:
Verkehrsverbund Vorarlberg: FairCard & Maximo Fair

Kategorie Forschung und technische Entwicklung:
TU Wien – Institut für Fahrzeugantrieb und Automobiltechnik: GreenCityHubs

Kategorie Öffentlicher Verkehr in Stadt und Land:
Schiene OÖ GmbH: Straßenbahnverlängerung nach Traun
Kanton Basel Stadt: Tram 3 Basel – Bahnhof Saint Louis

Kategorie Öffentlicher Verkehr in Städten:
Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn: IVB-Scout

Kategorie Öffentlicher Verkehr in der Region:
Raaberbahn AG: Modernisierung der Bahnhöfe der Raaberbahn

Kategorie Gehen, Radfahren, Straßenraumgestaltung in Gemeinden:
Klimabündnis NÖ: Klimafit zum Radlhit
Nordhessischer Verkehrsverbund: Neubau Stadtbahnhof Eschwege

Kategorie Gehen, Radfahren, Straßenraumgestaltung in Städten:
Mobilitätsagentur Wien:  Kampagne zum Fußverkehr mit Wien zu Fuß App und Fußwegekarte 

Kategorie Gütertransport, Logistik und Wirtschaftsverkehr:
Marktgemeinde Langenzersdorf: E-Mobilität am Bauhof und in der Gemeindeverwaltung

Kategorie Ideen, Konzepte und Initiativen:
Elternverein Wien 17 Geblergasse: Umbruch – Aufbruch – Neue Wege

Kategorie E-Mobilität im Individualverkehr:
Parkhaus Elbl: Der Aktivfuhrpark

Quelle: VCÖ 2016

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