VCÖ-Mobilitätspreis Österreich für Marktgemeinde Wolfurt

VCÖ (Wien, 17. September 2015) – Die Marktgemeinde Wolfurt ist der Gesamtsieger beim diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreis Österreich. 326 Projekte wurden bei Österreichs größtem Wettbewerb für umweltfreundliche Mobilität eingereicht, zwölf Projekte wurden gestern Abend ausgezeichnet. Preisträger sind unter anderem auch die Salzburger Wohnbaugesellschaft, der Verkehrsverbund Tirol, die Region Kopenhagen und das steirische Projekt „Mit dem E-Bike zur S-Bahn“.

„Wolfurt hat ein zukunftsweisendes Verkehrskonzept umgesetzt“, gratuliert VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak dem Gesamtgewinner des diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreis 2015. Das im Jahr 2013 erarbeitete Verkehrskonzept fördert umweltfreundliche Mobilität und berücksichtigt besonders die Bedürfnisse von Kindern und älteren Menschen. Es gilt nun Tempo 30 auf allen Nebenstraßen, es wurden vier Fahrradstraßen umgesetzt. Vier Begegnungszonen sind geplant, eine ist bereits umgesetzt. Die Mobilität ist sicherer und leiser geworden.

„Der VCÖ-Mobilitätspreis ist Österreichs größter Wettbewerb für nachhaltige Mobilität. Alleine im heurigen Jahr wurden über 300 Projekte eingereicht. Diese Initiativen sind beeindruckende Beispiele für eine lebendige und nachhaltige Mobilitätswende, die wir  vorantreiben müssen. Der Verkehr ist im Bereich Klimaschutz immer noch Schlusslicht, daher sind diese Vorzeigeprojekte so wichtig,“ so Bundesminister Rupprechter anlässlich der Preisverleihung. Der VCÖ-Mobilitätspreis wird vom VCÖ in Kooperation mit dem Verkehrsministerium, dem Umweltministerium und den ÖBB durchgeführt und stand heuer unter dem Motto „Mobilität im Wandel“.

Verkehrsminister  Alois Stöger: „Mir ist wichtig, dass wir sinnvolle Verknüpfungen zwischen den unterschiedlichen Verkehrsträgern schaffen. Der VCÖ-Mobilitätspreis holt gezielt Projekte vor den Vorhang, bei denen die Intermodalität eine entscheidende Rolle spielt. Ich bin froh, dass sich so viele Kommunen und Regionen daran beteiligen. Sie sind die Vordenkerinnen und Vordenker für die vernetzte Mobilität des 21. Jahrhunderts.“

Ein Mobilitätstrend mit Zukunft ist die Multimodalität. Das Mobilitätsverhalten wird vielfältiger, die Menschen kombinieren je nach Zweck verschiedene Verkehrsmittel. Genau hier setzt das Projekt „Mit dem E-Bike zur S-Bahn“ der Energie Steiermark Mobilitäts GmbH und der Graz Köflacher Bahn an. Mit der Öffi-Jahreskarte können Pendlerinnen und Pendler um nur 185 Euro im Jahr ein Elektro-Fahrrad für die Fahrt zum Bahnhof bzw. vom Bahnhof nach Hause dazu mieten. Das Projekt gewinnt die von Siemens unterstützte Kategorie „Multimodale Mobilität“ beim VCÖ-Mobilitätspreis.

Der Wohnbau und die Siedlungsentwicklungen haben wesentlichen Einfluss auf das Mobilitätsverhalten. Die Salzburger Wohnbaugesellschaft gswb hat bei einem Wohnprojekt in der Stadt Salzburg ein umfassendes Mobilitätskonzept umgesetzt. Es weniger Auto-Parkplätze, stattdessen erhalten die Haushalte drei Jahre lang eine Öffi-Jahreskarte, eine Gratis-Mitgliedschaft bei EMIL-Carsharing und es gibt einen großen Fahrradraum mit Steckdosen für E-Fahrräder und einer Servicestation. Die gswb ist Gewinner der Kategorie „Wohnumfeld“ beim VCÖ-Mobilitätspreis.

Die Kategorie „Gesellschaftlicher Wandel“ geht an den Verkehrsverbund Tirol für die „Öffi School“ für alle Tiroler Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Schulstufe und an die Radlobby IG Fahrrad für Radfahrkurse für Migrantinnen. Sozialminister Rudolf Hundstorfer gratuliert: „Wenn es um Nachhaltigkeit und Solidarität im Bereich der Mobilität geht, ist der VCÖ-Mobilitätspreis ein Klassiker unter allen Wettbewerben in Österreich. Bei der Kategorie ‚Gesellschaftlicher Wandel und Mobilität‘ sehe ich eine enge inhaltliche Verbindung zu meinem Ressort, dem Sozialministerium, und daher freut es mich besonders, heute zwei hochkarätige Siegerprojekte in dieser Kategorie auszeichnen zu dürfen.“

Gewinner der Kategorie „Internationale Projekte“ ist die Stadtregion Kopenhagen. In einer Partnerschaft von Kopenhagen und 22 Umland-Gemeinden wird ein Netz aus „Super Cycle Highways“ errichtet. Zwei Radschnellwege wurden bereits im Jahr 2012 eröffnet, seither pendeln hier um 52 Prozent mehr mit dem Rad zur Arbeit als vorher. Geplant sind 28 Routen mit 467 Kilometer Länge. „Mit Radschnellwegen sind auch in Österreichs Ballungsräumen viele Staus vermeidbar“, so VCÖ-Geschäftsführer Nowak. Jeder zweite Arbeitsweg ist kürzer als zehn Kilometer.

Birgit Wagner, Mitglied des Vorstandes der ÖBB Personenverkehr AG: „Der VCÖ-Mobilitätspreis beweist einmal mehr, wieviel Engagement es in Österreich für nachhaltige Mobilität gibt. Viele der eingereichten Projekte schaffen neue Lösungen für die erste und letzte Meile und bringen damit mehr Menschen zur Bahn.“

Andreas Pálffy, kaufmännische Leitung Siemens Mobility CEE gratuliert den Preisträgern: „Mit innovativer Verkehrs- und Informationstechnologie werden neue Maßstäbe für multimodale Verkehrslösungen gesetzt und eine weitere Qualitätssteigerung für die Mobilität der Menschen ermöglicht.“

Die weiteren ausgezeichneten Projekte: Der VKI (Verein für Konsumenteninformation) wurde für die Entwicklung des Österreichischen Umweltzeichens für emissionsarme Transporte ausgezeichnet. Das Unternehmen HET für die Entwicklung eines Urbanen Cargo Konzepts, das auf ein mit Brennstoffzellen betriebenes Fahrzeug basiert. Das Forschungsprojekt SynArea, das von der ÖBB-Personenverkehr AG gemeinsam mit der TU Graz, komobile und Spirit Design umgesetzt wurde, erarbeitet für die Regionen eine Lösung für die letzte Meile. Das Bahnangebot soll mit einem flächendeckenden Leihsystem für Elektroleichtfahrzeugen und einem Anrufsammeltaxi ergänzt werden. Das Grazer Unternehmen BikeCityGuide Apps GmbH macht mit ihren Apps das Radfahren einfacher. Die Bike Citizens Fahrrad-App funktioniert ohne aktive Datenverbindung und navigiert Radfahrerinnen und Radfahrer durch die Stadt. Die App gibt es europaweit bereits für mehr als 250 Städte: Wer innerhalb der ersten 30 Tage mindestens 100 Kilometer radelt, erhält die App gratis. Die Wienerin Veronika Enzinger-Heinzl entwickelte einen Radanhänger, der auch gleich als Einkaufswagen verwendet werden kann. Die Volksschule Enns hat zur Verleihung des Fahrradausweises, den die 4. Klassen der Volksschule machen, ein großes Radfahrfest mit vielen Geschicklichkeitsübungen und Spielen, bei denen die Kinder ihr Radfahr-Können unter Beweis stellten. Die Überreichung des Fahrradausweises, der für Kinder ein wichtiger Schritt zur selbständigen Mobilität ist, fand im Beisein des Bürgermeisters statt.

Nähere Informationen zu den ausgezeichneten Projekten

 

VCÖ-Mobilitätspreis 2015 „Mobilität im Wandel“  – Die Preisträger

Gesamtsieger:
Marktgemeinde Wolfurt: Kommunales Verkehrskonzept

Kategorie Vernetzte und multimodale Mobilität
Energie Steiermark Mobilitäts GmbH: Mit dem E-Bike zur S-Bahn

Kategorie Nachhaltigkeit bei Güterverkehr und Logistik
VKI (Verein für Konsumenteninformation): Emissionsarmer Transport im Österreichischen Umweltzeichen
HET: Urbanes Cargo-Konzept

Kategorie Gesellschaftlicher Wandel
Radlobby IG Fahrrad: Frauen in Fahrt
Verkehrsverbund Tirol: VVT Öffi School

Kategorie Wohnumfeld und Siedlungsentwicklung
Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft: Mobilitätskonzept Wohnbau Gaswerkgasse

Kategorie Klimafreundliche Mobilität 
Bike City Guide Apps Gmbh: Bike Citizen App
DieLotte KG: Kombinierter Radanhänger & Einkaufswagen

Kategorie Internationale Projekte
Greater Copenhagen: Cycle Super Highways

Kategorie Forschung & Entwicklung
ÖBB-Personenverkehr AG: SynArea

Kategorie Ideenwettbewerb
Volksschule 1 Enns: „Rad.fahr.fest – fahr.fest.Rad“

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