VCÖ: Mehr Tempo bei VW-Rückrufaktion nötig!

VCÖ (Wien, 15. Oktober 2015) - Der vom deutschen Bundeskraftamt angeordnete Rückruf der manipulierten Dieselfahrzeuge betrifft auch Österreich. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Österreich mehr als 360.000 Diesel-Fahrzeuge betroffen sind. Der VCÖ kritisiert, dass für den Rückruf bis Ende 2016 Zeit gegeben wird. Damit verschmutzen die Fahrzeuge ein weiteres Jahr lang die Luft stärker mit gesundheitsschädlichen Schadstoffen als der Grenzwert vorschreibt. Zudem fordert der VCÖ, dass die neuen Abgastests auf EU-Ebene ohne Verzögerung eingeführt werden.

Mit der heutigen Entscheidung des deutschen Bundeskraftamts, die auch für Österreich gilt, ist  klar, dass die in Österreich mehr als 360.000 betroffenen Dieselfahrzeuge bis Ende 2016 in die Werkstatt müssen. Sicher ist bisher, dass Modelle der Baujahre 2009 und 2014 betroffen sind, im Detail sind es 180.500 VW Pkw, 24.400 VW Nutzfahrzeuge, 72.500 Audi, 31.700 Seat und 54.300 Skoda. "Der angeordnete Rückruf ist zu begrüßen. Jedoch ist deutlich mehr Tempo nötig.  Der lasche Zeitplan bedeutet, dass allein in Österreich mehr als 300.000 Fahrzeuge ein weiteres Jahr lang mehr Schadstoffe in die Luft blasen als der Grenzwert vorschreibt", fordert VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen eine deutlich schnellere Umsetzung der Rückrufaktion.

Der VCÖ weist darauf hin, dass Messungen des europäischen Forschungsinstituts ICCT zeigten, dass die getesteten neuen Dieselautos (Abgasklasse EURO6) im Schnitt sieben Mal so viele Stickoxide emittieren wie der Grenzwert vorschreibt. Mehr Tempo ist auch bei der Einführung der neuen Testverfahren zur Prüfung der Abgaswerte und zur Feststellung des Normverbrauchs nötig. "Weitere Verzögerungen sind angesichts des Dieselskandals nicht zu akzeptieren. Das neue Testverfahren ist daher rasch auf EU-Ebene einzuführen. Autos müssen beim Fahren das halten, was die Angaben auf dem Papier versprechen", betont VCÖ-Expertin Rasmussen.

Stickstoffdioxid kann Entzündungen in den Atemwegen verursachen. Bronchitis, Asthmaanfälle und Beeinträchtigungen der Lungenfunktion können die Folgen sein. Bei Kindern kann es zu Verzögerungen des Lungenwachstums kommen, was Folgen bis ins Erwachsenenalter hat. Bei älteren Menschen steigt das Herzinfarktrisiko.

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