VCÖ: Mehr als 900 Motorradfahrer in Österreich seit 2005 bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückt

VCÖ (Wien, 25. Mai 2016) – Das tödliche Unfallrisiko ist mit dem Motorrad 21 Mal höher als mit dem Pkw, macht der VCÖ aufmerksam. Seit dem Jahr 2005 sind in Österreich bereits 928 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Für das kommende verlängerte Wochenende ist erhöhte Aufmerksamkeit nötig. Allein im Vorjahr verunglückten am Fronleichnam-Wochenende zwölf Menschen bei Verkehrsunfällen tödlich. Der VCÖ spricht sich für verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen aus.

„Der Anteil der tödlich verunglückten Motorradfahrer war in den vergangenen drei Jahren deutlich höher als in den Jahren davor“, fasst VCÖ-Experte Markus Gansterer eine aktuelle VCÖ-Analyse zusammen. In den vergangenen drei Jahren waren 18 Prozent der Verkehrstoten Motorradfahrer, im Zeitraum 2005 bis 2012 betrug der Anteil „nur“ rund 13 Prozent.

Der zunehmende Motorradverkehr greift als Erklärung dieses Anstiegs zu kurz. Laut Umweltbundesamt wurden im Jahr 2012 in Österreich 1,28 Prozent aller zurückgelegten Kilometer mit dem Motorrad gefahren, im Jahr 2014 (aktuellste Daten) waren es mit 1,35 Prozent nur unwesentlich mehr. „Vielmehr zeigt sich, dass es zusätzliche Maßnahmen braucht, damit auch Motorradfahrer von der erhöhten Verkehrssicherheit profitieren. Ein Schlüsselfaktor ist dabei das Tempo, da Motorradfahrer keinen schützenden Blechmantel haben“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Pro 1.000 Kilometer ist das Risiko mit dem Motorrad tödlich zu verunglücken rund 21 Mal höher als mit dem Pkw, verdeutlicht der VCÖ. Durch die Einhaltung der Tempolimits, durch erhöhte Aufmerksamkeit insbesondere in Kurven und durch das Vermeiden riskanter Überholmanöver kann das eigene Fahrverhalten das Unfallrisiko reduzieren. Wichtig ist auch die Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer. Immer wieder kommt es zu schweren Motorradunfällen, weil Motorradfahrer übersehen werden.

Für das kommende verlängerte Wochenende wird Sonnenschein vorhergesagt und damit ist auch mit mehr Motorradverkehr zu rechnen. Deshalb unbedingt aufmerksam und rücksichtsvoll fahren, betont der VCÖ. Im Vorjahr war das Fronleichnam-Wochenende von vielen tödlichen Unfällen überschattet, zwölf Menschen kamen zwischen Donnerstag und Sonntag im Straßenverkehr ums Leben.

Heuer kamen bereits 138 Menschen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben, im Vergleich zu anderen Staaten Europas, wie die Schweiz, Niederlande oder Schweden ist die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle in Österreich hoch. „Es braucht einen umfassenderen Ansatz in der Verkehrssicherheitsarbeit. Der Ausbau von Mobilitätsangeboten, die sicherer sind, ist dabei stärker als bisher zu forcieren“, betont VCÖ-Experte Gansterer. So soll es österreichweit Discobusse geben, die Bahn- und Busverbindungen zu Freizeitzielen sind zu verbessern und das Angebot für Pendlerinnen und Pendler ist den flexibleren Arbeitszeiten anzupassen. Der VCÖ spricht sich dafür aus, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen gezielt für zusätzliche Discobusse und Nacht-Öffis verwendet werden.

VCÖ: Seit 2005 mehr als 900 Motorradfahrer bei Unfällen ums Leben gekommen (bei Verkehrsunfällen in Österreich tödlich verunglückte Motorradfahrer)

1.Jänner bis 24. Mai 2016 (vorläufige Zahlen): 11 tödlich verunglückte Motorradfahrer
Jahr 2015: 82 tödlich verunglückte Motorradfahrer (17,3 Prozent der Verkehrstoten)
Jahr 2014: 76 tödlich verunglückte Motorradfahrer (17,7 Prozent)
Jahr 2013: 87 tödlich verunglückte Motorradfahrer (19,1 Prozent)
Jahr 2012: 68 (12,8 Prozent)
Jahr 2011: 68 (13,0 Prozent)
Jahr 2010: 68 (12,3 Prozent)
Jahr 2009: 87 (13,7 Prozent)
Jahr 2008: 92 (13,5 Prozent)
Jahr 2007: 96 (13,9 Prozent)
Jahr 2006: 96 (13,0 Prozent)
Jahr 2005: 98 (12,8 Prozent)

Summe: 928 tödlich verunglückte Motorradfahrer

Quelle: Statistik Austria,  VCÖ 2016

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