VCÖ: Mehr als 200 Todesopfer bei Lkw-Unfällen in Österreich seit 2013

VCÖ: Verstärkte Maßnahmen gegen „toten Winkel“ wichtig und dringend

VCÖ (Wien, 6. Februar 2017) – Lkw sind ein tödlicher Unfallgegner. Allein seit dem Jahr 2013 sind auf Österreichs Straßen mehr als 200 Menschen bei Verkehrsunfällen mit Lkw-Beteiligung ums Leben gekommen, macht der VCÖ aufmerksam. Fast jeder vierte tödliche Lkw-Unfall passierte in Niederösterreich. Besonders gefährlich bei Lastwagen ist der „tote Winkel“. Der VCÖ begrüßt daher den Vorstoß von Verkehrsminister Jörg Leichtfried, damit auf EU-Ebene Sicherheitssysteme wie etwa Rundum-Kameras verpflichtend werden.

Unfälle mit Lkw-Beteiligung sind in Österreich für jedes achte Todesopfer im Straßenverkehr verantwortlich. Allein zwischen dem Jahr 2013 und dem 1. Halbjahr 2016 starben in Österreich 204 Menschen bei Verkehrsunfällen mit Lkw-Beteiligung, macht der VCÖ aufmerksam. Die Daten für das 2. Halbjahr 2016 liegen noch nicht vor. Der Anteil der tödlichen Lkw-Unfälle ist in den letzten Jahren  gestiegen: Im Jahr 2013 waren Unfälle mit Lkw-Beteiligung für elf Prozent der Verkehrstoten verantwortlich, im Jahr 2015 für fast 14 Prozent im 1. Halbjahr 2016 für bereits 19 Prozent, wie die VCÖ-Analyse zeigt.

Der VCÖ weist darauf hin, dass allein in Niederösterreich im Untersuchungszeitraum 48 Menschen bei Verkehrsunfällen mit Lkw-Beteiligung ums Leben kamen, in Oberösterreich waren 37 Todesopfer zu beklagen, in der Steiermark 33, in Tirol 24, in Wien 15, in Kärnten 14, in Salzburg 12, in Vorarlberg 11 und im Burgenland 10.

Eine große tödliche Unfallgefahr geht vom so genannten „toten Winkel“ aus. Je nach Lkw-Modell kann der "tote Winkel" seitlich bis zu 1,9 Meter breit sein. Ein Motorradfahrer oder ein Fußgänger, der sich in dieser Zone befindet, kann vom Lkw-Fahrer nicht gesehen werden. „Dabei ist dieses große Sicherheitsproblem schon heute technisch lösbar. Es gibt bereits Lkw-Modelle, die keinen toten Winkel haben und ihrem  Fahrer einen Rundumblick ermöglichen. Es ist unverständlich, dass diese Standards nicht schon längst auf EU-Ebene verpflichtend vorgeschrieben sind. Damit würden Jahr für Jahr in der EU hunderte tödliche Unfälle verhindert werden können“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Der VCÖ begrüßt daher sehr die Initiative von Verkehrsminister Jörg Leichtfried für einheitliche und verbesserte Lkw-Sicherheitsstandards auf EU-Ebene. Gerade für Österreich als Transitland ist eine europaweite Lösung enorm wichtig.

Besonders gefährliche Lkw sollen entweder mit Sicherheitssystemen verpflichtend nachgerüstet oder aus dem Verkehr gezogen werden. Insgesamt ist der Güterverkehr stärker von der Straße auf die Schiene zu verlagern und gerade in Städten auch verstärkte Logistik-Maßnahmen zur Verringerung des Lkw-Verkehrs umzusetzen, betont der VCÖ.

VCÖ: Mehr als 200 Todesopfer bei Verkehrsunfällen mit Lkw-Beteiligung (Todesopfer Verkehrsunfälle mit Lkw-Beteiligung – in Klammer Anteil an allen Verkehrstoten) 1.Halbjahr 2016: 37 (19,5 Prozent)

Gesamtjahr 2015: 66 Todesopfer (13,8 Prozent)

Gesamtjahr 2014: 51 Todesopfer (11,9 Prozent)

Gesamtjahr 2013: 50 Todesopfer (11,0 Prozent)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

VCÖ: Die meisten Todesopfer waren in Niederösterreich zu beklagen (Todesopfer bei Unfällen mit Lkw-Beteiligung Jahr 2013 bis 1. Halbjahr 2016)

Niederösterreich: 48 Todesopfer

Oberösterreich: 37

Steiermark: 33

Tirol: 24

Wien: 15

Kärnten: 14

Salzburg: 12

Vorarlberg: 11

Burgenland: 10

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

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