VCÖ: Mehr als 10.600 Menschen kamen in Österreich seit dem Jahr 2000 bei Verkehrsunfällen ums Leben!

VCÖ (Wien, 31. Oktober 2014) – Dieser Tage wird der Verstorbenen gedacht. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass in Österreich allein durch Verkehrsunfälle seit dem Jahr 2000 mehr als 10.600 Menschen ums Leben kamen. Jedes vierte Todesopfer war jünger als 25 Jahre, macht der VCÖ aufmerksam. Die meisten tödlichen Unfälle gab es in Niederösterreich, wo knapp mehr als 3.000 Menschen bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückten. Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Verkehrstoten in Österreich um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Aber 371 Menschen wurden seit Jahresbeginn bei Verkehrsunfällen getötet. Der VCÖ spricht sich für eine Erweiterung des Vormerksystems aus. Zudem soll ein Teil der Verkehrsstrafen für mehr Nacht- und Gemeindebusse zur Verfügung gestellt werden.

„Verkehrsunfälle reißen Menschen aus ihrem Leben. Väter, Mütter, Kinder, Großeltern, Freunde, Arbeitskollegen. Für Angehörige ist der Unfalltod besonders schlimm. Ein Mensch, mit dem man gestern noch gelacht hat, ist plötzlich nicht mehr da“, macht VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek auf den Schmerz der Angehörigen von Unfallopfern aufmerksam.

Verkehrsunfälle in Österreich haben seit dem Jahr 2000 mehr als 10.600 Menschen das Leben gekostet - das sind mehr Menschen als Bischofshofen Einwohnerinnen und Einwohner hat. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass die 15- bis 24-Jährigen die größte Opfergruppe waren. Zwischen 2000 und dem 1. Halbjahr 2014 starben 2.342 junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren. Insgesamt war seit dem Jahr 2000 jedes vierte Unfallopfer im Straßenverkehr jünger als 25 Jahre. "Durch ein besseres Angebot an öffentlichen Verkehrsverbindungen in der Nacht können viele schwere Verkehrsunfälle verhindert und damit Menschenleben gerettet werden. Deshalb soll ein Teil der Einnahmen aus den Verkehrsstrafen für die Ausweitung des Angebots an Nacht- und Discobussen zweckgewidmet werden", schlägt VCÖ-Expertin Urbanek vor.

Auch der Anteil älterer Menschen ist unter den Unfallopfern hoch. Seit dem Jahr 2000 waren 1.300 Verkehrstote 75 Jahre  oder älter. Viele ältere Menschen verunglückten als Fußgängerin bzw. Fußgänger. Der VCÖ setzt sich daher für eine seniorengerechte Verkehrsplanung ein. Im Ortsgebiet braucht es mehr Verkehrsberuhigung und übersichtliche Straßenübergänge.

Im Bundesländer-Vergleich weist Niederösterreich die höchste Opferzahl auf: Mehr als 3.000 Menschen kamen seit dem Jahr 2000 bei Verkehrsunfällen in Niederösterreich ums Leben, in Oberösterreich starben knapp mehr als 2.000 Menschen und in der Steiermark mehr als 1.700. Im bevölkerungsreichsten Bundesland, in Wien, verunglückten 483 Menschen bei Verkehrsunfällen tödlich und damit etwa so viele wie im Burgenland (476). "In Wien gibt es auch die meisten Touristinnen und Touristen. Doch dank des dichten öffentlichen Verkehrsnetzes und natürlich auch aufgrund der niedrigeren Geschwindigkeiten des Straßenverkehrs ist die Mobilität in  Wien deutlich sicherer. Durch ein dichteres öffentliches Verkehrsnetz kann auch in den anderen Bundesländern die Verkehrssicherheit weiter erhöht werden", betont VCÖ-Expertin Urbanek.

Ein zunehmendes Problem für die Verkehrssicherheit ist die Benützung des Mobiltelefons während des Lenkens. Während früher mit den Handys telefoniert wurde, wird nun sogar während des Autolenkens im Internet gesurft oder E-Mails gelesen. „Wer beim Autolenken mit dem Handy telefoniert, reagiert so langsam wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille. Wer im Internet surft hat sogar eine so schlechte Reaktion wie ein Alkolenker mit zwei Promille“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Urbanek. Der VCÖ fordert daher, dass das Vormerksystem um Handy am Steuer erweitert wird. In vielen europäischen Staaten ist Handy am Steuer Teil des Punkteführerscheins.

 

VCÖ: Seit dem Jahr 2000 kamen mehr als 10.600 Menschen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben

1.1-30.10.2013: 371 Verkehrstote

Jahr 2013: 455 Verkehrstote

Jahr 2012: 531 Verkehrstote

Jahr 2011: 523 Verkehrstote

Jahr 2010: 552 Verkehrstote

Jahr 2009: 633 Verkehrstote

Jahr 2008: 679 Verkehrstote

Jahr 2007: 691 Verkehrstote

Jahr 2006: 730 Verkehrstote

Jahr 2005: 768 Verkehrstote

Jahr 2004: 878 Verkehrstote

Jahr 2003: 931 Verkehrstote

Jahr 2002: 956 Verkehrstote

Jahr 2001: 958 Verkehrstote

Jahr 2000: 976 Verkehrstote

Gesamt: 10.632 Verkehrstote

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014

 

VCÖ: Die 15- bis 24-Jährigen sind  die größte Opfergruppe im Straßenverkehr (Zeitraum Jahr 2000 bis 1. Halbjahr 2014) 

Bis 14 Jahre:   269 Verkehrstote

15-24  Jahre:  2.342 Verkehrstote

25-34  Jahre: 1.529 Verkehrstote

35-44 Jahre: 1.499 Verkehrstote

45-54 Jahre: 1.356 Verkehrstote

55-64  Jahre: 1.106 Verkehrstote

65 - 74 Jahre: 1.086 Verkehrstote

75 Jahre und älter: 1.300 Verkehrstote

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014 

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