VCÖ: Linz hatte heuer bisher höchste Feinstaubbelastung Österreichs

VCÖ (Wien, 31. Jänner 2014) – Dicke Luft in Linz. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass im Österreich-Vergleich Linz im Jänner die höchste Feinstaubbelastung hatte. An 14 Tagen war die Belastung mit gesundheitsschädlichem Feinstaub zu hoch. Die Belastung ist höher als im Vorjahr. Der VCÖ fordert ein rasches Maßnahmenpaket, um die Schadstoffbelastung zu verringern. Der Ballungsraum Linz braucht dringend ein S-Bahnnetz und die Öffis in der Stadt sind auszubauen.

Linz hat Österreichs höchste Feinstaubbelastung, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse der amtlichen Luftmessstellen in Österreich zeigt. Bereits an 14 Tagen wurde heuer bei der Messstelle Linz 24er Turm (bei der A7) der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub (PM10) pro Kubikmeter Luft überschritten. Auch die Messstelle mit der zweithöchsten Belastung liegt in Linz bei einer stark befahrenen Straße: Die Messstelle Linz Römerberg bei der B139 wies 11 Tage mit zu hoher Belastung auf. Der VCÖ weist darauf hin, dass der Jahresgrenzwert in Österreich bei maximal 25 Tagen mit zu hoher Belastung liegt. Wenn es so weiter geht, dann wird in Linz bereits im Februar der Jahresgrenzwert überschritten, so der VCÖ.

„Feinstaub macht krank. Im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung ist es wichtig, dass rasch wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität umgesetzt werden. Maßnahmen zu verzögern heißt, für die Erkrankung von Menschen mitverantwortlich zu sein", setzt sich VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek für eine saubere Luft ein. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenschäden, Asthma, Bronchitis, die Liste der Krankheiten, die durch eine zu hohe Feinstaubbelastung ausgelöst werden kann, ist lang. Besonders für ältere Menschen und auch für Kinder, die sich im Wachstum befinden, ist der Feinstaub in der Atemluft extrem schädlich.

Feinstaub wird von Industrie, Hausbrand und vor allem vom Verkehr verursacht. „Die Emissionen von Industrie und Heizungen gelangen in großer Höhe in die Luft. Die Feinstaubpartikel des Verkehrs hingegen kommen dort in die Luft, wo Menschen unterwegs sind. Wer entlang einer Straße geht, bekommt die Feinstaubpartikel des Verkehrs fast direkt ins Gesicht geblasen“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Urbanek. Wer im Stoßverkehr mit dem Auto unterwegs ist, steht in einer giftigen Abgaswolke. Im Wageninneren ist die Belastung höher als im Freien. „Für Kinder, die im Stoßverkehr mit dem Auto zur Schule gebracht werden, ist die hohe Schadstoffkonzentration im Autoinneren besonders gesundheitsschädlich“, so VCÖ-Expertin Urbanek.

Im Unterschied zu Industrie und Heizungen können im Verkehr rasch wirksame Maßnahmen umgesetzt werden. „Auf unnötige Autofahrten können wir verzichten. Auch Fahrgemeinschaften können rasch gebildet werden. Doch eine Industrieanlage abzustellen heißt, Arbeitsplätze zu gefährden. Und ich hoffe, niemand wird im Winter den Menschen das Heizen verbieten wollen“, betont VCÖ-Expertin Urbanek.

Der VCÖ fordert daher den raschen Ausbau des Öffentlichen Verkehrs im Raum Linz. Linz ist Österreichs einziger Ballungsraum ohne S-Bahn. Die Mühlkreisbahn ist rasch zu modernisieren, der städtische Öffentliche Verkehr auszubauen und die Intervalle zu verdichten. Zudem sind die Bedingungen für das Radfahren und Gehen deutlich zu verbessern. Angesichts der hohen Schadstoffbelastung warnt der VCÖ vor den negativen Folgen des Baus des Linzer Westrings. „Eine Autobahn bringt noch mehr Verkehr und damit noch mehr Schadstoffe in die Stadt“, so VCÖ-Expertin Urbanek.

 

VCÖ: Linz hatte im Jänner höchste Feinstaubbelastung Österreichs
(Tage im Jänner mit Tagesmittelwert von mehr als 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft, in Klammer Jänner 2013 - Erlaubter Jahresgrenzwert: 25 Tage)

Linz 24er Turm (A7): 14 Tage (8 Tage)
Linz Römerberg B139: 11 Tage (9 Tage)
Graz Süd Tiergartenweg: 11 Tage (11 Tage)
Linz Stadtpark: 8 Tage (6 Tage)
St. Pölten (Europaplatz): 7 Tage (7 Tage)
Graz Don Bosco: 7 Tage (12 Tage)
Wien Taborstraße: 6 Tage (7 Tage)
Wien Rinnböckstraße (A23): 6 Tage (8 Tage)
Wien Liesing: 6 Tage (5 Tage)
Wien Floridsdorf: 6 Tage (6 Tage)
Wien Kaiserebersdorf: 6 Tage (7 Tage)
Wien Schafbergbad: 6 Tage (6 Tage)
Wien Stadlau: 6 Tage (8 Tage)
Wien Wehlistraße (A23): 6 Tage (neue Messstelle)
Klosterneuburg: 6  Tage (9 Tage)
Krems: 6 Tage (6 Tage)
Ziersdorf: 6 Tage (6 Tage)

Weitere Messstellen in Oberösterreich

Linz Neue Welt: 5 Tage
Wels (Linzerstraße): 4 Tage
Asten: 3 Tage
Enns (bei A1): 3 Tage
Steyr: 3 Tage
Traun: 3 Tage

Quelle: UBA, Länder,  VCÖ 2014

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