VCÖ: Josefstadt und Alsergrund sind Wiens Spitzenreiter beim Radfahren

VCÖ (Wien, 18. März 2016) – Zwischen Wiens Bezirken gibt es beim Radfahren große Unterschiede, macht der VCÖ aufmerksam. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Josefstadt und des Alsergrunds legen 15 Prozent der Alltagswege mit dem Rad zurück und sind damit Wien fleißigste Radfahrer. Den niedrigsten Radverkehrsanteil weisen die Innere Stadt, Favoriten, Simmering, Meidling und Währing auf. Der VCÖ fordert den verstärkten Ausbau der Radfahrinfrastruktur. Und der VCÖ gibt Tipps für alle, die jetzt ihre Radfahrsaison starten.

„Josefstadt und Alsergrund sind Wiens Spitzenreiter beim Radfahren. Die Bewohnerinnen und Bewohner der beiden Bezirke fahren mehr als doppelt so viele Strecken mit dem Rad wie im Schnitt von Wien“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. Das Institut Omnitrend hat die Mobilitätserhebungen der Jahre 2010 bis 2014 auf Bezirksebene ausgewertet. Mit 15 Prozent liegen Josefstadt und Alsergrund an der Spitze vor Wieden und Margareten mit 13 Prozent sowie Mariahilf und Neubau mit 11 Prozent. Auch in Landstraße (9 Prozent), Rudolfsheim-Fünfhaus (8 Prozent) und Donaustadt (7 Prozent) wird häufiger in die Pedale getreten im Wien-Schnitt.

Den niedrigsten Radverkehrsanteil weisen die Innere Stadt, Favoriten, Simmering, Meidling und Währing mit jeweils drei Prozent auf. In Leopoldstadt, Brigittenau, Ottakring und Döbling ist der Anteil mit sechs Prozent doppelt so hoch, in Hietzing und Penzing werden fünf Prozent der Alltagswege geradelt. Neben Bewusstseinsarbeit ist es wichtig dem Radfahren durch eine radfahrfreundliche Infrastruktur den nötigen Platz zu geben. Schätzen die Bürgerinnen und Bürger das Radfahren in ihrem Bezirk als sicher und angenehm ein, fahren sie häufiger mit dem Rad. Nötig sind unter anderem mehr radfahrfreundliche Straßen, wie etwa die Hasnerstraße im 16. Bezirk, und möglichst kreuzungsfreie und sichere Radverbindungen von den Außenbezirken in die Innenbezirke, betont der VCÖ.

Das Potenzial für mehr Radverkehr ist in allen Bezirken vorhanden. Im Schnitt ist die durchschnittliche Radfahrt im Alltagsverkehr rund drei Kilometer lang. Die Hälfte der Alltagswege der Wienerinnen und Wiener ist kürzer als drei Kilometer, berichtet der VCÖ. Jede fünfte Radfahrt im Alltag ist länger als 5 Kilometer. „Das Mobilitätsverhalten wird flexibler und vielfältiger. Viele Autofahrende fahren auch Rad. Fahrrad und Auto verbindet, dass sie beide Individualverkehrsmittel sind. Steigen mehr vom Auto auf das Rad um, nützt das sowohl der Luftqualität als auch jenen, die aufs Auto angewiesen sind, weil es weniger Staus und weniger Konkurrenz um Parkplätze gibt“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer.

Mit den steigenden Temperaturen nimmt in Wien auch die Zahl der Radfahrerinnen und Radfahrer deutlich zu. Wichtig: Nach der Winterpause ist das Fahrrad unbedingt einem Service und einem Check zu unterziehen. Reifen aufpumpen alleine ist zu wenig. Der VCÖ gibt Tipps, welche Bereiche beim Fahrrad-Check unbedingt zu kontrollieren sind: Bremsseile, Zustand der Bremsgummis, Beleuchtung (vorne und hinten), Reflektoren, Kette gut ölen und Sattel richtig einstellen. Auch Fahrräder, die im Winter im Einsatz waren, verdienen sich jetzt eine Wartung. Der VCÖ empfiehlt, das Fahrrad zumindest einmal im Jahr zum Service in ein Fachgeschäft zu bringen. Materialschäden werden beim Service rechtzeitig erkannt. Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer eines Fahrrads und kann teure Reparaturen vermeiden.

VCÖ: In der Josefstadt und im Alsergrund wird am fleißigsten Rad gefahren (Anteil Radfahren an Alltagswegen der Bevölkerung, Schnitt Jahre 2010 – 2014)

Josefstadt, Alsergrund: 15 Prozent
Wieden, Margareten: 13 Prozent
Mariahilf, Neubau: 11 Prozent
Landstraße: 9 Prozent
Rudolfsheim-Fünfhaus: 8 Prozent
Donaustadt: 7 Prozent
Leopoldstadt, Brigittenau, Ottakring, Döbling: 6 Prozent
Hietzing, Penzing: 5 Prozent
Hernals, Floridsdorf, Liesing: 4 Prozent
Meidling, Währing, Innere Stadt, Favoriten, Simmering: 3 Prozent

Quelle: Omnitrend, VCÖ 2016

VCÖ: Was beim Fahrrad-Check zu beachten ist

1. Bremsen: Sind Bremsseile richtig eingestellt? Sind die Bremsbacken in gutem Zustand?
2. Beleuchtung: Funktioniert die Beleuchtung (vorne und hinten)?
3. Kette ölen
4.  Ist das Fahrrad mit allen vorgeschriebenen Reflektoren ausgerüstet?
5.  Beim Sattel richtige Höhe einstellen
6. Alle Schrauben auf Festigkeit kontrollieren und gegebenenfalls nachziehen
7. Reifen mit ausreichend Luft aufpumpen. Geringerer Rollwiderstand erleichtert das Fahren. 
8. Einmal im Jahr das Fahrrad zum Service in ein Fahrradfachgeschäft bringen.

Quelle: VCÖ 2016

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