VCÖ: Jeder zweite tödlich verunglückte Fußgänger war 65 Jahre oder älter

VCÖ (Wien, 21. November 2014) – Nach vorläufigen Zahlen sind heuer bereits 56 Fußgängerinnen und Fußgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Der VCÖ weist darauf hin, dass ältere Menschen besonders gefährdet sind. In den vergangenen fünf Jahren war jeder zweite tödlich verunglückte Fußgänger 65 Jahre oder älter, auch heuer. In der dunklen Jahreszeit steigt die Gefahr von Unfällen. Der VCÖ fordert ein seniorengerechtes Verkehrssystem und ruft zu erhöhter Aufmerksamkeit und mehr Rücksicht auf.

Die dunkle Jahreszeit erhöht die Gefahr von schweren Fußgängerunfällen. Allein in den letzten fünf Wochen des Vorjahres wurden 14 Fußgängerinnen und Fußgänger bei Verkehrsunfällen tödlich verletzt. „Selbst am Schutzweg werden Fußgänger angefahren. Gerade in der dunklen Jahreszeit ist erhöhte Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme besonders wichtig. Es kann nicht oft genug daran erinnert werden, dass beim Fahren das Tempo den Sichtverhältnissen anzupassen ist“, betont VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek. Für die eigene Sicherheit ist es wichtig, sich als Fußgängerin bzw. Fußgänger vor dem Überqueren zu vergewissern, vom Kfz-Lenkenden gesehen worden zu sein. Fußgänger können im Schweinwerfer-Lichtermeer der Fahrzeuge regelrecht untergehen.

Die häufigsten Opfer bei Fußgängerunfällen sind ältere Menschen. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass im Zeitraum 2009 bis 2013 insgesamt 547 Fußgängerinnen und Fußgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen, 278 davon waren 65 Jahre ober älter. Auch heuer ist der Anteil älterer Menschen bei den tödlichen Fußgängerunfällen sehr hoch: 26 der nach vorläufigen Daten 56 tödlich verunglückten Fußgänger waren 65 Jahre oder älter.

„Die Zahl der älteren Menschen wird in den kommenden Jahren stark steigen. Auch die Zahl demenzkranker Menschen nimmt zu. Umso wichtiger ist es, das Verkehrssystem seniorengerecht zu gestalten. Ein Fehltritt darf nicht zu schwersten oder gar tödlichen Verletzungen führen“, betont VCÖ-Expertin Urbanek. Mit dem Alter nimmt der Anteil der zu Fuß zurückgelegten Alltagswege zu. Ein barrierefreies und sicheres Verkehrssystem ermöglicht älteren Menschen soziale Kontakte und vor allem selbständige Mobilität. Laut aktuellster Bevölkerungsprognose der Statistik Austria werden in Österreich im Jahr 2025 rund 950.000 Menschen 75 Jahre oder älter sein, das sind um rund 240.000 mehr als heute.

Für ein seniorengerechtes Verkehrssystem ist im Ortsgebiet weitgehend Tempo 30 statt 50 sowie Verkehrsberuhigung dort, wo viele Menschen zu Fuß unterwegs sind, wichtig. Zudem sind übersichtliche Kreuzungen und Straßenübergänge wichtig. Bei Fußgängerampeln sind die Rotphasen zu verkürzen und die Grünphasen sollten auf das Gehtempo älterer Menschen Rücksicht nehmen. 

Immer wieder kommt es leider auch entlang von Freilandstraßen zu schweren bzw. tödlichen Fußgängerunfällen, vor allem bei Dunkelheit. Der VCÖ fordert, dass es entlang von Freilandstraßen baulich getrennte Gehwege gibt, vor allem dort, wo es Siedlungen gibt.

Im gesamten Jahr 2013 wurden 4.196 Fußgängerinnen und Fußgänger bei Verkehrsunfällen verletzt, 82 kamen ums Leben. Die meisten Fußgängerunfälle passierten in Wien (1.394 Verletzte), die meisten tödlichen Fußgängerunfälle ereigneten sich in Oberösterreich (19 Todesopfer). In Niederösterreich starben 17 Fußgänger bei Verkehrsunfällen, in der Steiermark 15 und in Wien 9.

 

VCÖ: Jeder zweite tödlich verunglückte Fußgänger war  65 Jahre oder älter

Jänner bis 20. November 2014: 46 Prozent (26 von 56 – vorläufige Daten)

Gesamtjahr 2013: 58 Prozent (48 von 82)

Gesamtjahr 2012: 48 Prozent (39 von 81)

Gesamtjahr 2011: 44 Prozent (38 von 87)

Gesamtjahr 2010: 53 Prozent (52 von 98)

Gesamtjahr 2010: 53 Prozent (52 von 98)

Gesamtjahr 2009: 49 Prozent (49 von 101)

Gesamt: 50 Prozent (304 von 603)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014

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