VCÖ: Jeder 6. Verkehrsunfall eines Kindes passiert am Schulweg

VCÖ (Wien, 25. August 2014) – In einer Woche beginnt in Ostösterreich die Schule, in zwei Wochen in Westösterreich. Der VCÖ empfiehlt Eltern von Kindern bis zum 12. Lebensjahr jetzt in den Ferien den Schulweg gemeinsam mit dem Kind zu üben. (VCÖ-Checklist für sicheren Schulweg) Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass im Vorjahr 502 Kinder bei Verkehrsunfällen am Schulweg verletzt wurden, ein Kind kam ums Leben. Jeder sechste Verkehrsunfall eines Kindes passiert am Schulweg, so die VCÖ-Analyse. Der VCÖ setzt sich für eine kindgerechte Verkehrsplanung mit verkehrsberuhigten Zonen im Schulumfeld ein.

Am Weg zur Schule passierten im Vorjahr in Österreich 466 Verkehrsunfälle, um zwölf Prozent weniger als im Jahr 2012. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass 502 Kinder verletzt wurden, in Oberösterreich gab es – im September – einen tödlichen Schulwegunfall. Jeder sechste Verkehrsunfall eines Kindes passiert am Schulweg, macht der VCÖ aufmerksam.

„Im Vergleich zu den Wegen, die Kinder in der Freizeit zurücklegen, sind Schulwege sicherer. Sie ermöglichen den Kindern in einem relativ geschützten Umfeld das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu lernen und wichtige Erfahrungen zu sammeln“, weist VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek auf die Wichtigkeit der Schulwege hin. Eltern, die ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen, nehmen dem Kind die Chance, diese für ihre Verkehrssicherheit wichtigen Erfahrungen zu sammeln.

Auf Schulwegen gibt es Schülerlotsen, die Aufmerksamkeit der Autofahrenden sind zu Schulbeginnzeiten höher, auf Schulwegen wurden in den vergangenen Jahren viele Gefahrenquellen beseitigt. Der VCÖ rät Eltern von Kindern bis zum 12. Lebensjahr noch jetzt in den Ferien  den Schulweg zu üben. Bei Schulanfängern und bei Kindern, die von der Volksschule in eine andere Schule wechseln ist es wichtig, noch in den Ferien den besten Schulweg zu eruieren. „Oft führen viele Wege in die Schule. Es sollte nicht der kürzeste, sondern der für das Kind beste Weg gewählt werden“, betont VCÖ-Expertin Urbanek. Der VCÖ hat für Eltern eine Checkliste erstellt, die es erleichtert, einen sicheren Schulweg zu eruieren. Die VCÖ-Checklist für den sicheren Schulweg kann hier kostenlos heruntergeladen werden. Wichtig ist, den Schulweg aus der Perspektive des Kindes zu betrachten. Hindernisse oder parkende Autos, über die Erwachsene leicht hinwegblicken, können Kindern die Sicht leicht verstellen.

Der VCÖ weist darauf hin, dass Kinder erst ab etwa dem 9. Lebensjahr Entfernungen richtig abschätzen können, das Abschätzen von Geschwindigkeit ist erst danach möglich. Das Sichtfeld ist erst ab dem 12. Lebensjahr voll entwickelt, weshalb vorher das seitliche Herannahen von Autos nur begrenzt wahrgenommen werden kann.

„Am Anfang kostet es natürlich etwas mehr Zeit, das Kind zu Fuß, mit Tretroller oder in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule zu begleiten als es mit dem Auto zur Schule zu chauffieren. Aber diese Zeit ist das Wohl des Kindes auf jeden Fall wert“, betont VCÖ-Expertin Urbanek. Zudem ist der Schulweg für Kinder die Chance, auf einen Teil ihrer täglichen gesunden Portion Bewegung zu kommen. Bewegungsmangel ist gerade bei Kindern, aber auch bei Jugendlichen ein zunehmendes Problem. Eine Studie der WHO kam zum Ergebnis, dass Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen, wacher, konzentrierter und auch weniger aggressiv sind, als jene, die mit dem Auto zur Schule gebracht wurden. In Bozen gibt es bei einigen Schulen in der Früh vor Schulbeginn Fahrverbote, damit Eltern ihre Kinder nicht direkt zur Schule fahren können.

Hausaufgaben hat aber auch die Verkehrspolitik zu machen. Der VCÖ setzt sich für eine kindgerechte Verkehrsplanung ein. Es braucht im Umfeld von Schulen verkehrsberuhigte Zonen und ausreichend breite Flächen zum zu Fuß gehen.

VCÖ-Checkliste für den sicheren Schulweg kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

VCÖ: Im vergangenen Jahr ein tödlicher Schulwegunfall (Schulwegunfälle in Österreich– in Klammer Verletzte / tödlich verunglückt)

Jahr 2013: 466 (502 / 1)

Jahr 2012: 530 (559 / 0) (Neue Erhebungsmethode der Statistik Austria, Daten mit Vorjahren nicht vergleichbar)

Jahr 2011: 368 (397 / 0)

Jahr 2010: 360 (382 / 2)

Jahr 2009: 378 (401 / 3)

Jahr 2008: 422 (442 / 2 )

Jahr 2007: 423 (455 / 1)

Jahr 2006: 437 (463 / 2)

Jahr 2005: 387 (465 / 3)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014

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