VCÖ: Jeder 6. Kilometer in Österreich wird mit Strom gefahren

VCÖ fordert von nächster Regierung umfassendes E-Mobilitätspaket

VCÖ (Wien, 21. November 2017) – Die E-Mobilität erbrachte im Vorjahr in Österreich bereits eine Verkehrsleistung von rund 20 Milliarden Personenkilometer, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Davon wurden rund 98 Prozent mit den Bahnen, Straßenbahnen, U-Bahnen und elektrischen Bussen gefahren. Für heuer erwartet der VCÖ einen Anstieg auf rund 21 Milliarden Kilometer. Der VCÖ fordert von der kommenden Regierung ein umfassendes E-Mobilitätspaket mit der vollständigen Elektrifizierung von Österreichs Bahnen, dem Ausbau der Ladeinfrastruktur, der Förderung von E-Carsharing und dem Ausbau der Radinfrastruktur, um das große Potenzial von Elektro-Fahrrädern stärker zu nutzen.

In Österreich wird bereits jeder 6. Kilometer mit Strom gefahren, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Umweltbundesamts zeigt. In Summe waren das im Vorjahr rund 20 Milliarden Personenkilometer. Das entspricht etwa der Distanz von 66 Mal zur Sonne und wieder retour, verdeutlicht der VCÖ. Mit 98 Prozent erbringt der Öffentliche Verkehr den Löwenanteil der Verkehrsleistung der E-Mobilität. Mit Österreichs Bahnen wurden rund 11,7 Milliarden Personenkilometer emobil gefahren, mit den städtischen Öffis rund 7,8 Milliarden Personenkilometer.

Der Individualverkehr hinkt bei der E-Mobilität dem Öffentlichen Verkehr noch deutlich hinterher. Der VCÖ rechnet, dass im Vorjahr mit E-Pkw, E-Fahrrädern sowie E-Mopeds und Motorrädern in Summe knapp mehr als 400 Millionen Kilometer im Alltagsverkehr (nicht Sport) zurückgelegt wurden. Für heuer rechnet der VCÖ mit einem Anstieg auf mehr als 500 Millionen Kilometer.

Um Klimastabilität zu erreichen und die globale Erwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen, wurde mit dem UN-Klimaabkommen von Paris der Ausstieg aus Erdöl und anderen fossilen Energieträgern beschlossen. „Um dieses Ziel zu erreichen, ist bei der Energiewende im Verkehr deutlich mehr Tempo als bisher nötig“, betont VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Von der kommenden Regierung erwartet der VCÖ ein umfassendes E-Mobilitätspaket. Neben einem Ausstiegsplan aus Diesel und Benzin bei den Neuzulassungen soll darin die verstärkte Förderung von E-Carsharing sowie der Ausbau der E-Ladeinfrastruktur enthalten sein. Vor allem bei Wohnhausanlagen und bei Firmenparkplätzen sind deutlich mehr Ladestellen nötig. Beim Öffentlichen Verkehr braucht es den verstärkten Ausbau des S-Bahnnetzes in den Ballungsräumen, um mehr Pendlerinnen und Pendlern aus dem Umland den Umstieg vom Auto auf die Bahn zu ermöglichen. Zudem soll spätestens im Jahr 2030 auf allen Bahnstrecken in Österreich elektrisch gefahren werden.

Um das Potenzial der boomenden Elektro-Fahrräder nutzen zu können, ist ein umfassender Ausbau der Rad-Infrastruktur nötig. „So wie etwa in Deutschland sind auch in Österreich so genannte Rad-Highways zu errichten. Diese sind möglichst kreuzungsfrei und ermöglichen es, auch mit dem Fahrrad rasch vom Umland in die Städte zu kommen“, erklärt VCÖ-Experte Gansterer. In Österreich sind 60 Prozent der alltäglichen Autofahrten kürzer als zehn Kilometer. Weitere Strecken mit dem Rad fahren zu können, ist ein wesentliches Motiv für den Kauf von E-Fahrrädern, wie die diesjährige VCÖ-Radfahr-Umfrage gezeigt hat.

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