VCÖ: Jeder 5. Österreicher wird durch Lärm des Kfz-Verkehrs belastet - 23.04.2013

Dauerhafte Lärmbelastung macht krank, macht der VCÖ anlässlich des morgigen internationalen Tages gegen Lärm aufmerksam. Der Kfz-Verkehr ist in Österreich der größte Lärmerreger. Jeder 5. Österreicher wird durch den Lärm von Autos, Lastwagen und Motorräder beeinträchtigt. Der VCÖ weist darauf hin, dass Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet den Lärm so stark verringert, wie die Halbierung des Verkehrs.


files/vcoe/uploads/News/VCOe-Factsheets/2013-04 Tempo 30/fk-5-2002-LaIˆrm-13_kl.jpgFast vier von zehn Österreicherinnen und Österreicher leiden unter einer zu hohen Lärmbelastung. Der VCÖ weist darauf hin, dass der Kfz-Lärm der größte Lärmerreger ist. Mehr als die Hälfte aller Personen, die unter zu viel Lärm leiden, geben den Lärm von Pkw, Lkw sowie Moped und Motorräder als Hauptursache an. „Insgesamt leidet jede fünfte Person in Österreich unter dem Lärm des Kfz-Verkehrs. In den größeren Städten ist dieser Anteil noch höher“, macht VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer anlässlich des morgigen internationalen Tages gegen Lärm aufmerksam.

Lärm ist nicht nur ein Ärgernis, sondern auch eine große Gesundheitsgefahr. Verkehrslärm macht krank. Dauerhafte Lärmbelastung kann zu Schlafstörungen, erhöhtem Blutdruck, Konzentrationsstörungen, Herz-Kreislauferkrankungen und sogar Diabetes führen. Personen, die an stark befahrenen Straßen wohnen, haben ein um 20 Prozent erhöhtes Herzinfarktrisiko.

Der VCÖ weist darauf hin, dass Tempolimits starken Einfluss auf die Lärmbelastung haben. Bei 50 km/h sind die vom Fahrzeug verursachten Rollgeräusche lauter als der Motorenlärm. Wird das Tempo von 50 auf 30 km/h verringert, dann sinkt die dauerhafte Lärmbelastung um drei Dezibel, was einer Halbierung der Verkehrsmenge entspricht.

Tempolimit 30 statt 50 macht zudem den Verkehrsfluss gleichmäßiger, es gibt weniger Brems- und Beschleunigungsvorgänge und weniger spritfressenden Stop & Go Verkehr. Damit wird der Verkehr erneut leiser, weil beim Beschleunigen viel Lärm erzeugt wird. Der VCÖ spricht sich für eine Herabsenkung des Tempolimits im Ortsgebiet von 50 auf 30 km/h aus, mit der Möglichkeit begründeter Ausnahmen nach unten und oben. „In Graz funktioniert diese Regelung seit mehr als 20 Jahren und hat zudem die Verkehrssicherheit deutlich erhöht“, so VCÖ-Experte Gansterer.

Für die Anrainerinnen und Anrainer entlang der Transitrouten sind zudem Maßnahmen für einen effizienteren Gütertransport wichtig. „Der Pferdefleischskandal hat wieder einmal sichtbar gemacht, wie viele Güter sinnlos quer durch Europa gekarrt werden. Durch eine höhere Lkw-Maut und die stärkere Kontrolle der bestehenden Tempolimits sowie die Einhaltung der arbeits- und sozialrechtlichen Standards wird unnötiger Transport zu teuer, der Lkw-Verkehr und die Lärmbelastung nehmen ab“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Auch gegen den Fluglärm werden in Österreich zu wenige Maßnahmen gesetzt, kritisiert der VCÖ.

Derzeit sammelt eine europaweite Bürger-Initiative Unterschriften für Tempo 30 im Ortsgebiet. Die Initiative kann auch über www.vcoe.at unterstützt werden. VCÖ-Factsheet zur Wirkung von Tempo 30 unter www.vcoe.at

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, Tel. (01) 8932697, (0699) 18932699


VCÖ: Tempo und Verkehrsstärke bestimmen die Lärmbelastung (Eine Verringerung des Lärms um drei Dezibel wird wie eine Halbierung des Verkehrs empfunden.)

Beispiel Ortsgebiet, Tempo 50 (Tempo 30), Asphalt-Fahrbahn, 10 Meter Entfernung 10.000 Kfz / Tag: 64 (59) Dezibel 5.000 Kfz / Tag: 61 (56) Dezibel
2.500: Kfz / Tag: 58 (53) Dezibel
Quelle: VCÖ 2013

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