VCÖ: Jeder 5. in Wien wohnt in Nähe einer S-Bahn Station

VCÖ: Kürzere Intervalle, Fahrgastinformation verbessern, S-Bahnnetz ausbauen

VCÖ (Wien, 14. Oktober 2016) – Die S-Bahn wird vor allem als Verbindung für das Umland in die Stadt gesehen. Dabei hätte die S-Bahn großes Potenzial von der Wiener Bevölkerung stärker als innerstädtisches Verkehrsmittel genutzt zu werden, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Rund 340.000 Wienerinnen und Wiener wohnen maximal 500 Meter von einer S-Bahnstation entfernt. In Döbling haben sogar 43 Prozent der Bevölkerung höchstens 500 Meter zur nächsten S-Bahnstation. Der VCÖ betont, dass durch kürzere Intervalle und eine verbesserte Fahrgastinformation mehr Verkehr auf die S-Bahn verlagert werden kann. Zudem ist das S-Bahnnetz auszubauen. 

In Wien gibt es derzeit zehn S-Bahnlinien mit insgesamt 49 Stationen. „S-Bahn und U-Bahn bilden gemeinsam das hochrangige ÖV-Netz von Wien. Aber während die U-Bahn von den Wienerinnen und Wienern als schnelles innerstädtisches Verkehrsmittel gesehen wird, hat die S-Bahn noch immer den Ruf, lediglich eine Verbindung vom Umland in die Stadt zu sein. Dabei könnte die S-Bahn auch den innerstädtischen Verkehr deutlich entlasten“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.

Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass rund 340.000 Wienerinnen und Wiener höchstens 500 Meter von einer S-Bahnstation entfernt wohnen. Den höchsten Bevölkerungsanteil von Personen, die eine S-Bahn in fußläufiger Distanz haben weist Döbling mit 43 Prozent auf, gefolgt von Penzing mit 38 Prozent, Brigittenau mit 36 Prozent, Landstraße mit 33 Prozent und Alsergrund mit 31 Prozent. Einzig die Bewohnerinnen und Bewohner der Josefstadt haben keine S-Bahn-Haltestelle in der Nähe.

Bis zum Jahr 2025 wird Wiens Bevölkerungszahl die zwei Millionen-Grenze überschritten haben. Damit die zusätzliche Mobilität nicht zu mehr Verkehrsbelastung führt, ist der Anteil der mit Öffis, Rad oder zu Fuß zurückgelegten Wege deutlich zu erhöhen. S-Bahn und U-Bahn können eine große Anzahl von Personen transportieren, ohne dabei viel Platz zu verbrauchen. „Vollbesetzt sind mit der S-Bahn in Doppeltraktion rund 980 Personen unterwegs. Beim durchschnittlichen Besetzungsgrad der Autos im Frühverkehr werden durch eine einzige S-Bahnfahrt fast 900 Pkw-Fahrten ersetzt. Und während die Autos Platz zum Parken brauchen, ist die S-Bahn-Garnitur weiter im Einsatz, um Menschen ans Ziel zu bringen“, verdeutlicht VCÖ-Experte Gansterer. 

Damit die S-Bahn stärker als innerstädtisches Verkehrsmittel genutzt wird, braucht es so wie auf der Vorortelinie (S45) und auf der Stammstrecke zwischen Meidling und Floridsdorf häufigere Verbindungen. Als Minimum soll es auf den anderen Strecken zumindest einen 15 Minuten Takt geben, betont der VCÖ. Derzeit wird die S-Bahn von vielen als kompliziert und unübersichtlich gesehen, im Unterschied zur U-Bahn ist das S-Bahnnetz innerhalb Wiens vielen nicht im Bewusstsein. Die Fahrgastinformation ist daher umfassend zu verbessern, auch sollte bei jedem S-Bahn-Zug leicht erkennbar sein, in welchen Stationen dieser halten wird.

Weiters ist die S-Bahn besser mit den anderen öffentlichen Verkehrsmitteln zu verknüpfen, auch mit der U-Bahn. Derzeit kann an 14 Haltestellen in die U-Bahn umgestiegen werden. Da Wien vor allem in den Außenbezirken stark an Bevölkerung zulegen wird, ist in diesen Bezirken das S-Bahnnetz auszubauen, fordert der VCÖ.

application/pdfVCÖ-Factsheet zur S-Bahn in Wien

VCÖ: In Döbling hat fast die Hälfte der Bevölkerung eine S-Bahnstation in der Nähe (Anteil der Wohnbevölkerung im Umfeld, die höchsten 500 Meter zur nächsten S-Bahn hat)

Döbling: 43 Prozent

Penzing: 38 Prozent

Brigittenau: 36 Prozent

Landstraße: 33 Prozent

Alsergrund: 31 Prozent

Simmering: 28 Prozent

Wieden: 24 Prozent

Ottakring: 23 Prozent

Floridsdorf: 19 Prozent

Meidling: 19 Prozent

Margareten: 19 Prozent

Währing: 17 Prozent

Hernals: 15 Prozent

Hietzing: 12 Prozent

Leopoldstadt: 12 Prozent

Rudolfsheim-Fünfhaus: 12 Prozent 

Liesing: 11 Prozent

Donaufeld: 8 Prozent

Neubau: 8 Prozent

Mariahilf: 7 Prozent

Favoriten: 6 Prozent

Innere Stadt: 5 Prozent

Josefstadt: 0 Prozent

Wien gesamt: 19 Prozent

Quelle: VCÖ 2016

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