VCÖ: Jeder 3. in Österreich hat weniger als fünf Kilometer in die Arbeit

VCÖ (Wien, 21. Mai 2014) – Rund 1,5 Millionen Österreicherinnen und Österreicher haben einen Arbeitsweg von weniger als fünf Kilometer, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse von Daten der Statistik Austria zeigt. Insgesamt wohnen zwei Drittel weniger als 15 Kilometer vom Arbeitsplatz entfernt. Der VCÖ fordert eine verbesserte Radfahrinfrastruktur, um es mehr Erwerbstätigen zu ermöglichen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Da die Arbeitszeiten immer flexibler werden, braucht es zudem auch am Wochenende und am Abend mehr Bahn- und Busverbindungen.

In Österreich führt etwa jede vierte Fahrt, die im Alltag zurückgelegt wird, in die Arbeit oder von der Arbeit nach Hause. Jetzt zeigt eine aktuelle VCÖ-Analyse, dass der Anteil der Erwerbstätigen (unselbstständig und selbstständig), die einen kurzen Arbeitsweg haben, höher ist als vielfach angenommen wird. Immerhin rund 1,5 Millionen der rund vier Millionen Erwerbstätigen haben weniger als fünf Kilometer in die Arbeit. Die VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass weitere rund 600.000 Österreicherinnen und Österreicher zwischen fünf und neun Kilometer zurücklegen, um in die Arbeit zu kommen. Zwei Drittel wohnen weniger als 15 Kilometer vom Arbeitsplatz entfernt und fast drei Millionen haben weniger als 20 Kilometer in die Arbeit.

„Unsere Arbeitswege verursachen natürlich viel Mobilität. Ob dadurch Staus entstehen, hängt aber von der Verkehrsmittelwahl ab. Wer mit Öffis, Fahrrad oder bei sehr kurzen Distanzen zu Fuß zur Arbeit kommen kann, entlastet die Straßen, schont die Umwelt und auch die eigene Geldbörse. Umso wichtiger ist es, dass Politik und Unternehmen Maßnahmen setzen, die es den Beschäftigten erleichtern, umweltfreundlich zur Arbeit zu kommen“, fordert VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer unter anderem eine bessere Infrastruktur fürs Radfahren in die Arbeit, etwa durch Schnellradwege bzw. Radwege entlang von Freilandstraßen. Modellregionen zeigen, dass mit den immer beliebter werdenden Elektro-Fahrrädern auch Distanzen bis 15 Kilometer gut zu bewältigen sind.

Aufholbedarf gibt es zudem bei den öffentlichen Verkehrsverbindungen vom Umland in die Städte und insgesamt in den ländlichen Regionen. „Da die Arbeitszeiten immer flexibler werden, braucht es auch am Abend und am Wochenende mehr Bahn- und Busverbindungen“, fordert VCÖ-Experte Gansterer. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass rund 420.000 Menschen einen Arbeitsweg von mehr als 50 Kilometer haben.

Zudem wird derzeit der Trend zur Intermodalität - die Kombination verschiedener Verkehrsmittel am Weg zur Arbeit - noch zu wenig berücksichtigt. So braucht es an Bahnhöfen und Haltestellen mehr sichere Abstellplätze für Fahrräder.

Einen großen Beitrag können auch die Betriebe leisten, um es den Beschäftigten zu erleichtern, kostengünstig und umweltfreundlich zur Arbeit zu kommen. „Es ist erfreulich, dass mehr und mehr Unternehmen Verantwortung für den Arbeitsweg ihrer Beschäftigten übernehmen. Wir suchen heuer im Rahmen des VCÖ-Mobilitätspreises Betriebe und Unternehmen, die Maßnahmen setzen, damit viele Beschäftigte umweltfreundlich zur Arbeit kommen“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Bis 30. Juni können Projekte beim VCÖ-Mobilitätspreis - Österreichs größter Wettbewerb für umweltfreundliche Mobilität und effizienten Transport - eingereicht werden (www.vcoe.at, (01) 893 26 97).

 

VCÖ: Viele Österreicherinnen und Österreicher haben kurze Arbeitswege
(Entfernung zum Arbeitsplatz)

Unter 5 Kilometer: 38 Prozent
5 bis 9 Kilometer: 15 Prozent
10 bis 14 Kilometer: 13 Prozent
15 bis 19 Kilometer: 8 Prozent
20 bis 49 Kilometer: 15 Prozent
50 bis 99 Kilometer: 6 Prozent
100 Kilometer und mehr: 5 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014

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