VCÖ: Jeder 3. Einkauf in Österreich zu Fuß oder mit Rad

VCÖ (Wien, 8. April 2016) – In Österreich wird etwa jeder dritte Einkauf zu Fuß oder mit dem Rad erledigt, macht der VCÖ aufmerksam. Kleinere Mengen einkaufen hilft, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Immerhin machen die vermeidbaren Lebensmittelabfälle in Österreich pro Kopf und Jahr fast 60 Kilogramm aus. Der VCÖ spricht sich für die Stärkung der Nahversorgung aus und für eine bessere Infrastruktur zum Gehen und Radfahren.

„Das Einkaufen macht einen relevanten Teil unserer Mobilität aus. Etwa jede sechste Alltagserledigung dient dem Einkaufen“, macht VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen aufmerksam. Mehr als die Hälfte der Einkäufe werden mit dem Auto erledigt. Auch deshalb, weil größere Mengen eingekauft werden. Ein Zehntel des Restmülls sind aber original verpackte oder nur teilweise verbrauchte Lebensmittel. Kleinere Mengen einkaufen reduziert die Menge der weggeworfenen Lebensmittel und schont sowohl die Umwelt als auch die Geldbörse.

Der Einkauf kleinerer Mengen erleichtert es wiederum, Einkäufe zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu machen. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Österreich derzeit etwa ein Drittel der Einkäufe zu Fuß oder mit dem Rad erledigt werden. Während im Burgenland nur jeder 9. Einkauf zu Fuß oder mit dem Rad gemacht wird, liegt in Niederösterreich und Oberösterreich dieser Anteil bei knapp unter 30 Prozent und in Tirol bei einem Drittel, werden in Vorarlberg vier von zehn Einkäufe per Pedes und Rad gemacht und in Wien sogar jeder zweite Einkauf. Zudem wird in Wien jeder 4. Einkauf mit Öffis transportiert.

„Eine gute Nahversorgung und die gute Erreichbarkeit von Geschäften zu Fuß oder mit dem Rad entscheiden darüber, mit welchem Verkehrsmittel Einkäufe erledigt werden. Das zeigen auch Mobilitätserhebungen von Supermärkten“, erklärt VCÖ-Expertin Rasmussen. Bei zentral gelegenen Supermärkten kommen in Wien weniger als zehn Prozent der Kundinnen und Kunden mit dem Auto. Und in Purkersdorf kaufen in der Supermarktfiliale im Zentrum sechs von zehn Kundinnen und Kunden umweltfreundlich zu Fuß oder mit dem Rad ein, während zur gleichnamigen Filiale am Ortsrand nur acht Prozent zu Fuß oder mit dem Rad kommen.

Personen, die mit dem Fahrrad regelmäßig einkaufen, kaufen im Schnitt pro Einkauf halb so viel ein wie mit dem Auto, aber besuchen häufiger das Geschäft, wie eine Studie des Umweltministeriums zeigt. „Öfters und dafür kleinere Mengen einzukaufen hat den Zusatzvorteil, frischere Lebensmittel zu Hause zu haben, was nicht nur gut für den Geschmack ist, sondern auch bedeutet, dass weniger Essen verdorben im Mist landet“, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest.

Der VCÖ tritt für die Stärkung der Nahversorgung ein sowie für Anreize, damit neue Geschäfte ortsnah und nicht am Stadtrand angesiedelt werden. Zudem ist die Infrastruktur für das Radfahren und Gehen massiv zu verbessern. Im internationalen Vergleich hat Österreich bei der Radfahr-Infrastruktur noch großen Aufholbedarf.

„Essen verschwenden ist Mist“ lautet der diesjährige Schwerpunkt von MUTTER ERDE, die vom Verein „Umweltinitiative Wir für die Welt“ getragen wird. Das sind der ORF, Greenpeace, GLOBAL 2000, WWF, Naturfreunde, VCÖ, Alpenverein, Naturschutzbund und BirdLife. Bis zum 15. April findet eine ORF-Schwerpunktwoche zum Thema „Lebensmittelverschwendung“ statt.

VCÖ-Tipps gegen Essensverschwendung

1. Mit Einkaufsliste einkaufen gehen.
2. Nur das kaufen, was benötigt wird. Aktionen wie „kauf 2, zahl 1“ kommen teuer, wenn ein Teil davon verdirbt und weggeschmissen wird.
3. Zu Fuß oder mit Rad einkaufen hilft dabei, nicht zu große Mengen einzukaufen. Außerdem ist Gehen und Radfahren gesund, umweltfreundlich und kostengünstig.
4. Lieber öfters kleinere Mengen einkaufen als auf einmal große Mengen einkaufen.
5. Saisonal einkaufen, Bioprodukten und regionalen Produkten den Vorrang geben.
6. Lebensmittel richtig lagern.
7. Was zu viel an Lebensmittel eingekauft wurde, kann großteils tief gekühlt werden. Was vom Kochen übrig bleibt, am nächsten Tag essen.
8. Älteres Obst und Gemüse verkochen, bevor es schlecht wird.
9. „Mindestens haltbar“ ist kein „Ablaufdatum“. Die Waren halten länger als es das Mindesthaltbarkeitsdatum angibt. Wenn ein Lebensmittel gut aussieht, gut riecht und gut schmeckt kann es auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum gegessen werden.
10. Bei Veranstaltungen und Buffets vorab informieren, an welche sozialen Vereine übrig gebliebenes Essen gespendet werden kann.

Quelle: VCÖ, www.muttererde.at

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