VCÖ: Jeder 13. tödliche Verkehrsunfall passierte im Vorjahr am Arbeitsweg - 29.04.2013

39 Menschen verloren im Vorjahr bei Verkehrsunfällen am Arbeitsweg ihr Leben. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass damit jeder 13. tödliche Verkehrsunfall am Weg zur oder von der Arbeit passierte. Drei Viertel der Todesopfer waren Pkw-Insassen. Der VCÖ ruft die Unternehmen auf, ihren Beschäftigten Öffi-Jobtickets für den sicheren Weg zur Arbeit zur Verfügung zu stellen. Zudem fordert der VCÖ mehr Bahn- und Busverbindungen für Pendlerinnen und Pendler.

Die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle am Arbeitsweg ist im Vorjahr gestiegen, macht der VCÖ aufmerksam. 39 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen am Arbeitsweg ums Leben, um fünf mehr als im Jahr 2011. „Damit passierte jeder 13. tödliche Verkehrsunfall am Weg in die Arbeit bzw. von der Arbeit nach Hause“, stellt VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek fest. Insgesamt kamen im Vorjahr auf Österreichs Straßen 522 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben.

Die VCÖ-Analyse der Daten der AUVA zeigt, dass vor allem die tödlichen Autounfälle stark gestiegen sind: Im Jahr 2011 kamen 24 Autofahrer am Arbeitsweg ums Leben, im Vorjahr waren es bereits 30. Somit waren drei Viertel aller Todesopfer im Pkw unterwegs, verdeutlicht der VCÖ. Sowohl im Vorjahr als auch im Jahr 2011 starben vier Moped- und Motorradfahrer. Zudem verunglückten vier Insassen von Klein-Lkw und Lkw am Arbeitsweg tödlich. In den vergangenen beiden Jahren gab es keinen einzigen tödlichen Radfahr- und Fußgängerunfall am Arbeitsweg.

Auch die Zahl der Verletzten ist im Vorjahr gestiegen, nämlich von 6.975 auf 7.169. 55 Prozent der Verletzten waren Pkw-Insassen, so der VCÖ. 17 Prozent der Verletzten waren Moped- und Motorradfahrer. Gesunken ist im Vorjahr die Zahl der am Arbeitsweg verletzten Radfahrer, nämlich von 1.309 auf 1.245.

„Jene Beschäftigten, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren können sind um ein Vielfaches sicherer unterwegs als jene, die mit Auto oder Motorrad fahren. Auch deshalb ist es wichtig, die Bahn- und Busverbindungen für die Pendlerinnen und Pendler auszubauen. Das öffentliche Verkehrsnetz braucht vor allem in den ländlichen Regionen dringend einen Lückenschluss“, betont VCÖ-Expertin Urbanek. Gefordert sieht der VCÖ auch die Unternehmen und Betriebe. Der Betriebsstandort sollte gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein. Zudem können Betriebe ihren Beschäftigten ein Öffi-Jobticket zur Verfügung stellen, ohne dass auf dieses Lohnsteuer und Sozialabgaben zu entrichten sind (Informationen zum Öffi-Jobticket)

Zudem fordert der VCÖ mehr Radwege entlang von Freilandstraßen und Fahrrad-Highways als sichere und schnelle Verbindung vom Umland in die Städte. Bereits mehr als 300.000 Beschäftigte fahren mit dem Fahrrad zur Arbeit. Im Mai findet die Initiative „Radelt zur Arbeit“ statt.

VCÖ: Zahl der am Arbeitsweg tödlich Verunglückten ist im Vorjahr gestiegen
(Am Weg zur oder von der Arbeit bei Verkehrsunfall verunglückt)

Jahr 2012: 39
Jahr 2011: 34
Quelle: AUVA, VCÖ 2013

VCÖ: Drei Viertel der Todesopfer waren Pkw-Insassen
(Am Arbeitsweg tödlich Verunglückte im Jahr 2012, in Klammer 2011)

Pkw-Insassen: 30 (23)
Moped und Motorrad: 4 (4)
Lkw, Klein-Lkw: 4 (4)
Straßenbahn: 1 (0)
Eisenbahn: 0 (2)
Bus, Omnibus: 0 (1)
Sonstige: 0 (1)
Summe: 39 (34)
Quelle: AUVA, VCÖ 2013

VCÖ: Mehr Verletzte bei Verkehrsunfällen am Weg zur Arbeit
(Am Arbeitsweg bei Verkehrsunfall verletzt im Jahr 2012, in Klammer 2011)

Verletzte: 7.169 (6.975)

Davon unter anderem:
Pkw-Insassen: 3.950 (3.722)
Fahrrad: 1.245 (1.309)
Moped und Motorrad: 1.234 (1.190)
Lkw und Klein-Lkw: 141 (114)
Bus, Omnibus: 87 (87)
Straßenbahn: 22 (17)
Eisenbahn: 0 (5)
Quelle: AUVA, VCÖ 2013

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