VCÖ: In Wien tritt etwa jeder 4. Radfahrer auch im Jänner in die Pedale

VCÖ (Wien, 8. Jänner 2016) – In Wien tritt etwa jeder vierte Radfahrer auch im Jänner  in die Pedale, macht der VCÖ aufmerksam. Den höchsten Radanteil im Jänner hatten im Vorjahr die Zählstellen Operngasse und Argentinierstraße, den niedrigsten die Zählstellen Liesingbach und Donaukanal. Zunehmend mehr Wienerinnen und Wiener fahren das ganze Jahr mit dem Rad. Im Winter ist eine gute Beleuchtung sehr wichtig. Weitere VCÖ-Tipps: Besonders aufmerksam fahren, auf gut geölte Kette achten und Fahrrad öfters putzen.

„Die Zahl der Wienerinnen und Wiener, die auch im Winter Radfahren, ist in den vergangenen Jahren gestiegen“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Die meisten Radfahrerinnen und Radfahrer waren im Vorjahr im Juni unterwegs. Bei der Operngasse wurden im Juni im Schnitt 5.710 Radfahrende pro Werktag gezählt, im Jänner waren es 1.893 pro Tag. Auf diesem Abschnitt und auch bei der Zählstelle Argentinierstraße fuhr jeder dritte auch im Jänner mit dem Rad, so der VCÖ. „Über alle zwölf Zählstellen gesehen, fährt jeder vierte auch im Jänner mit dem Rad“, berichtet VCÖ-Experte Gansterer. Im Vergleich zum stärksten Radfahrmonat war der Anteil der im Jänner Radfahrenden bei den Zählstellen Donaukanal und Liesingbach am niedrigsten.

Jetzt im Jänner Alltagswege mit dem Rad zu fahren hilft, den Winterspeck los zu werden. Wer 80 kg wiegt und eine halbe Stunde langsam Rad fährt, etwa zur Arbeit, verbrennt rund 160 Kilokalorien, wer 60 Kilogramm wiegt verbrennt rund 120 Kilokalorien. Mediziner empfehlen für die Gesundheit eine halbe Stunde Bewegung pro Tag.

Der VCÖ hat Tipps für das sichere Radfahren im Winter zusammengestellt. Neben einer den Temperaturen angepassten Kleidung, ist in der dunklen Jahreszeit vor allem eine gute Beleuchtung wichtig. Der VCÖ empfiehlt einen Nabendynamo sowie als Rücklicht ein Standlicht. Das Standlicht leuchtet auch, wenn man etwa bei einer Kreuzung steht. Zudem ist beim Fahrrad auf ausreichend vorhandene Reflektoren zu achten (weißer Reflektor nach vorne, roter Reflektor nach hinten, gelbe Reflektoren an den Pedalen und auf den Rädern entweder so genannte Katzenaugen (gelb oder weiß) oder in die Reifen integrierte Reflektorstreifen).

Insgesamt im Winter besonders aufmerksam Fahren und das Tempo den Fahrbahnverhältnissen anpassen. Bei glatter Fahrbahn zudem Sattel etwas niedriger stellen und Reifendruck ein wenig verringern. Auf gut geölte Kette achten, damit diese weder reißt noch rostet. Zudem ist zu empfehlen, das Fahrrad im Winter öfters zu reinigen, auch das vermeidet Rostschäden. Bei höheren Minusgraden kann das Radschloss einfrieren, zur Sicherheit einen Enteiser mitnehmen.

Insgesamt treten immer mehr Wienerinnen und Wiener das ganze Jahr über in die Pedale. So waren beispielsweise bei der Zählstelle Argentinierstraße im letzten Jänner 968 Radfahrende pro Werktag unterwegs, doppelt so viele wie im Jänner 2010 (441). Lediglich im sehr trockenen Jänner 2014 waren hier noch mehr mit dem Rad unterwegs (1.023 pro Werktag).

Der VCÖ fordert eine weitere Verbesserung der Radfahrinfrastruktur in Wien. „Vor allem bei den direkten Verbindungen von den Außenbezirken in die Innenbezirke gibt es noch großen Verbesserungsbedarf. Es braucht mehr Hauptradrouten, die möglichst kreuzungsfrei und breit genug sind“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

VCÖ: Im Jänner tritt etwa jeder 4. Radfahrer in die Pedale

(Anteil Radverkehr im Jänner 2015 im Vergleich zum stärksten Radfahr-Monat im Jahr 2015, in Klammer Anteil im Jänner 2014 / Anteil Jänner 2013)

Operngasse: 33,2 Prozent (34,9 Prozent / keine Daten für Jänner 2013)
Argentinierstraße: 33,0 Prozent (38,2 Prozent / 22,9 Prozent)
Neubaugürtel: 28,6 Prozent (32,1 Prozent / 20,1 Prozent)
Opernring Außen: 26,5 Prozent (29,6 Prozent / 13,9 Prozent)
Praterstern: 25 Prozent (27,4 Prozent / keine Daten für Jänner 2013)
Opernring Innen: 24,9 Prozent (30,1 Prozent / 15,2 Prozent)
Margeritensteg: 24,9 Prozent (25,5 Prozent / 13,3 Prozent)
Langobardenstraße: 21,3 Prozent (26, 2 Prozent / 11,8 Prozent)
Wienzeile: 21,3 Prozent (24,2 Prozent / 11,1 Prozent)
Lasallestraße: 18,9 Prozent (20,4 Prozent / 9,3 Prozent)
Donaukanal: 14,1 Prozent (20,5 Prozent / 7,3 Prozent)
Liesingbach: 13,9 Prozent (21,6 Prozent / 5,9 Prozent)

Quelle: Nast Consulting, VCÖ 2016

VCÖ-Tipps zum sicheren Radfahren in der dunklen Jahreszeit

1. Auf gute, funktionierende Beleuchtung achten. Zu empfehlen ist ein Nabendynamo sowie ein Standlicht als Rücklicht
2. Funktionieren der Bremsen regelmäßig kontrollieren
3. Kontrollieren, ob alle vorgeschriebenen Reflektoren am Fahrrad montiert sind.
4. Kette öfters ölen
5. Reifendruck etwas verringern
6. Sattel etwas niedriger stellen
7. Langsamer und aufmerksamer fahren 
8. Nicht abrupt bremsen
9. In Kurven bei Schneefahrbahn und bei Glätte besonders vorsichtig sein
10. Bei höheren Minusgraden kann Radschloss einfrieren, Enteiser mitnehmen.

Quelle: VCÖ 2016

Zurück zur Übersicht