VCÖ: In Wien deutlich mehr Öffi-Jahreskarten als Pkw

VCÖ: Für Erreichung des Klimaziels ist verstärkter Ausbau des Öffentlichen Verkehrs nötig

VCÖ (Wien, 7. November 2017) – Bereits 760.000 Personen haben eine Öffi-Jahreskarte für Wien. Damit gibt es in Wien deutlich mehr Öffi-Jahreskarten als Pkw, macht der VCÖ aufmerksam. Da der Preis für die Jahreskarte weiter gleich bleibt, die Einzelfahrt aber ab dem Jahr 2018 teurer wird, rechnet sich die Öffi-Jahreskarte in Zukunft bereits ab 153 Fahrten. Wichtig ist, dass die zusätzlichen Einnahmen in weitere Verbesserungen des Angebots fließen, betont der VCÖ. Auch für die Erreichung der Klimaziele ist ein weiterer Ausbau des Öffentlichen Verkehrsnetzes unverzichtbar.

Vor zehn Jahren gab es in Wien noch doppelt so viele Autos wie Jahreskarten für den Öffentlichen Verkehr. Heute gibt es deutlich mehr Öffi-Jahreskarten als Pkw , macht der VCÖ aufmerksam. Mit 760.000 haben die Jahreskarten die Pkw (697.000) bereits deutlich  überholt. „Damit sticht Wien unter den EU-Hauptstädten hervor“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Im Vergleich zu Ende 2011 hat sich die Zahl der Jahreskarten mehr als verdoppelt.

Dass der Preis für die Jahreskarte (365 Euro), für das Top-Jugendticket (60 Euro) und für das Semesterticket bei Online-Kauf (75 Euro) gleich bleibt, ist erfreulich – dass die Preise der anderen Karten steigen, aber ein unerfreulicher Wermutstropfen. "Wichtig ist, dass die zusätzlichen Einnahmen in weitere Verbesserungen beim Angebot fließen", betont VCÖ-Experte Gansterer.

Mittlerweile rechnet sich die Jahreskarte bereits ab 153 Einzelfahrten. Da laut Statistik Austria 67 Prozent der Wienerinnen und Wiener über 15 Jahre täglich oder mehrmals die Woche mit den Öffis fahren, rechnet der VCÖ, dass noch etliche auf Jahreskarten umsteigen werden. Im Vergleich zum Auto ist die Jahreskarte besonders günstig. Nimmt man das amtliche Kilometergeld von 42 Cent als Grundlage für die Autokosten, dann kommt man mit 365 Euro lediglich 870 Kilometer weit. Das entspricht im Schnitt der monatlichen Fahrleistung eines Wiener Autos.

Der Boom bei den Öffi-Jahreskarten verstärkt den Trend zur multimodalen Mobilität. „Immer mehr Menschen nutzen die Wahlfreiheit in der Verkehrsmittelwahl und nehmen je nach Zweck das am besten geeignete Verkehrsmittel. Das vielfältigere Mobilitätsverhalten bedeutet auch, dass die Einteilung in Gruppen wie „die Autofahrer“, „die Radfahrer“, die „Öffi-Fahrer“ überholt und nicht mehr zeitgemäß ist“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Umso wichtiger ist es, die Kombination und Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel weiter zu verbessern. So sind bei U-Bahnstationen mehr Rad-Abstellplätze wichtig.

Um die Klimaziele zu erreichen, sind mehr Fahrten vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel zu verlagern. Dafür braucht es auch innerhalb Wiens mehr öffentliche Verbindungen, insbesondere in den Außenbezirken. Für die Verbindungen vom Umland nach Wien ist die Zahl der S-Bahnverbindungen zu erhöhen. Wichtig für die Fahrgäste sind zudem Beschleunigungen der Straßenbahnen durch eigene Gleiskörper und verbesserte Ampelschaltungen sowie bei Bussen durch Busspuren.

VCÖ: In Wien mehr Öffi-Jahreskarten als Pkw
(Anzahl Inhaber Öffi-Jahreskarten, in Klammer Anzahl Pkw mit Wiener Kennzeichen (inklusive der betrieblich genutzten Autos))
Oktober 2017: 760.000 (697.000 Pkw)
31.12.2016: 733.000 (692.847 Pkw)
31.12.2015: 700.000 (685.570 Pkw)
31.12. 2014: 650.000 (683.200 Pkw)
31.12. 2013: 582.000 (681.400 Pkw)
31.12. 2012: 512.000 (679.500 Pkw)
31.12. 2011: 363.000 (674.500 Pkw)
31.12. 2010: 356.000 (669.300 Pkw)
31.12. 2009: 346.000 (663.900 Pkw)
31.12. 2008: 341.000 (657.200 Pkw)
31.12. 2007: 335.000 (657.400 Pkw)
31.12. 2006: 322.000 (658.100 Pkw)
31.12. 2005: 303.000 (655.800 Pkw)
31.12. 2000: 292.000 (638.600 Pkw)
Quelle: Wiener Linien, VCÖ 2017

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