VCÖ: In vielen Urlaubsländern sind Verkehrsstrafen höher als in Österreich

VCÖ (Wien, 7. Juli 2015) – Am Freitag startet die zweite Reisewelle in den Urlaub. Wer im Sommerurlaub mit dem Auto ins Ausland fährt, hat darauf zu achten, dass in einigen Ländern niedrigere Tempo- und Alkohollimits gelten, macht der VCÖ aufmerksam. Zudem weist der VCÖ darauf hin, dass in vielen Urlaubsländern die Verkehrsstrafen deutlich höher sind als in Österreich. 20 km/h zu schnell fahren wird in Italien tagsüber fünf Mal so hoch bestraft wie in Österreich, in den Nachtstunden sogar sieben Mal so hoch. Die VCÖ-Tipps für die sichere Reise: Gleiten statt rasen, aufmerksam und rücksichtsvoll fahren und sowohl „don’t drink and drive“ als auch „don’t phone and drive“ beherzigen.

Acht EU-Staaten haben beim Autofahren eine niedrigere Promillegrenze als Österreich, informiert der VCÖ. In Tschechien, Ungarn, Rumänien und in der Slowakei sind 0,0 Promille einzuhalten, in Estland, Polen und Schweden liegt die Grenze bei 0,2 Promille und in Litauen bei 0,4 Promille.

Auch bei den Tempolimits gibt es einige Unterschiede. In vielen Staaten liegt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit nicht bei 130, sondern bei 120 km/h, beispielsweise in der Schweiz. In Schweden sind maximal 110 km/h erlaubt. Auf Freilandstraßen gilt in Schweden Tempolimit 70, in Dänemark, Zypern, Malta und Norwegen gilt Tempo 80 auf Freilandstraßen, macht der VCÖ aufmerksam.

„Niedrigere Tempolimits und Promille-Grenzen erhöhen die Verkehrssicherheit. Die strengeren Regeln einzuhalten ist im Interesse der eigenen Gesundheit und schont auch die Geldbörse. Denn die Verkehrsstrafen sind in etlichen Urlaubsländern höher als in Österreich“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest. Wer um 20 km/h zu schnell fährt, hat in Griechenland, Spanien und Belgien mindestens 100 Euro zu zahlen, also dreimal so viel wie in Österreich (mindestens 30 Euro). In Frankreich und Dänemark sind mindestens 135 Euro zu zahlen. „Im beliebtesten Urlaubsland der Österreicher, in Italien, beträgt die Mindeststrafe tagsüber 170 Euro, in der Nacht sind es sogar mindestens 220 Euro, also sieben Mal so viel wie in Österreich“, so VCÖ-Experte Gansterer. Am höchsten in Europa ist die Mindeststrafe in Norwegen mit mindestens 420 Euro.

Wer alkoholisiert Auto fährt zahlt in Deutschland und Spanien mindestens 500 Euro (in Österreich mindestens 300 Euro), in Italien mindestens 530 Euro und in Malta sogar mindestens 1.200 Euro. In Schweden, Dänemark und Finnland bemisst sich die Strafhöhe am Einkommen. „In Schweden ist die Mindeststrafe mehr als ein Monatsgehalt. Das ist auch für Besserverdienende eine spürbare Strafe“, so VCÖ-Experte Gansterer.

Im Vergleich zu Österreich kommt auch Handy am Steuer in Urlaubsländern teuer. In Österreich beträgt die Mindeststrafe 50 Euro, in Frankreich ist sie mit 135 Euro mehr als doppelt so hoch, in Italien mit 160 Euro mehr als dreimal so hoch und in Spanien mit mindestens 200 Euro viermal so hoch, macht der VCÖ aufmerksam. 

Für die sichere Urlaubsreise empfiehlt der VCÖ das Motto „gleiten statt rasen“ zu beherzigen. Tempolimits einhalten, mit voller Aufmerksamkeit fahren – also nüchtern und ohne zu telefonieren – Abstand halten und ausreichend Pausen machen. Und wenn möglich am Urlaubsort mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Auto fahren. Die Verkehrssicherheit ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln deutlich höher als mit dem Auto.

 

VCÖ: In vielen Urlaubsländern sind die Verkehrsstrafen höher als in Österreich (Verkehrsstrafen für 20 km/h zu schnell / Alkohol am Steuer / Handy am Steuer )

Schweden: ab 270 Euro / ab 40 Tagsätze / 170 Euro

Italien: ab 170 Euro (in der Nacht im 1/3 höher) / ab 530 Euro / ab 160 Euro

Niederlande: ab 160 Euro / ab 360 Euro / 230 Euro

Slowakei: ab 150 Euro / ab 200 Euro / ab 20 Euro

Großbritannien: ab 140 Euro / bis 7.010 Euro / ab 140 Euro

Dänemark: ab 135 Euro / bis 1 Monatsverdienst / 200 Euro

Frankreich: ab 135 Euro / ab 135 Euro / ab 135 Euro

Estland: bis 120 Euro / ab 400 Euro / bis 200 Euro

Rumänien: ab 115 Euro / ab 170 Euro / ab 75 Euro

Spanien: ab 100 Euro / ab 500 Euro / ab 200 Euro

Finnland: ab 100 Euro / ab 15 Tagsätze / bis 115 Euro

Belgien: ab 100 Euro / ab 150 Euro / ab 110 Euro

Griechenland: ab 100 Euro / ab 80 Euro / 100 Euro

Ungarn: bis 100 Euro / bis 990 Euro / bis 100 Euro

Irland : ab 80 Euro / ab 200 Euro / ab 60 Euro

Slowenien: ab 80 Euro / ab 300 Euro / 120 Euro

Malta: ab 70 Euro / ab 1.200 Euro / ab 25 Euro

Kroatien: ab 65 Euro / ab 90 Euro / ab 65 Euro

Portugal: ab 60 Euro / ab 250 Euro / ab 120 Euro

Tschechien: ab 60 Euro / ab 100 Euro / ab 60 Euro

Luxemburg: ab 50 Euro / ab 145 Euro / 75 Euro

Zypern: ab 35 Euro / ab 100 Euro / 85 Euro

Deutschland: bis 35 Euro / ab 500 Euro / 60 Euro

Österreich: ab 30 Euro / ab 300 Euro / ab 50 Euro

Polen: ab 25 Euro / ab 145 Euro / ab 50 Euro

Bulgarien: ab 25 Euro / ab 255 Euro / ab 25 Euro

Litauen: ab 10 Euro / ab 290 Euro / ab 30 Euro

Lettland: ab 10 Euro / ab 210 Euro / ab 30 Euro

Quelle: Adac, VCÖ 2015

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