VCÖ: In vielen Urlaubsländern deutlich höhere Verkehrsstrafen

VCÖ (Wien, 27. Juni 2014) – In Ostösterreich beginnen die Schulferien, viele fahren mit dem Auto auf Urlaub ins Ausland. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass in zahlreichen Urlaubsländern niedrigere Tempolimits gelten und die Strafhöhen zum Teil deutlich höher sind als in Österreich. So kostet Handy am Steuer in Italien drei Mal so viel wie in Österreich, in Griechenland doppelt so viel und in Spanien vier Mal so viel, informiert der VCÖ. Wer schneller als erlaubt fährt, hat in Norwegen, Schweden und Italien mit den höchsten Strafen zu rechnen. Der VCÖ rät allen Reisenden, rücksichtsvoll, aufmerksam und mit 0,0 Promille fahren.

Schulschluss bedeutet Staubeginn auf Österreichs Straßen. Viele fahren mit dem Auto ins Ausland. Der VCÖ macht darauf aufmerksam, dass in einigen Staaten Europas die Tempolimits niedriger sind als hierzulande. So gilt in Schweden auf Freilandstraßen Tempolimit 70, in Dänemark, Malta, Norwegen und Zypern Tempo 80. In Finnland, Frankreich, Irland, Niederlande und der Schweiz gilt die Regelung „Tempo 80 plus“, das heißt auf manchen Freilandstraßen ist ein höheres Tempo als 80 km/h erlaubt. Bei Autobahnen weist Norwegen mit 90 km/h das niedrigste Tempolimit auf, in Zypern ist höchstens 100 km/h erlaubt, in Schweden und Lettland maximal 110 km/h, in Großbritannien höchstens 112 km/h. Der Vorteil niedrigerer Tempolimits: Spritverbrauch und damit die Spritkosten sinken.

Die VCÖ-Analyse zeigt, dass in Europa auch unterschiedliche Alkohollimits gelten. In vier Staaten ist 0,0 Promille einzuhalten, nämlich in Rumänien, Slowakei, Tschechien und Ungarn. In Estland, Norwegen, Polen und Schweden gelten 0,2 Promille.

„Für die sichere Fahrt im Urlaub ist es ohnehin wichtig, nüchtern, aufmerksam, rücksichtsvoll und nicht zu schnell zu fahren. Zudem sind die Verkehrsstrafen in den meisten Staaten Europas deutlich höher als in Österreich“, macht VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek aufmerksam. 

Wer um 20 km/h zu schnell fährt, zahlt nur in Bulgarien, Polen, Lettland und Litauen eine niedrigere Strafe als in Österreich. In Tschechien und Kroatien ist mit mindestens 60,- bzw. 65,- Euro doppelt so viel zu zahlen wie in Österreich, informiert der VCÖ.  In Belgien, Griechenland, Spanien und auch in  Rumänien beträgt die Strafe mindestens 100,- Euro, in Frankreich mindestens 135,- Euro und in der Schweiz ist die Mindeststrafhöhe mit umgerechnet rund 150,- Euro fünf Mal so hoch. Im beliebtesten Reiseziel, in Italien, beträgt die Mindeststrafe 170,- Euro, in den Nachtstunden ist die Strafhöhe um ein Drittel höher. Die höchsten Strafen hat Norwegen mit mindestens 430,- Euro, gefolgt von Schweden mit mindestens 270,- Euro. 

Ähnlich die Situation bei „Handy am Steuer“: Auch hier sind die Strafen in vielen europäischen Staaten höher als in Österreich. In Italien ist die Mindeststrafe mit 160,- Euro etwas mehr als drei Mal so hoch wie in Österreich, in Slowenien kostet Handy am Steuer 120,-Euro, in Frankreich mindestens 135,- Euro, in Spanien und Dänemark jeweils 200,- Euro und in den Niederlanden ist die Strafhöhe mit 230,- Euro am höchsten. „Auch im Urlaub gilt die Devise Handy weg vom Steuer einzuhalten. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert ähnlich schlecht und langsam wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille“, ruft VCÖ-Expertin Urbanek in Erinnerung. 

VCÖ: Schnellfahren und Handy am Steuer können im Ausland sehr teuer kommen - Strafhöhen für 20km/h zu schnell fahren (in Klammer Strafhöhe für Handy am Steuer)
Norwegen: ab 430,- Euro (Für Handy am Steuer: 160,- Euro) 
Schweden: ab 270,- Euro  (170,- Euro)
Italien: ab 170,- Euro / in der Nacht ab 220,- Euro (ab 160,- Euro)
Niederlande: ab 160,- Euro (230,- Euro) 
Schweiz: ab 150,- Euro (85,- Euro) 
Dänemark: ab 135,- Euro (200,- Euro) 
Frankreich: ab 135,- Euro (ab 135,- Euro) 
Estland: bis 120,- Euro (bis 200,- Euro) 
Großbritannien: ab 120,- Euro (ab 120,- Euro) 
Belgien: ab 100,- Euro (ab 110,- Euro) 
Griechenland: ab 100,- Euro (100,- Euro) 
Rumänien: ab 100,- Euro (ab 65,- Euro)
Spanien: ab 100,- Euro (ab 200,- Euro) 
Ungarn: bis 100,- Euro (bis 100,- Euro) 
Irland: ab 80,- Euro (ab 60,- Euro) 
Finnland: ab 70,- Euro (bis 115,- Euro)
Malta: ab 70,- Euro (ab 25,- Euro) 
Kroatien: ab 65,- Euro (ab 65,- Euro )
Portugal: ab 60,- Euro (ab 120,- Euro)
Tschechien: ab 60,- Euro (ab 60,- Euro) 
Türkei: ab 55,- Euro (ab 25,- Euro) 
Luxemburg: ab 50,- Euro (75,- Euro) 
Slowakei: ab 50,- Euro (ab 60,- Euro)
Slowenien: ab 50,- Euro (120,- Euro)
Deutschland: 35,- Euro (60,- Euro)
Zypern: ab 35,- Euro (85,- Euro) 
Österreich: ab 30,- Euro (ab 50,- Euro)
Bulgarien: ab 25,-  Euro (ab 25,- Euro) 
Polen: ab 25,- Euro (ab 50,- Euro)
Lettland: ab 10,- Euro (15,- Euro) 
Litauen: ab 10,- Euro (ab 30,- Euro)

Quelle: Adac, VCÖ 2014


VCÖ: Wo Tempolimits niedriger sind als in Österreich

FREILANDSTRASSEN
Tempo 70: Schweden 
Tempo 70 plus: Litauen
Tempo 80: Dänemark, Malta, Norwegen, Zypern. 
Tempo 80 plus: Finnland, Frankreich, Irland, Niederlande, Schweiz
Tempo 90: Bulgarien, Luxemburg, Slowakei, Tschechien,
Tempo 90 plus: Belgien, Griechenland, Italien, Kroatien,  Polen, Portugal, Rumänien, Slowenien, Spanien, Ungarn. 

Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2014 

AUTOBAHNEN
Tempo 90: Norwegen
Tempo 100: Zypern
Tempo 110: Lettland, Schweden, Großbritannien (112 km/h)
Tempo 120: Belgien, Finnland, Irland, Portugal, Spanien, Schweiz, Türkei. 

Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2014 


VCÖ: Wo niedrigere Promille-Grenzen als in Österreich gelten:

0,0 Promille: Rumänien, Slowakei, Tschechien, Ungarn.
0,2 Promille: Estland, Norwegen, Polen, Schweden
0,4 Promille: Litauen

Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2014

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