VCÖ: In vielen Urlaubsländern andere Verkehrsregeln und höhere Verkehrsstrafen

VCÖ (Wien, 5. Juli 2016) – Wer ins Ausland mit dem Auto auf Urlaub fährt, hat auf teilweise andere Verkehrsregeln zu achten, informiert der VCÖ. So gelten in einigen Staaten niedrigere Tempo- und Alkohollimits. Auch sind die Verkehrsstrafen teilweise  deutlich höher als in Österreich. So kostet Handy am Steuer in Italien dreimal so viel wie in Österreich, macht der VCÖ aufmerksam. Der VCÖ rät allen Reisenden, aufmerksam, rücksichtsvoll und mit 0,0 Promille fahren.

Ferienzeit ist Urlaubsreisezeit und viele Österreicher fahren mit dem Auto ins Ausland. Der VCÖ macht darauf aufmerksam, dass in einigen Staaten Europas die Tempolimits niedriger sind als hierzulande. So ist in neun EU-Staaten das Tempolimit auf Autobahn niedriger als in Österreich, in Schweden beispielsweise darf maximal 110 km/h gefahren werden. Auch außerhalb der EU gelten oft niedrigere Limits, etwa in der Schweiz mit 120 km/h oder Norwegen mit 100 km/h.  Auf Freilandstraßen gilt in vielen europäischen Ländern maximal Tempo 80 oder Tempo 90.

Auch die Promillegrenze ist innerhalb der EU verschieden. In Ungarn, Tschechien, Slowakei und Rumänien ist 0,0 Promille einzuhalten, informiert der VCÖ. In Estland, Polen, Schweden und auch in Norwegen gibt es eine 0,2 Promille-Grenze. Der VCÖ weist darauf hin, dass bereits bei 0,5 Promille das Unfallrisiko auf das Doppelte steigt. Deshalb: Im Interesse der eigenen Sicherheit und Gesundheit auch in anderen Urlaubsländern die Devise „Don’t drinkt and drive“ beherzigen.

Wer sich nicht an die Verkehrsregeln hält, muss zum Teil deutlich tiefer in die Tasche greifen als in Österreich. In Frankreich ist die Mindeststrafe für Schnellfahren mit 135 Euro mehr als vier Mal so hoch wie in Österreich, in der Slowakei mit 150 Euro fünf Mal so hoch und in Italien mit 170 Euro fast sechsmal so hoch, berichtet der VCÖ. In Italien ist zudem in der Nacht die Strafe für Schnellfahren um ein Drittel höher als tagsüber.

Auch die Strafen für Handy am Steuer sind in vielen europäischen Ländern höher als in Österreich. Während in Österreich 50 Euro zu zahlen sind, beträgt die Strafe in Italien mindestens 80 Euro, in Belgien mindestens 110 Euro, in Dänemark und Spanien 200 Euro und in den Niederlanden 230 Euro. „Handy am Steuer ist alles andere als ein Kavaliersdelikt. Wer beim Autolenken mit dem Handy am Ohr telefoniert reagiert so schlecht wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille“, verdeutlicht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

Für die sichere Fahrt im Urlaub rät der VCÖ, dort wo es möglich ist, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. In beliebten Urlaubsländern, wie etwa Kroatien oder Griechenland, ist das Unfallrisiko deutlich höher als in Österreich, wie eine VCÖ-Analyse zeigt. Durch den eigenen Fahrstil kann das Unfallrisiko deutlich verringert werden. „Wer aufmerksam, nüchtern, rücksichtsvoll fährt und Tempolimits einhält, ist sicherer unterwegs. Der Zusatzvorteil von „gleiten statt rasen“ ist, dass der Spritverbrauch und damit auch die Spritkosten sinken“, so VCÖ-Sprecher Gratzer. Immerhin ist Tanken in vielen europäischen Ländern teurer als in Österreich. So kostet eine 50-Liter Tankfüllung Diesel in Italien um fast 13 Euro mehr als in Österreich.

VCÖ: In vielen europäischen Staaten gibt es unterschiedliche Verkehrsregeln

WO TEMPOLIMITS AUF FREILANDSTRASSEN NIEDRIGER SIND ALS IN ÖSTERREICH

Tempo 70: Schweden

Tempo 70  bis 90: Litauen

Tempo 80: Dänemark, Malta, Norwegen, Zypern.

Tempo 80 plus: Albanien, Finnland, Frankreich, Irland, Island, Mazedonien, Montenegro, Niederlande, Schweiz, Serbien

Tempo 90: Bulgarien, Lettland, Luxemburg, Slowakei, Tschechien

Tempo 90 plus: Belgien, Estland, Griechenland, Italien, Kroatien,  Polen, Portugal, Rumänien, Slowenien, Spanien, Türkei Ungarn.

Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2016

WO NIEDRIGERE PROMILLE-GRENZEN ALS IN ÖSTERREICH GELTEN:

0,0 Promille: Rumänien, Slowakei, Tschechien, Ungarn.

0,2 Promille: Estland, Norwegen, Polen, Schweden

0,3 Promille: Serbien

0,4 Promille: Litauen

Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2016

VCÖ: Schnellfahren und Handy am Steuer kann im Ausland sehr teuer kommen (Strafhöhen für 20km/h schneller als erlaubt (in Klammer für Handy am Steuer) )

Norwegen: ab 420,- Euro (150,- Euro)
Schweden: ab 270,- Euro  (170,- Euro)
Italien: ab 170,- Euro / in der Nacht ab 220,- Euro (ab 160,- Euro)
Niederlande: ab 165,- Euro (230,- Euro)
Schweiz: ab 165,- Euro (90,- Euro)
Slowakei: ab 150,- Euro (ab 20,- Euro)
Dänemark: ab 135,- Euro (200,- Euro)
Frankreich: ab 135,- Euro (ab 135,- Euro)
Estland: bis 120,- Euro (bis 400,- Euro)
Großbritannien: ab 130,- Euro (ab 130,- Euro)
Belgien: ab 100,- Euro (ab 110,- Euro)
Finnland: ab 100,- Euro (bis 115,- Euro)
Griechenland: ab 100,- Euro (100,- Euro)
Island: ab 100,- Euro (35,- Euro)
Spanien: ab 100,- Euro (ab 200,- Euro)
Ungarn: bis 100,- Euro (bis 100,- Euro)
Slowenien: ab 80,- Euro (120,- Euro)
Irland: ab 80,- Euro (ab 60,- Euro)
Malta: ab 70,- Euro (ab 25,- Euro)
Kroatien: ab 65,- Euro (ab 65,- Euro )
Portugal: ab 60,- Euro (ab 120,- Euro)
Türkei: ab 50,- Euro (ab 25,- Euro)
Rumänien: ab 50,- Euro (ab 95,- Euro)
Luxemburg: ab 50,- Euro (75,- Euro)
Tschechien: ab 40,- Euro (ab 55,- Euro)
Deutschland: bis 35,- Euro (60,- Euro)
Zypern: ab 35,- Euro (85,- Euro)

Österreich: ab 30,- Euro (ab 50,- Euro)

Bulgarien: ab 25,-  Euro (ab 25,- Euro)
Polen: ab 25,- Euro (ab 50,- Euro)
Lettland: ab 20,- Euro (15,- Euro)
Litauen: ab 10,- Euro (ab 30,- Euro)

Quelle: Adac, VCÖ 2016 

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