VCÖ: In Punschzeit steigt Risiko von Alko-Unfällen

VCÖ (Wien, 28. November 2013) – Adventzeit ist auch Punschzeit, was sich leider auch in der Unfallstatistik bemerkbar macht. Im Dezember steigt der Anteil der Alkohol-Unfälle im Straßenverkehr an, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Der VCÖ hat die Unfalldaten der vergangenen sieben Jahre analysiert. Ein einziger Punsch kann bis zu 0,4 Promille verursachen, die Reaktionszeit verschlechtert sich bereits ab 0,3 Promille. Besonders gefährlich ist es, wenn alkoholisierte Autolenker zusätzlich telefonieren oder gar SMS schreiben. Der VCÖ führt deshalb derzeit die Initiative „Aufmerksam lenken“ für mehr Achtsamkeit im Verkehr durch.

„Alkohol und Ablenkung sind eine lebensgefährliche Mischung. Schon gesetzlich erlaubte 0,3 Promille verschlechtern die Reaktionszeit. Ähnlich ist es beim Telefonieren mit der Freisprecheinrichtung. Wer telefoniert, bremst später“, spricht sich VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek nicht nur für „Don’t drink & drive“, sondern auch für „Don’t use your mobile & drive“ aus.

Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass im Dezember der Anteil der von Alko-Lenkern verursachten Verkehrsunfälle höher ist als im Jahresschnitt. Im Dezember des Vorjahres wurden 7,2 Prozent der Verkehrsunfälle mit Personenschaden durch Alko-Lenker verursacht. Dabei wurden vier Menschen getötet, weitere 267 Menschen wurden verletzt. In den vergangenen sieben Jahren starben allein im Monat Dezember in Summe 35 Menschen bei von Alko-Lenkern verursachten Verkehrsunfällen, 1.883 wurden verletzt.

Der VCÖ warnt, dass ein Punsch bis zu 0,4 Promille auslösen kann. „Schon ab 0,3 Promille verschlechtert sich die Reaktionszeit. Bei 0,5 Promille steigt das Unfallrisiko auf das Doppelte“, macht VCÖ-Expertin Urbanek aufmerksam. Der VCÖ empfiehlt, Weihnachtsmärkte und Punschstände mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß zu besuchen. Wer mit dem Auto fährt, sollte alkoholfreien Punsch den Vorrang geben.

Neben der schlechteren Reaktionszeit führt Alkohol auch zu einem insgesamt gefährlicheren Fahrverhalten. „Oft tritt Alkohol am Steuer in Kombination mit anderen Verkehrsdelikten auf, wie etwa zu schnelles fahren, Vorrangverletzung oder auch Telefonieren am Steuer. Dabei sind schon nüchterne Autofahrer, die SMS schreiben oder eine Adresse im Navi eingeben bis zu zwei Sekunden im Blindflug unterwegs. Tippen alkoholisierte Lenker beim Fahren ein SMS oder geben eine Adresse im Navi ein, ist dieser lebensgefährliche Blindflug noch länger“, betont VCÖ-Expertin Urbanek. Wer 130 km/h fährt, legt in zwei Sekunden 72 Meter zurück, bei 50 km/h sind es 14 Meter, bei 30 km/h sind es acht Meter.

Der VCÖ führt daher derzeit die Initiative „Aufmerksam lenken“ für mehr Achtsamkeit im Verkehr durch. Neben umfassenden Informationen rund um das Thema Ablenkung, kann man unter www.vcoe.at  auch ein Zeichen setzen und sich für mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr aussprechen. Aufrütteln will der VCÖ zudem mit der dreiteiligen Comic-Videoserie „Death Corporation“. Teil 3 ist nun unter http://www.youtube.com/watch?v=lm9o4ENdoIs zu sehen.

 

VCÖ: Anteil der Alko-Unfälle im Dezember höher als im Jahresschnitt (Anteil der Alko-Unfälle an den Verkehrsunfällen)

Dezember 2012: 7,2 Prozent
Gesamtjahr 2012: 6,6 Prozent
Dezember 2011: 7,6 Prozent
Gesamtjahr 2011 :6,4 Prozent
Dezember 2010: 7,1 Prozent
Gesamtjahr 2010 :6,4 Prozent
Dezember 2009: 7,9 Prozent
Gesamtjahr 2009 :6,5 Prozent
Dezember 2008: 7,7 Prozent
Gesamtjahr 2008 :6,7 Prozent
Dezember 2007: 8,4 Prozent
Gesamtjahr 2007 :6,6 Prozent
Dezember 2006: 8,3 Prozent
Gesamtjahr 2006 :6,5 Prozent 

Quelle: VCÖ, Statistik Austria 2013

 

VCÖ: Alkohol am Steuer fordert in Vorweihnachtszeit hohen Blutzoll (Bei Alko-Unfällen verunglückte Personen)

Dezember 2012: 4 tödlich Verunglückte, 267 Verletzte
Dezember 2011: 3 tödlich Verunglückte, 244 Verletzte
Dezember 2010: 6 tödlich Verunglückte, 234 Verletzte
Dezember 2009: 5 tödlich Verunglückte, 274 Verletzte
Dezember 2008: 3 tödlich Verunglückte, 267 Verletzte
Dezember 2007: 7 tödlich Verunglückte, 298 Verletzte
Dezember 2006: 7 tödlich Verunglückte, 299 Verletzte

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013

Zurück zur Übersicht