VCÖ: In Österreich wird jeder 5. Einkauf zu Fuß gemacht

VCÖ (Wien, 23. Februar 2015) – Jeder fünfte Einkauf wird in Österreich zu Fuß erledigt, macht der VCÖ aufmerksam. Eine gute Nahversorgung in fußläufiger Distanz verringert Verkehrsprobleme und verbessert auch die Umweltbilanz von Einkäufen. Der VCÖ fordert eine stärkere Förderung der Nahversorgung und eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung. Zudem hat der VCÖ einen österreichweiten Einkaufsweg-Check gestartet: Auf einer Online-Karte können Hindernisse am eigenen Einkaufsweg und Verbesserungsvorschläge eingetragen werden.

In Österreich werden heute weniger Einkäufe zu Fuß erledigt als noch vor 20 Jahren, macht der VCÖ aufmerksam. Im Jahr 1995 wurde noch jeder dritte Einkauf zu Fuß gemacht, heute ist es nur mehr jeder fünfte. „Der Boom an Einkaufszentren außerhalb der Zentren und der Rückgang der Nahversorgung hat die Einkaufsmobilität stark verändert. Aber die Talsohle ist durchschritten, eine Trendwende ist erkennbar. Supermärkte siedeln sich auch wieder in zentrumsnahen Lagen an“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest.

Das Hauptkriterium für die Verkehrsmittelwahl ist die Lage der Geschäfte. Die Einkaufsmenge spielt eine untergeordnete Rolle, da bei guter Nahversorgung die Menschen häufiger und dafür kleinere Mengen einkaufen. So haben einzelne Supermarkt-Filialen in Wien einen Fußgängeranteil von bis zu 90 Prozent. Ähnlich die Situation in Kleinstädten. So weist beispielsweise in Purkersdorf eine zentrumsnahe Filiale einen Fußgängeranteil von 55 Prozent auf, jene am Ortsrand aber von nur sechs Prozent.

Im Schnitt sind die Einkaufswege mit dem Auto zweieinhalb Kilometer lang, nur jede fünfte Einkaufsfahrt ist länger als fünf Kilometer. „Gerade bei Kurzstrecken ist der Spritverbrauch sündhaft hoch. Auf dem ersten Kilometer verbraucht ein Auto vier bis fünf Mal so viel. Mit dem Auto eingekauft, ist das Sonderangebot dann nicht mehr ganz so billig“, so VCÖ-Experte Gansterer. Eine Untersuchung in der Steiermark hat ergeben, dass 70 Prozent der Einkäufe eine Menge hatten, die mit dem Fahrrad zu bewältigen sind.

Viele Geschäfte sind zu Fuß aber nicht gut erreichbar: Fehlende Gehwege, gefährliche Kreuzungen, lange Wartezeiten bei Fußgängerampeln oder lange Umwege für Fußgängerinnen und Fußgänger. „Die Hindernisse und Barrieren auf den Einkaufswegen sind oft vielfältig. Diese Barrieren wollen wir nun in einer österreichweiten Initiative gemeinsam mit der Bevölkerung aufzeigen, damit sie beseitigt werden“, ruft VCÖ-Experte Gansterer zur Teilnahme an der VCÖ-Initiative auf.

Beim VCÖ-Einkaufsweg-Check kann direkt im Internet unter www.vcoe.at in einer Online-Karte die Problemstelle am eigenen Einkaufsweg eingetragen und beschrieben werden. Auch Verbesserungsvorschläge können gleich gemacht werden. Der VCÖ sammelt die Problemstellen und wird diese dann den zuständigen Stellen und den genannten Geschäften – anonymisiert - übergeben.  Auch alle, die ihre Einkäufe mit dem Fahrrad machen, sind aufgerufen, Problemstellen beim VCÖ-Einkaufsweg-Check einzutragen. „Gesucht sind auch vorbildhafte Beispiele, etwa wo Geschäfte oder Gemeinden Maßnahmen gesetzt haben, die das Einkaufen mit dem Rad oder zu Fuß erleichtern“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest.

Der VCÖ-Einkaufsweg-Check wird in Kooperation mit der Umweltiniative MUTTER ERDE durchgeführt.

Webtipp: VCÖ-Einkaufsweg-Check

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