VCÖ: In Österreich werden wenig E-Mopeds gekauft

VCÖ (Wien, 17. Oktober 2014) – Nur 434 E-Mopeds und Leichtmotorräder mit E-Motor wurden in den ersten neun Monaten neuzugelassen, das ist eine Marktanteil von lediglich zwei Prozent, macht der VCÖ aufmerksam. Dabei ist die Schadstoffbilanz der E-Mopeds deutlich besser als der herkömmlichen Mopeds, die zudem sehr laut sind. Der VCÖ fordert für Mopeds strengere Abgas-Grenzwerte sowie Lärmschutzmaßnahmen in den Städten.

Elektro-Mopeds setzen sich derzeit am Markt nicht durch, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. In den ersten neun Monaten wurden in Österreich nur 307 E-Mopeds neu zugelassen. Bei insgesamt 13.929 neugekauften Mopeds ist das ein Marktanteil von nur 2,2 Prozent. Bei den Leicht-Motorrädern (bis 125ccm) beträgt der Marktanteil 1,6 Prozent ( 127 von 8.193 neuzugelassenen Leicht-Motorrädern). Im gesamten Vorjahr wurden 439 E-Mopeds und Leichtmotorräder mit E-Motor neu zugelassen, in den Jahren 2010 und 2011 waren es bereits jeweils knapp mehr als 1.100.

Der geringe Marktanteil von Elektro-Mopeds ist für die Luftqualität insbesondere in den Städten negativ. Herkömmliche Mopeds werden von den Menschen als laute „Stinker“ erlebt. Elektro-Mopeds hingegen sind leiser und verursachen beim Fahren keine Schadstoffe. Mopeds mit konventionellem Antrieb verschmutzen die Luft: Mopeds mit 4-Takt-Motor verursachen pro 1.000 Kilometer im Schnitt rund 200 Gramm Stickoxide. Stickoxide sind ein Reizgas und können zu Atemwegserkrankungen führen. Zweitakter sind zudem regelrechte Feinstaub-Schleudern, wie eine Studie des Schweizer Paul-Scherer-Instituts zeigt.

Zusätzlich verursachen herkömmliche Mopeds erhebliche Treibhausgas-Emissionen. „Auch in der Gesamtbilanz, also inklusive Herstellung der Fahrzeuge und Bereitstellung der Energie ist die Umweltbilanz der E-Mopeds um ein Vielfaches besser“, betont VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer.

Insbesondere in Städten wäre es für die Luftqualität und Lebensqualität positiv, wenn statt herkömmlichen Mopeds Elektro-Mopeds oder auch Elektro-Fahrräder fahren. Städte können durch Nachtfahrverbote für laute Mopeds einen Anreiz zum Umstieg auf E-Mopeds setzen.

Wer ein Elektro-Moped hat, spart beim Fahren Geld. Pro 1.000 Kilometer sind die „Tankkosten“ beim E-Moped um rund 50 Euro niedriger als beim herkömmlichen Moped, so der VCÖ. Und im Gegensatz zu Elektro-Autos können E-Mopeds beim Kaufpreis mit konventionellen Mopeds mithalten.

Der VCÖ fordert Anreize für die Hersteller, verstärkt E-Mopeds auf den Markt zu bringen. „So wie für Pkw braucht es auch für Mopeds und Motorräder einen CO2-Grenzwert. Zudem sind die Abgas-Vorschriften für Mopeds nachzubessern und die strengeren Vorgaben früher als geplant einzuführen“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Die aktuellen Vorgaben sind auf dem Niveau von Grenzwerten für Diesel-Pkw aus den 90er Jahren, die ab dem Jahr 2017 geltenden Vorgaben entsprechen den Grenzwerten, die für Diesel-Pkw seit dem Jahr 2011 gelten.

 

VCÖ: Nur wenige neue Mopeds fahren mit Strom (Anzahl Neuzulassungen E-Mopeds und E-Leicht-Motorräder)

1.1.bis 30.9. 2014: 434

1.1.bis 30.9. 2013: 386

Jahr 2013: 439

Jahr 2012: 763

Jahr 2011: 867

Jahr 2010: 1.158

Jahr 2009: 1.141

Jahr 2008: 493

Jahr 2007: 129

Jahr 2006: 56

Quelle: Datafact, VCÖ 2014

 

VCÖ: Die meisten E-Mopeds wurden heuer in Oberösterreich zugelassen (Anzahl neuzugelassene E-Mopeds und E-Leicht-Motorräder 1.1.bis 30.9. 2014 (in Klammer 1.1.-30.9.2013))

1. Oberösterreich: 98 (52)

2. Wien: 88  (38)

3. Niederösterreich: 84  (112)

4. Steiermark: 48 (59)

5. Tirol: 41 (24)

6. Kärnten: 23 (37) 

7. Vorarlberg: 18 (17)

8. Burgenland: 17 (19)

8. Salzburg: 17 (28) 

Quelle: Datafact, VCÖ 2014

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