VCÖ: In Österreich sind die Füße das am häufigsten genutztes „Verkehrsmittel“ - Wiener sind fleißigste Fußgänger Österreichs

VCÖ: Fußgängerfreundlichere Verkehrsplanung und Klimaschutz-Bonus für Nahversorger

VCÖ (Wien, 25. Oktober 2017) – Der Nationalfeiertag ist für viele auch Wandertag. Gehen ist in Österreich auch im Alltag eine wichtige Mobilitätsform, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Die Füße sind das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel, 67 Prozent der Österreicher gehen täglich im Alltag zu Fuß. Im Bundesländer-Vergleich gehen die Wienerinnen und Wiener am meisten. Der VCÖ fordert eine fußgängerfreundlichere Verkehrsplanung und einen Klimaschutz-Bonus für Nahversorger.

Die eigenen Beine sind in Österreich das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. 67 Prozent der über 15-Jährigen gehen für Alltagserledigungen täglich Strecken, die länger als 250 Meter lang sind, zu Fuß, sogar 87 Prozent zumindest mehrmals die Woche. Zum Vergleich: 61 Prozent fahren mehrmals die Woche mit dem Auto, 31 Prozent sind häufig mit dem Fahrrad unterwegs und 27 Prozent fahren häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

„Gehen ist gemeinsam mit Radfahren die gesündeste und umweltfreundlichste Form der Mobilität und zudem sehr kostengünstig. Mit einer halben Stunde zu Fuß gehen kann eine Distanz von rund zwei Kilometer zurückgelegt werden. Immerhin 18 Prozent der Alltagswege in Österreich sind kürzer als ein Kilometer“, macht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer aufmerksam.

Im Bundesländer-Vergleich wird in Wien am meisten zu Fuß gegangen, berichtet der VCÖ. In Wien sind 75 Prozent täglich zu Fuß unterwegs, in Salzburg und Tirol jeweils 68 Prozent und in Vorarlberg 66 Prozent. Die wenigsten sind in der Steiermark täglich zu Fuß unterwegs, nämlich nur 60 Prozent.

Insgesamt wird in der Stadt mehr zu Fuß gegangen als am Land. Während in Wien 75 Prozent täglich im Alltag Strecken zu Fuß zurücklegen, sind es in Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern nur 63 Prozent.

Dass in Österreich das Potenzial für mehr Fußgängerverkehr groß ist, zeigt sich auch daran, dass jede 15. Autofahrt kürzer als 1 Kilometer ist. Der VCÖ spricht sich für eine fußgängerfreundlichere Verkehrsplanung im Ortsgebiet aus. Mit verkehrsberuhigten Zonen, Tempo 30 statt 50, ein durchgängiges Netz an Gehwegen, die ausreichend breit sind und übersichtlichen Übergängen kann die Verkehrsplanung dazu beitragen, dass mehr kurze Strecken zu Fuß gegangen werden.

Zersiedelung und Supermärkte am Ortsrand führen dazu, dass kurze Strecken mit dem Auto gefahren werden. Eine gute Nahversorgung wiederum trägt dazu bei, dass die täglichen Einkäufe zu Fuß erledigt werden. Der VCÖ schlägt daher einen Klimaschutz-Bonus für Nahversorger vor. Lebensmittelgeschäfte, die im Ortszentrum und nicht außerhalb liegen bzw. sich ansiedeln, sollen einen Bonus erhalten. „Die neue Bundesregierung sollte ein Bonus-Malus System für die Ansiedelung von Geschäften einführen, um einen Anreiz zu setzen, dass sich Geschäfte im Ort ansiedeln“, stellt VCÖ-Sprecher Gratzer fest. Zusatznutzen: Eine gute Nahversorgung sowie Wohnbau im Ortskern beleben Gemeinden.

VCÖ: Die Füße sind das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel der Österreicher
(täglich bzw. mehrmals die Woche für Alltagswege genutzt- Bevölkerung über 15 Jahre)
Zu Fuß (Strecken von mehr als 250 Meter): 88 Prozent
Pkw: 60 Prozent
Fahrrad: 49 Prozent
Öffentliche Verkehrsmittel: 28 Prozent
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

VCÖ: Am häufigsten wird in Wien zu Fuß gegangen (Anteil Bevölkerung über 15 Jahre -  täglich im Alltag Strecken von mehr als 250 Metern zu Fuß unterwegs)
Wien: 75 Prozent
Salzburg, Tirol:  68 Prozent
Vorarlberg 66 Prozent
Niederösterreich: 65 Prozent
Oberösterreich: 64 Prozent
Burgenland, Kärnten: 62 Prozent
Steiermark 60 Prozent
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

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