VCÖ: In Österreich seit dem Jahr 2000 fast 12.000 Verkehrstote

VCÖ: Jedes 4. Todesopfer in Niederösterreich – die wenigsten tödliche Unfälle in Vorarlberg und Wien

VCÖ (Wien, 2. November 2017)  – Seit dem Jahr 2000 kamen in Österreich bereits 11.951 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, macht der VCÖ am heutigen Allerseelen Tag aufmerksam. Die meisten Todesopfer waren in Niederösterreich zu beklagen, die wenigsten in Vorarlberg vor Wien. Heuer forderte der Straßenverkehr bereits 356 Todesopfer. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen Schnellfahren, Ablenkung und Unachtsamkeit.

356 Todesopfer und mehr als 40.000 Verletzte. Das ist die traurige Opferbilanz des Straßenverkehrs in Österreich seit Jahresbeginn, berichtet der VCÖ. Seit dem Jahr 2000 kosteten Verkehrsunfälle 11.951 Menschen das Leben.  „Die Zahl der Todesopfer entspricht der Einwohnerzahl von Burgenlands Landeshauptstadt Eisenstadt“, verdeutlicht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

 Die meisten Todesopfer waren in Niederösterreich zu beklagen, nämlich 3.394. In Oberösterreich starben 2.282 Menschen bei Verkehrsunfällen, in der Steiermark 1.949. Die niedrigste Anzahl an Verkehrstoten gab es in Vorarlberg, aber auch dort kamen 413 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, informiert der VCÖ. Die zweitniedrigste Opferzahl weist Wien auf (532 Verkehrstote) vor Burgenland (539 Verkehrstote),

Die VCÖ-Analyse zeigt, dass seit dem Jahr 2000 die Zahl der Verkehrstoten von 976 auf 432 im Vorjahr zurückgegangen. Aber der Blutzoll ist nach wie vor sehr hoch, auch im Vergleich zu anderen europäischen Staaten. So starben in Österreich im Vorjahr doppelt so viele Menschen bei Verkehrsunfällen wie in der vergleichbaren Schweiz (216 Verkehrstote). In der Schweiz gelten niedrigere Tempolimits (Tempo 80 auf Freilandstraßen, Tempo 120 auf Autobahnen), beim Überschreiten von Tempolimits gibt es de facto „null Toleranz“ und die Schweiz hat ein dichtes Bahnnetz mit häufigen Verbindungen. „Das tödliche Unfallrisiko mit dem Pkw ist etwa 50 Mal höher als mit der Bahn. Der Ausbau der Bahn mit häufigen Verbindungen trägt wesentlich zu mehr Verkehrssicherheit bei. Das gilt nicht nur für die Schweiz, sondern auch für Österreich“, stellt VCÖ-Sprecher Gratzer fest.

Der VCÖ tritt für ein bundesweit gutes Angebot an Discobussen oder Anrufsammeltaxis in den Regionen ein. Damit Gemeinden und Bezirke dieses Angebot finanzieren können, soll ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen dafür zweckgewidmet werden. Die einzig akzeptable  Zahl an Verkehrstoten ist null. Diesem Ziel gilt es so nahe wie möglich zu kommen, betont der der VCÖ.

Deshalb braucht es verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen Schnellfahren sowie Ablenkung und Unachtsamkeit. So sollte Handy am Steuer ins Vormerksystem aufgenommen werden, bei Tempolimits soll es zu einer Beweislastumkehr kommen. Tempo 30 soll im Ortsgebiet die Regel, Tempo 50 die begründete Ausnahme werden. Auf Freilandstraßen soll nach Schweizer Vorbild Tempo 80 eingeführt werden und Tempo 100 nur dort erlaubt sein, wo es aus Sicht der Verkehrssicherheit zulässig ist.

VCÖ: Straßenverkehr in Österreich forderte seit 2000 fast 12.000 Todesopfer
(Verkehrstote 1.1. 2000 bis 1.11. 2017)
Niederösterreich: 3.394 Verkehrstote
Oberösterreich: 2.282 Verkehrstote
Steiermark: 1.949 Verkehrstote
Tirol: 1.054 Verkehrstote
Salzburg: 898 Verkehrstote
Kärnten: 890 Verkehrstote
Burgenland: 539 Verkehrstote
Wien: 532 Verkehrstote
Vorarlberg: 413 Verkehrstote
Österreich: 11.951 Verkehrstote
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

VCÖ: Jedes Jahr mehrere hundert Todesopfer durch Verkehrsunfälle
1.1.bis 1.11.2017: 356 Verkehrstote
Jahr 2016: 432 Verkehrstote
Jahr 2015: 475 Verkehrstote
Jahr 2014: 430 Verkehrstote (bisher niedrigste Anzahl an Verkehrstoten)
Jahr 2013: 455 Verkehrstote
Jahr 2012: 531 Verkehrstote
Jahr 2011: 523 Verkehrstote
Jahr 2010: 552 Verkehrstote
Jahr 2009: 633Verkehrstote
Jahr 2008: 679 Verkehrstote
Jahr 2007: 691Verkehrstote
Jahr 2006: 730 Verkehrstote
Jahr 2005: 768 Verkehrstote
Jahr 2004: 878 Verkehrstote
Jahr 2003: 931 Verkehrstote
Jahr 2002: 956 Verkehrstote
Jahr 2001: 958 Verkehrstote
Jahr 2000: 976 Verkehrstote
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

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